05:21 22 Juli 2018
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    Chefin russischer Zentralbank Elwira Nabiullina präsentiert neue Rubel-Banknoten

    Russlands SWIFT-Alternative geht ins Ausland

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    Der von der russischen Zentralbank entwickelte Dienst zur Übertragung von Finanzberichten (russ. Abk: SPFS) fordert das globale SWIFT-System heraus, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    Quellen in der russischen Zentralbank, die mit diesem Projekt verbunden sind, verrieten, dass sich an dem neuen System Banken und Unternehmen aus den Mitgliedsländern der Eurasischen Wirtschaftsunion beteiligen könnten. Das würde die Sicherheit von Geldüberweisungen innerhalb der EAWU fördern und die Abhängigkeit von SWIFT verringern. Einige Abgeordnete des EU-Parlaments hatten im Zuge der Russland-Sanktionen nach dem Ausbruch der Ukraine-Krise gedroht, Russland von SWIFT abzuschalten.

    Aktuell setzen russische Banken und Firmen SPFS als Reservemöglichkeit für SWIFT ein.

    Die Entwicklung des russischen Systems gehöre zu den höchsten Prioritäten der Bank Russlands, bestätigte man bei dem Finanzinstitut. Es werden gerade Mechanismen entwickelt, mit deren Hilfe Banken und deren Kunden grenzüberschreitende Operationen im EAWU-Raum durchführen könnten. Wann das neue System in Betrieb genommen wird, sagte man jedoch nicht.

    Die Eurasische Wirtschaftskommission nannte die Initiativen der Zentralbank aussichtsreich, gab aber keine weiteren Kommentare ab.

    Die Beteiligung neuer Unternehmen und Banken aus den EAWU-Ländern an dem neuen System würde das Interesse für den neuen Dienst fördern, zeigte sich Tatjana Bereschnowa von der BIN-Bank überzeugt.

    „Immer mehr Nutzer aus unserem Land schließen sich dem russischen SWIFT-Analog an – unser Dienst ist aus Sicht der Sicherheit keineswegs schlechter als der westliche “, betonte die Expertin.

    Marina Frolowa von der Rosbank zeigte sich überzeugt, dass das russische System eine gute Alternative für SWIFT werden könnte, sobald sich die meisten Unternehmen und Banken der EAWU ihm angeschlossen hätten.

    Übrigens wäre die Nutzung des russischen SWIFT-Analogs wesentlich günstiger: Die Zentralbank schließt neue Kunden kostenlos an, während die Verwendung von westlichen Technologien die russischen Nutzer Zehntausende Dollar kostet. Die Entsendung einer SPFS-Mitteilung kostet etwa 1,5 bis zwei Rubel für eine Mitteilung. Zum Vergleich: Es sind 0,03 bis 0,05 Euro (umgerechnet 2,14 bis 3,56 Rubel) für eine SWIFT-Mitteilung.

    In Perspektive könnte das SPFS-System in den BRICS-Ländern eingesetzt werden,  dadurch würde die Zahl seiner Nutzer weiter wachsen, sagte der stellvertretende Vorstandschef der Loko-Bank, Andrej Ljuschin. 

    Allerdings sind nicht alle Akteure auf dem russischen Finanzmarkt so optimistisch. Denn aktuell belaufe sich der SPFS-Anteil auf lediglich fünf Prozent, betonte der Leiter der Expertengruppe Veta, Dmitri Scharski. Außerdem biete SPFS seinen Kunden wesentlich weniger Möglichkeiten (etwa 100 Typen von Mitteilungen gegenüber etwa 200 Typen bei SWIFT). Dennoch könnte die Kundenzahl des russischen Systems schon in diesem Jahr um zehn bis 15 Prozent steigen, vermutete der Branchenkenner. Kollege Ljuschin stimmte dieser Prognose zu.

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    Tags:
    Einführung, Alternative, Geldüberweisungen, Start, Banken, Rubel, SWIFT, Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU), BRICS, Russlands Zentralbank, Russland
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