05:38 19 Juli 2018
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    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel

    Neue Kommandozentren: Nato festigt Teamgeist

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    Die Nato hat die Einrichtung eines Zentrums für Cyberoperationen und zwei neuer Kommandostützpunkte angekündigt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die neuen Kommandozentren sollen den Schutz der Meereswege im Atlantik und die Logistikabläufe in Europa im Falle kritisch gefährlicher Situationen bzw. Krieg sichern. Im Nato-Hauptquartier wird nicht verheimlicht, dass diese Maßnahmen angesichts der „aggressiven Politik Russlands“ ergriffen werden.

    Bei einer Pressekonferenz, die der am Mittwoch begonnenen Sitzung der Verteidigungsminister der Nato-Mitgliedsstaaten und der Partner vorausging, versprach Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dass die Verteidigungsminister innerhalb von zwei Tagen die Parameter der zwei neuen Kommandozentren und die Gründung des Zentrums für Cyberoperationen abstimmen und die Pläne zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben und die Zukunft der Nato-Missionen im Ausland erörtert werden. Am Mittwoch wurden die wichtigsten Beschlüsse getroffen. „Die Lage hat sich zuletzt stark verändert, die Nato reagiert auf diese Änderungen mit einem abgestimmten Plan zur Anpassung der eigenen Struktur“, sagte Stoltenberg.

    Die Verbündeten vereinbarten, einen neuen Kommandostützpunkt für den Atlantik zum Schutz der Kommunikationsverbindungen zwischen Nordamerika und Europa sowie der kritischen Infrastruktur einzurichten. Zudem wurde beschlossen, ein neues Kommandozentrum für die Gewährleistung einer schnellen Verlegung von Truppen und Technik in Europa zu gründen. „Das ist die größte Erweiterung seit dem Kalten Krieg“, sagte ein Vertreter der Allianz bei einem Gespräch mit Journalisten.

    Die Nato verheimlichte von Anfang an nicht, dass einer der Hauptgründe für die Anpassung der Kommandostruktur die „aktuelle Politik Russlands“ ist. Laut einer Quelle im Hauptquartier der Allianz entsprach die „alte Lösung“ (großangelegte Reduzierungen in der Kommandostruktur der Allianz 2003 und 2011) den außenpolitischen Bedingungen, die es damals gab. „Doch jetzthat sich die Situation verändert, wir müssen uns erweitern. Im Atlantik ist eine Verstärkung besonders dringend“, sagte die Quelle.

    Die Nachrichtenagentur dpa hatte zuvor berichtet, dass ein neues Kommandozentrum für schnelle Truppen- und Materialtransporte in Deutschland eingerichtet wird. Als möglicher Standort wird Nordrhein-Westfalen erörtert. Ein weiteres Kommandozentrum könne in den USA entstehen, meldete dpa. Diese Varianten wurden auch von einer Nato-Quelle bestätigt, allerdings seien diese Beschlüsse noch nicht endgültig. „Diese Länder äußerten tatsächlich den Wunsch, bei sich Stäbe zu stationieren, doch auch Polen schlug ein eigenes Territorium vor. Zurzeit gibt es noch keinen Beschluss, Varianten werden besprochen“, so die Quelle.

    Zudem trafen die Nato-Minister am Mittwoch einen prinzipiellen Beschluss über die Bildung eines so genannten Zentrums für Cyberoperationen. Wie bekannt wurde, wird sich diese Struktur nahe dem Nato-Hauptquartier SHAPE im belgischen Mons befinden. Nato-Chef Jens Stoltenberg bestätigte diese Informationen und sagte, dass dieser Beschluss endgültig sei. Die Idee der Reform dieses Systems sei ebenfalls mit der „aggressiven Politik Russlands“ verbunden, hieß es in der Allianz.

    Die Minister besprachen zudem aktiv die Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Auf Druck des Verbündeten USA übernahmen die Nato-Mitglieder im vergangenen Jahr Verpflichtungen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben. „Ich begrüße die Pläne der USA zur Erweiterung der Präsenz in Europa, darunter das Niveau der militärischen Mittel, Erweiterung der Übungen, Erhöhung der Zahl von Technik und Munition. Das gibt den Europäern Antrieb, die Anstrengungen in dieser Richtung auszubauen“, sagte Stoltenberg am Mittwoch.

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    Tags:
    Sitzung, Schutz, Verteidigung, Aggression, Cybersicherheit, NATO, Jens Stoltenberg, Brüssel, Russland
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