01:17 18 Juli 2018
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    Russische Soldaten bewahren Konvoi mit der humatären Hilfe in Ost-Ghuta

    Russlands Generalstab warnt USA: Bei Angriff auf Damaskus wird zurückgeschossen

    © REUTERS / Omar Sanadiki
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    Der russische Generalstabschef, Waleri Gerassimow, hat die Verantwortlichen in Washington ermahnt, einen Angriff auf das Regierungsviertel in der syrischen Hauptstadt unbedingt zu unterlassen. Anderenfalls werde die russische Armee entschlossen eingreifen. Die Zeitung „Kommersant“ berichtet.

    Sollten russische Militärs in Syrien aufgrund eines US-Raketenangriffs gefährdet werden, würde nicht nur gegen die Raketen, sondern auch gegen deren Trägerplattformen das Feuer eröffnet – also gegen US-amerikanische Kampfschiffe und Kampfjets, erklärte Generalstabschefs Gerassimow laut dem Blatt.

    Vor der Erklärung des russischen Generals hatte die UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten, Nikki Haley, verkündet, Washington sei „zu neuen Handlungen hinsichtlich Syriens“ bereit. Die US-Botschafterin erinnerte in diesem Zusammenhang an den Tomahawk-Angriff der US-Navy auf die syrische Luftwaffenbasis Shairat nach dem Giftgasangriff auf die syrische Kleinstadt Chan Schaichun am 4. April 2017.

    Nach Washingtons Ansicht hat der syrische Präsident, Baschar al-Assad, die Verantwortung für die Giftgasattacke zu tragen. Die USA hätten die Luftwaffenbasis attackiert, weil der US-Sicherheitsrat keine Maßnahmen habe treffen können. Zwei US-Zerstörer feuerten damals 59 Tomahawk-Raketen aus dem Mittelmeer auf den Stützpunkt Shairat ab. Vier syrische Soldaten starben, mehrere syrische Kampfflugzeuge wurden zerstört.

    Ein ähnliches Szenario könnte sich nach Ansicht des russischen Generalstabchefs nun auch in Ost-Ghuta wiederholen. Terroristen würden derzeit eine Provokation in dieser Region vorbereiten. Dazu gehöre auch „die Inszenierung eines Giftgasangriffs“. Die USA hätten vor, diesen dann als Vorwand für eine Attacke auf das Regierungsviertel in Damaskus zu benutzen, sagte Gerassimow laut der Zeitung.

    Man habe zu diesem Zweck bereits Statisten in der Region versammelt, die die Opfer des fiktiven Giftgasangriffs darstellen sollen. „Auch die Weißhelm-Aktivisten sind bereits vor Ort, ebenso wie Kamerateams mit spezieller Ausrüstung zur Satellitenübertragung von Videomaterial“, sagte Gerassimow. Die Informationen seien über Geheimdienstkanäle erhalten und von mehreren Quellen bestätigt worden.

    Zudem sei in der von Terroristen jüngst befreiten Ortschaft Aftriz eine Werkstatt zur Herstellung chemischer Waffen entdeckt worden, die bei der geplanten Inszenierung eingesetzt werden sollten. Den Einsatz der verbotenen Stoffe wollten die USA dann der syrischen Regierung vorwerfen, um einen Raketenangriff auf das Regierungsviertel in Damaskus zu rechtfertigen.

    Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, hat die USA eindringlich vor solchen Schritten gewarnt: „Die Folgen werden sehr schwer sein“, sagte er am Dienstag laut dem Blatt. General Gerassimow erinnerte: In der syrischen Hauptstadt halten sich russische Militärberater, Armeepolizisten und Vertreter des Russischen Versöhnungszentrums auf.

    „Sollte das Leben unserer Militärs bedroht werden, werden Gegenmaßnahmen zur Einwirkung sowohl auf die Raketen als auch auf die Trägerplattformen, die sie einsetzen werden, ergriffen“, sagte er laut der Zeitung. Damit hat der russische Generalstabschef US-amerikanische Kampfschiffe und —flugzeuge erstmals als zu vernichtende Ziele eingestuft, sollten sie tatsächlich bei einem Angriff auf Damaskus zum Einsatz kommen.

    Russische Spezialisten haben ihre syrischen Kollegen 2015 bei der Modernisierung der in der Umgebung von Damaskus stationierten Luftabwehrsysteme unterstützt. Um einen massiven Raketenbeschuss abzuwehren, reichen die Möglichkeiten dieser Systeme jedoch nicht aus. Auch deshalb hat Moskau Washington vor einem Angriff auf die syrische Hauptstadt gewarnt.

    Überdies wird die Fregatte „Admiral Essen“ den russischen Marineverband im Mittelmeer in Kürze verstärken. Dieses Kampfschiff hat Lenkflugkörper vom Typ „Kalibr-NK“ an Bord. „Den Amerikanern muss klar sein, dass diese Raketen Seeziele bekämpfen können, auch Kreuzer“, sagte ein Sprecher des Generalstabs der russischen Marine laut dem Blatt.

    Unterdessen hat der russische Generalstabschef, Waleri Gerassimow, mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen, Joseph Dunford, telefoniert und die Lage in Ost-Ghuta besprochen. Die beiden Generäle haben vereinbart, weiter in Kontakt zu bleiben.

    Experten schätzen die Wahrscheinlichkeit eines direkten militärischen Konflikts zwischen Russland und den USA indes als gering ein. Der Politologe Michail Troizki sagte, US-Präsident Trump müsse zwar seine Entschlossenheit demonstrieren, auf eine „symmetrische Gegenmaßnahme“ werde Moskau jedoch höchstwahrscheinlich verzichten – „insbesondere, wenn Washington über seine Pläne vorzeitig informiert“.

    Der Militärexperte Wiktor Murachowski ist überzeugt, dass beide Seiten Eskalationen unbedingt vermeiden wollten: „Der Schlagabtausch zwischen den USA und Russland findet über TV- und Medienkanäle statt. Auf der echten Kampfarena unternehmen die Vereinigten Staaten alles, um Russlands Vertreter nicht einmal versehentlich zu streifen. Und auch für uns ist die Eskalationsvariante inakzeptabel“, sagte er laut der Zeitung.

    Der Chef-Redakteur der Fachzeitschrift „Moscow Defence Brief“, Michail Barabanow, erinnert an die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland, die in dieser Situation auch eine Rolle spielen: „Bis zum 18. März werden die USA von einem Beschuss absehen. Und bis dahin wollen Moskau und Damaskus die restlichen Kessel in Ost-Ghuta endgültig erdrückt haben“, sagte er laut der Zeitung.

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    Tags:
    Zerstörungen, Luftangriffe, Konflikt, Opfer, Tomahawk-Rakete, Syrien, USA, Russland
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