02:11 21 April 2018
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    Mann feuert Kalaschnikow an einem Schießstand im US-Bundesstaat Wisconsin

    Banden wollen Russen-Knarren: Pentagon lässt russische Schusswaffen nachbauen

    © AFP 2018 / Karen Bleier
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    Washington hat erkennbar ein Problem: Die US-geführten Kämpferbanden in Syrien und anderswo würden gern mit russischen Waffen kämpfen. Da das Pentagon die Kalaschnikows nicht einfach beim Hersteller in Russland kaufen kann, um die Guerillas damit zu beliefern, werden Rüstungsfirmen in den USA damit beauftragt, russische Waffentypen nachzuahmen.

    800 Millionen Dollar will das Pentagon in diesem und im nächsten Jahr vom US-Kongress bekommen, um die Kämpfergruppen in Syrien auszubilden und auszurüsten. Ein guter Teil dieses Geldes soll dafür ausgegeben werden, russische Sturm- und Maschinengewehre, Scharfschützenflinten und Panzerabwehrwaffen einzukaufen, für circa 115 Millionen Dollar insgesamt.

    Allein vom Kalaschnikow-Klassiker, dem AK-47-Gewehr, sollen 62.000 Stück beschafft werden – genug für mindestens drei Divisionen. Außerdem auf der Wunschliste des Pentagon: Das schwere PK-Maschinengewehr von Kalaschnikow, Handgranatwerfer RPG-7 und die legendären Scharfschützengewehre von Dragunow. Das entsprechende Schießmaterial darf natürlich nicht fehlen: 15 Millionen Stück 7,62-mm-Standard-Munition sollen Pentagon-Plänen zufolge besorgt werden.

    Auf dem Weltwaffenmarkt gibt es bereits etliche Kopien russischer Maschinengewehre. China und Serbien etwa stellen sie in Lizenz her, Bulgarien flutet den Markt mit Raubkopien. Jetzt wollen eben auch die USA ins Geschäft einsteigen.

    Die Ausrüstung von US-Verbündeten in Kampf- und Krisengebieten verantwortet normalerweise eine Sonderabteilung des amerikanischen Verteidigungsministeriums, das United States Special Operations Command, USSOCOM. Dieser Fachbereich formuliert auch die Anforderungen an die zu beschaffenden Waffentypen.

    Demnach sollen US-Rüstungsfirmen zunächst einmal prüfen, ob es machbar wäre, das Kalaschnikow-MG Kaliber 7,62 und das Großkalibergewehr NSW für die 12,7-mm-Munition innerhalb der Vereinigten Staaten abzupausen und nachzubauen.

    Möchte ein Hersteller sich an diesem Programm beteiligen, wird er verpflichtet, „fünf völlig funktionsfähige Prototypen mit dazugehöriger Munition zu entwickeln, die dem russischen Großkalibergewehr NSW ähneln“. Auch eine Serienfertigung dieser Waffentypen muss möglich sein. Absolute Voraussetzung ist, dass die Waffen innerhalb der Vereinigten Staaten gebaut werden, unter Einsatz ausschließlich US-amerikanischer Arbeitskräfte.

    Übrigens: Der schon heute produzierende US-amerikanische Hersteller Kalashnikov USA (K-USA) hat – außer des Namensgleichklangs – mit dem russischen Waffenbauer nichts zu tun. Dies hat der russische Kalaschnikow-Konzern bereits mehrmals erklärt.

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    Tags:
    Nachbau, US-Produktion, Produktion, Rebellen, Waffenlieferungen, AK-47, RPG-7, Kalaschnikow, Special Operation Command (USSOCOM), Kalaschnikow, US-Kongress, Syrien, Russland, USA