20:01 21 Februar 2018
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    Der Leiter der russischen Staatskorporation Rostech, Sergej TschemesowSoldaten der US-Armee während Manövers (Archivbild)

    Rostech-Chef: „Ein Funken reicht“ – Neues Wettrüsten kann die Welt zerstören

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    The Washington Post
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    Der Leiter der russischen Staatskorporation Rostech, Sergej Tschemesow, warnt, dass ein neues Wettrüsten zwischen Russland und Amerika die ganze Welt vernichten könnte, schreibt die Zeitung „The Washington Post“ am Montag.

    In einem Interview für das Blatt hat Tschemesow, der dem engen Vertrauenskreis von Präsident Wladimir Putin angehört, festgestellt, dass Russland und die USA vor einem neuen Wettrüsten stehen. Das ist nach seinen Worten ein Beweis dafür, wie negativ die geopolitische Auseinandersetzung das System der globalen Atomwaffenkontrolle beeinflussen kann.

    Der hochrangige Beamte brachte seine Zweifel zum Ausdruck, dass der so genannte „Neue START-Vertrag“ verlängert wird, wenn man den aktuellen Zustand der russisch-amerikanischen Beziehungen bedenkt: „Wie können wir denn von weiteren Verhandlungen sprechen, wenn wir einander nicht vertrauen?“

    Moskaus Sorgen lassen sich vor allem auf die jüngst veröffentlichte Strategie des US-Verteidigungsministeriums zurückführen, in der die Empfehlung zur Entwicklung von neuen Atomwaffen enthalten ist.

    „Das würde zu einem neuen Wettrüsten führen, denn wir müssen dasselbe wie die Amerikaner tun“, so Tschemesow. „Und dann würde ein einziger Funken genügen. Wenn man die Waffenmenge in der Welt bedenkt, wird es keine Sieger geben – die Welt wird einfach vernichtet.“

    Da der Rostech-Chef enge Kontakte zu Präsident Putin hat, steht sein Name auf der antirussischen Sanktionsliste der USA.

    „Die Amerikaner denken wohl, dass die Personen, die auf dieser Liste stehen, zu ihnen kommen und sagen:‚Ja, wir sind mit Euch‘ und ‚Lasst uns gemeinsam Putin stürzen‘. Aber das hatte genau den Gegeneffekt: Alle Personen aus dieser Liste unterstützen Putin“, so Tschemesow.

    Ferner räumte er ein, von Washington unter Trump eine freundschaftlichere Politik gegenüber Russland erwartet zu haben. Eine Schwächung der Sanktionen könnte seinem Konzern die zusätzliche Festigung der Kontakte mit US-amerikanischen Partnern wie Boeing ermöglichen. Die Flugzeugbauer importieren aus Russland diverse Zulieferteile aus Titan.

    Und jetzt nehme man in Moskau die neue Atomwaffenstrategie der USA als Zeichen dafür wahr, dass Trump sein Wort zur Verbesserung der russisch-amerikanischen Beziehungen nicht einhält, so Tschemesow weiter. Dies könnte nach Einschätzung vieler Experten nicht nur zum Wettrüsten, sondern auch zu einer ernsthaften Militärkrise führen, wobei eine direkte militärische Konfrontation zwischen Moskau und Washington möglich wäre.

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    US-Sanktionen, Sanktionsliste, Warnung, Kontrolle, Gefahr, Krieg, Atomwaffen, Interview, START-Vertrag, INF-Vertrag, The Washington Post, Rostec, Sergej Tschemesow, Wladimir Putin, USA, Russland
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