06:56 24 April 2018
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    Ein Polizist im Gebäude des US-Kongresses

    Casus Belli für USA: Drei mögliche Ursachen für globale Katastrophe

    © REUTERS / Eric Thayer
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    In der letzten Zeit werden unter jungen Aktivisten vor allem zwei Nachrichten diskutiert – der Skandal um Facebook-Datenschutz und wer Beyoncé ins Gesicht geschlagen hat. Aber es gibt drei weitere jüngste Ereignisse, die auf den Gedanken bringen, dass wir uns auf dem Weg zum Dritten Weltkrieg befinden. Das berichtet das Portal Vestifinance.ru.

    Während des Wahlkampfes in den USA schien: Falls Hillary Clinton gewinnt, ziehen die USA sicher in den Dritten Weltkrieg. Weniger wahrscheinlich galt damals, dass Donald Trump die USA in einen Krieg gegen Russland drängt, doch anscheinend entwickelt sich alles gerade in dieser Richtung.

    Handelszölle

    Trumps Erlass zur Vorbereitung eines „Handelskrieges“ gegen China löste den Absturz der Aktienmärkte aus, darunter auch amerikanischer. Gibt es eine Chance auf Versöhnung in diesem Handelskrieg?

    Die USA befinden sich bereits in einem Finanzkrieg mit China wegen der Handelszölle, die die Regierungen zum Kampf gegeneinander aufstellen. Präsident Trump will den globalen Handel zugunsten der USA umgestalten, China will dabei nicht den Kürzeren ziehen.

    Das letzte Mal, als die USA in einen großen Handelskrieg zogen, endete alles mit der Großen Depression, berichtet CNN. Der letzte Handelskrieg der USA führte zur Großen Depression in den 1930er Jahren, als die Arbeitslosenquote auf 25 Prozent stieg. Der Kongress erklärte damals, es gehe um den Schutz der Arbeitsplätze der USA, und verabschiedete 1930 den Smoot–Hawley Tariff Act. Ursprünglich war der Gesetzentwurf für den Schutz der Landwirte bestimmt.

    Doch beim Streben, politische Unterstützung zu bekommen, riefen viele Gesetzgeber zur Einführung von Zöllen auf alle Warentypen im Tausch gegen ihre Stimmen auf. Einige Länder wie Kanada verhängten hohe Zölle für im Ausland zu verkaufende US-Waren. Der US-Export von Eiern nach Kanada fiel von 919.000 im Jahr 1929 auf 7900 im Jahr 1932.

    Im Ergebnis verringerte sich der US-Import in den zwei Jahren nach der Verabschiedung des Smoot–Hawley Tariff Acts um 40 Prozent. Die Arbeitslosenquote schnellte nach oben. Wirtschaftsexperten zufolge führte die Verabschiedung dieses Gesetzes dazu, dass die Große Depression viel schwerer verlief, als wenn es dieses Gesetz nicht gegeben hätte.

    Was geschah am Ende der Großen Depression? Der Zweite Weltkrieg. Das führte zum Ende der hohen Arbeitslosigkeit und zu enormen Ausgaben, die die Wirtschaft überfluteten. Dank den Verteidigungsausgaben ist in Kriegszeiten immer ein BIP-Wachstum zu erkennen. Doch das ist einer der schrecklichsten Wege, um die Wirtschaftssituation zu verbessern.

    Öl-Yuan

    Petro-Yuan: China plant Schlag gegen US-Währung
    © REUTERS / Thomas White/Illustration
    Nach dem Stand vom 27. März haben die USA den Status des Öl-Dollar verloren. Jetzt hat der Öl-Dollar einen Konkurrenten in Form des Öl-Yuans. Früher konnte man Öl weltweit ausschließlich für Dollar kaufen. Das förderte einen hohen Dollar-Wert. Doch jetzt kaufen Russland und China Öl mit Yuan. Andere Länder könnten ihrem Beispiel folgen, weil die USA die Beziehungen mit den meisten Ländern der Welt im vergangenen Jahrhundert verschlechtert haben.

    Was kann das für die USA bedeuten? Inflation. Sollte der Dollar im globalen Ausmaß abstürzen, würde das bedeuten, dass die gesamten Importe der USA teurer werden. Und dass die USA bereit sein würden, zum Schutz des Öl-Dollars in einen Krieg zu ziehen, wie bereits in vielen Artikeln geschrieben wurde.

    Ausweisung russischer Diplomaten

    Die USA haben 60 russische Diplomaten ausgewiesen. Die Gegenmaßnahmen gegenüber den USA umfassen eine ähnliche Zahl an Diplomaten und die Schließung des Konsulats in St. Petersburg. Das teilte der russische Außenminister Sergej Lawrow mit.

    Trump hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem die USA Großbritannien folgten und Russland den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal und dessen Tochter Anfang März vorwarfen.

    Das begann elf Tage nachdem die Trump-Administration erste Sanktionen gegen Russland wegen der angeblichen Einmischung in die Präsidentschaftswahlen 2016 in den USA verhängte.

