04:08 17 Dezember 2018
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    Russland Ehrenwache beim Kreml (Archiv)

    Mit Anti-Russen-Glauben in den Abgrund: Westen führt die Welt in die Katastrophe

    © AFP 2018 / Mladen ANTONOV
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    Eine neue Bezeichnung hat die Religion, die sich gerade von Nordamerika über die britischen Inseln bis nach Europa ausbreitet, noch nicht. Von „Russophobie“ müsste deren Name aber stammen. Was den Anhängern dieser Religion blüht, ist leider nicht das Seelenheil, sondern das Verderben, in das sie die ganze Welt mit sich reißen.

    Das Glaubensbekenntnis der neuen Religion: „Russland hat immer Schuld an allem“. Wie manch eine andere Glaubenslehre, braucht auch diese keine Beweise. Je nach Denkvermögen geben sich ihre Anhänger mit bloßen Behauptungen ihrer „Propheten“ zufrieden. Oder mit einfältigen und einseitigen Antworten auf die Frage „Wem nützt es?“.

    Was Russland nützt, so schreien es die „Propheten“ in die Welt hinaus, ist die Vergiftung von Sergej Skripal zum Beispiel (nur dass Russland selbst davon bislang nicht viel merkt).

    So predigt John McCain, man müsse die „grausame Wirklichkeit“ erkennen, dass Putin sich nicht geniere, „an einem von seinem Staat geplanten Mord teilzunehmen und das Leben unschuldiger Zeugen in Gefahr zu bringen“.

    Auch Russen werden vom Anti-Russen-Glauben befallen: „Putin hat das befohlen oder – was auch denkbar ist – Putin hat die Kontrolle über seine Geheimdienste verloren“, orakelt Michail Chodorkowski.

    Beweise? Überflüssiger Firlefanz in der reinen Glaubenslehre.

    Und auch Journalisten westlicher Zeitungen folgen den „Weissagern“ und lassen Beweise vermissen: „Möglich, dass Russland gar nicht hinter dem Anschlag auf Skripal steckt, aber die Verdächtigungen kommen dem Kreml paradoxerweise gerade gelegen. Sie verstärken jene Wagenburg-Mentalität, auf der Putins ganze Wahlkampagne aufgebaut ist: Die Welt ist gegen uns, und nur einer ist in der Lage, ihr die Stirn zu bieten“ – so legt Julian Hans von der „Süddeutschen“ das Anti-Russen-Dogma aus.

    Was ist schon dabei, dass der russische Präsident vor kurzem erst in seiner Jahresansprache von Offenheit, von besserer Sozial- und Wirtschaftspolitik sprach – und von den Möglichkeiten, die Russland auch ausländischen Fachleuten bietet. Wen interessiert es schon, dass die Landesverteidigung erst im zweiten Teil der Putin-Rede Thema war.

    Das Denkmuster „Alle Welt gegen uns“ ist in Putins Wahlprogramm nicht zu finden. Im Gegenteil: Der Präsident betont unentwegt, dass Russland – trotz aller US-Versuche, es zu isolieren – mehr Freunde hat als Gegner.

    Es erstaunt nur, dass diese Religion in den westlichen Ländern so viele Anhänger findet. Offenbar braucht der Durchschnittsbürger einen klaren und gemäßigt gefährlichen Gegner. Terroristen passen in diese Rolle nicht ganz so gut: Unberechenbar sind sie – und verhandeln kann man mit ihnen auch schlecht.

    Da muss halt „der Russe“ als Prügelknabe herhalten. Bequem war er als solcher schon immer: Nicht allzu gefährlich, verhandlungsfähig und die Weltherrschaft beansprucht er für sich auch nicht (entgegen den Briten und Amerikanern).

    Das Problem dieser neuen Religion ist ja, dass sie immer wieder „Wunder“ braucht, die dann in rechter Weise von „Propheten“ interpretiert werden. Eben deshalb ist Russland immer wieder mal schuld – mal an der über dem Donbass abgeschossenen Boeing, mal an Wahlergebnissen irgendwo auf der Welt oder vor kurzem erst am „Staatsdoping“. Und jetzt hat Putin eben den Tod von Skripal befohlen – oder auch nicht befohlen: Ist egal, schuldig ist er sowieso.

    Nun gut, solange der Glaube an den bösen Russen nur so zum Einschüchtern der eigenen Bevölkerung dient, richtet er ja noch keinen großen Schaden an. Zumal Wahlergebnisse und —umfragen in Europa und den USA zeigen, dass dieser „Glaube“ bei der Mehrheit der Bürger gar nicht greift.

    Doch kann auch eine aktive Minderheit die Welt verändern. Wir wissen noch zu gut, was passiert, wenn ein Mensch plötzlich an die Macht kommt, der unerschütterlich daran glaubt, die Welt werde ohne Juden eine bessere sein…

    Was passiert eigentlich, wenn in einer westlichen Atommacht ein Mensch an die Macht gelangt, der ebenso davon überzeugt ist, dass Russland immer und allen Böses will? Unberechenbar wären die Folgen, aber in jedem Fall katastrophal – nicht nur für Russland, sondern für die ganze Welt.

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    Tags:
    Katastrophe, Vergiftung, Konflikt, Russophobie, Sergej Skripal, John McCain, Europa, USA, Russland