00:23 21 November 2018
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    US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus (Archivbild)

    Angriff auf den Weltraumfrieden: Trump verspricht Star Wars-Armee

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    Die Vereinigten Staaten benötigen Weltraumtruppen ebenso wie das Heer, die Marine und die Luftwaffe. US-Präsident Trump hat dies bei einem Treffen mit Marines in Kalifornien erklärt. In den USA soll also eine neue Truppengattung entstehen. Nicht umsonst sind Weltall-Kriege in der Sicherheitsstrategie Washingtons einprogrammiert.

    Ob die USA demnächst ein interstellares Raumschiff mit Laserwaffen in den Erdorbit entsenden, sei dahingestellt. Dass die Vereinigten Staaten planen, das Weltall nicht nur friedlich, sondern auch als Schlachtfeld zu nutzen, sagte US-Präsident Trump indes in aller Klarheit: Seine neue nationale Weltraumstrategie lasse es zu, „dass im Weltall Kampfhandlungen wie zu Lande, zu Wasser und in der Luft vorgenommen werden können. Wir könnten sogar Weltraumtruppen haben“, sagte er am 14. März vor Marineinfanteristen der US-Navy in San Diego.

    Fachleute sind, was die Schlagkraft der neuen Truppengattung angeht, noch ziemlich skeptisch:

    „Die Gründung von Weltraumtruppen bedeutet in der gegenwärtigen Etappe wohl eher die Erweiterung unserer Möglichkeiten bei Aufklärung und Cybersicherheit. Bis zur umfassenden Kriegsführung im nahen und fernen Weltraum ist es noch ein weiter Weg“, sagt Sean O’Keefe, ehemals Nasa-Administrator und hochrangiger Navy-Mitarbeiter unter George W. Bush.

    Aber: Großen finanziellen Aufwand oder massive Umstellungen in der Organisationsstruktur der US-Armee würde die Gründung von Weltraumtruppen nicht erfordern, ist er überzeugt.

    Von der militärischen Nutzung des Weltraums träumt das Pentagon jedenfalls schon lange. Noch in den Sechzigerjahren schlug die US Air Force das Konzept einer bemannten Raumstation vor, doch wollte die Nixon-Regierung nichts davon wissen. Unbemannte Weltraummissionen galten damals als wirksam genug, als dass der teure Daueraufenthalt von Einsatzkräften im All finanziert worden wäre.

    Waffen im Weltraum: pro und contra

    Darin sind sich viele US-Spezialisten einig: Haben die USA erst einmal Weltraumtruppen geschaffen, wird es deutlich schwieriger sein, den Erdorbit als Friedenszone zu erhalten. Die MIT-Professorin Dava Newman, Expertin für Nasa-Raumfahrtprogramme, besteht auf der ausschließlich friedlichen Nutzung des Weltalls. „Der Kosmos ist für Forschung und die allgemeine Entwicklung der Menschheit bestimmt“, sagt sie. „Wir müssen aus unseren Fehlern auf der Erde lernen und das Weltall als friedlich erhalten.“

    Dennoch sind die Befürworter einer Militarisierung des Weltalls in den USA in der Mehrzahl. Schließlich ist das Weltall für die Vereinigten Staaten so etwas wie die Achillesferse: Die USA sind in höchstem Maße von Weltraumtechnologien abhängig.

    Eine Störung des Navigationssystems GPS zum Beispiel hätte fatale Folgen für ganze Kontinente: Von dem Verkehrschaos abgesehen, würden digitale Kommunikationsnetze zusammenbrechen ebenso wie Versorgungs- und Finanzsysteme. Man stelle sich nur vor, was passiert, wenn kein Smartphone, kein Kartenterminal und kein Geldautomat mehr funktioniert.

    Für die post-industrielle Welt könnte ein Angriff auf das GPS-Netz eine Katastrophe von apokalyptischem Ausmaß bedeuten. Und dann umkreisen ja noch militärische Kommunikations- und Aufklärungssatelliten die Erde.

    Insofern seien bewaffnete Raumschiffe, die im Erdorbit patrouillieren, keine allzu ferne Zukunftsmusik mehr, sagt der Analyst Konstantin Makijenko. Sie könnten mit kleinkalibrigen Bordkanonen bestückt werden, die Weltraumsatelliten auch auf große Entfernung bekämpfen könnten. Nicht ausgeschlossen, dass die Weltraum-Jäger auch mit Lenkraketen und prinzipiell neuem Gerät bewaffnet würden.

    Eines steht jedenfalls fest: In zukünftigen Kriegen wird die Kampfüberlegenheit im Weltraum auch über militärischen Erfolg auf der Erde entscheiden.

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    Tags:
    Krieg, Weltraum, Strategie, Bildung, Weltraumtruppen, Star Wars, US-Armee, Pentagon, NASA, George H. W. Bush, Richard Nixon, Donald Trump, USA