    „Die USA unternahmen diese Handlungen zusammen mit unseren Verbündeten und Nato-Partnern in der ganzen Welt als Antwort auf die Nutzung von Chemiewaffen durch Russland auf dem Territorium Großbritanniens, was zum letzten Schritt bei der Tendenz zur Destabilisierung der Aktivitäten in der ganzen Welt wurde“, hieß es in einer Mitteilung der Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders.

    Russland, der beliebteste Sündenbock in der letzten Zeit, weist eine Beteiligung an dem Giftanschlag zurück. „Es wäre eine absolute Dummheit, wenn sich jemand in Russland so etwas vor den Wahlen und der Fußball-WM erlaubt hätte“, sagte Wladimir Putin nach dem Sieg bei der Präsidentschaftswahl. „Wir haben den gesamten Bestand an Chemiewaffen vernichtet“, sagte er und wies die Behauptung Großbritanniens zurück, dass nur Moskau hinter dem Anschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia stehen kann.

    In Bezug auf die vielen russischen Diplomaten, die aus verschiedenen Ländern der Welt ausgewiesen wurden, versprach Russland eine Antwort. Ein nicht genannter Vertreter des russischen Außenministeriums kritisierte die Beschlüsse der EU- und Nato-Länder, die Botschafter auszuweisen und bestätigte, dass Russland auf jedes Land reagieren wird, das Diplomaten ausweist, und warnte, dass diese Handlungen nicht ohne Antwort bleiben werden.

    Die Verbündeten Großbritanniens „folgen blind“ dem Prinzip der euro-atlantischen Einheit. Zudem erklärte der Botschafter Russlands in Washington, Anatoli Antonow, dass die USA nur die Sprache der Stärke verstehen.

    „Ich habe in meiner Erklärung im Außenministerium deutlich gemacht, dass ich diese Handlungen für unproduktiv halte. Ich habe gesagt, dass die USA einen sehr schlechten Schritt unternehmen, indem sie das Wenige zerstören, was in den russisch-amerikanischen Beziehungen übrig geblieben ist“, sagte er.

    Unabhängig davon, ob Russland für die Vergiftung seines ehemaligen Agenten Verantwortung trägt oder nicht, können dieser Vorfall und die Gegenmaßnahmen zu einem Krieg führen.

    Präsident Trump holt kriegslüsterne Hardliner in die Administration

    Das Weiße Haus bereitet sich anscheinend auf einen Krieg vor. Trump tauschte vor kurzem seinen Berater für nationale Sicherheit aus. Viele waren erschüttert, als Trump McMaster in die Wüste schickte und ihn durch den Militaristen John Bolton ersetzte.

    Bolton gehört wie Jeff Sessions und Mike Pompeo zu den weniger guten Personalien im Weißen Hauses. Bolton war UN-Botschafter unter George Bush. Im Laufe vieler Jahrzehnte fiel er vor allem dadurch auf, dass er aggressive Militäreinsätzen befürwortete. Zusammen mit dem ehemaligen CIA-Chef Mike Pompeo werden diese beiden die USA in einen blutigen und grausamen Krieg hineinziehen.

    Nicht zufällig soll Mike Pompeo zum neuen Außenminister ernannt werden. Bolton und Pompeo könnten als Berater Trumps auf militärischen Lösungen in der nordkoreanischen und iranischen Frage bestehen. Man kann nur ahnen, welche Folgen das für die USA haben würde.

    Wir wissen, welche außenpolitischen Vorstellungen Bolton hat. Um zu verstehen, in welche Richtung Bolton denkt, sollte man sich an seinen „New York Times“-Artikel aus dem Jahr 2015 unter dem Titel „Iranische Bombe stoppen, Iran zerbomben“ sowie an seinen „Wall Street Journal“-Artikel „Legitimes Recht, um als erste Nordkorea anzugreifen“ erinnern.

    Obwohl es schien, dass wir uns vorwärts bewegen, als Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un auf Verhandlungen mit Trump einging, um atomar abzurüsten, machen wir gerade mehrere Schritte zurück mit diesem neuen „Kriegskabinett“. Zu dieser Bezeichnung griff Patrick Buchanan, Berater von drei US-Präsidenten.

    Präsident Donald Trump wird wohl ein Kriegskabinett zusammenstellen. Trump versprach, den Atomdeal mit dem Iran aufzukündigen und im Mai Sanktionen zu verhängen. Sein neuer Berater für nationale Sicherheit, John Bolton, rief zu präventiven Schlägen und „Regime-Wechsel“ auf.

    Mike Pompeo nennt den Iran einen „schrecklichen Polizeistaat“, eine „despotische Theokratie“ und „Avantgarde eines mörderischen Imperiums, das seine Macht und seinen Einfluss im Nahen Osten erweitert“. Trumps beliebtester arabischer Herrscher, der 32 Jahre alte saudische Prinz Mohammed bin Salman, nennt Ayatollah Chamenei den „Hitler des Nahen Ostens“.

    Netanyahu nennt den Atomdeal mit dem Iran eine Lebensbedrohung für Israel. Der Iran ist ihm zufolge die größte Bedrohung für unsere Welt. UN-Botschafterin Nikki Haley folgt ihnen allen.

    Die USA haben in der Vergangenheit ihre Wirtschaftsprobleme gelöst, indem Kriege begonnen wurden. Wird diesmal alles anders sein?

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