09:06 26 September 2018
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    US-Flugzeugträger (Symbolbild)

    „Schwerer als vor einem Jahr“: Experten über möglichen US-Schlag gegen Syrien

    © AP Photo / Petr David Josek
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    Der erneute Raketenschlag der US-Navy gegen Syrien könnte schwerer sein und länger dauern als der Angriff auf die Luftwaffenbasis in der syrischen Provinz Homs vor einem Jahr. Zudem könnten sich Frankreich und weitere EU-Länder der US-Attacke anschließen.

    Mehrere Schläge innerhalb mehrerer Tage – so könnte das Szenario des erneuten Raketenangriffs der USA gegen Syrien aussehen, schreiben Experten der US-Denkfabrik Stratfor auf der Webseite ihres Zentrums.

    Für einen massiveren und länger andauernden Angriff würden eventuell größere Ressourcen benötigt als vor einem Jahr beim Bombardement der Luftwaffenbasis al-Schairat. Die Partnerländer der US-geführten Anti-IS-Koalition könnten sich dem Angriff gegen Syrien anschließen – allen voran Großbritannien und Frankreich. Auch Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate kämen dafür in Frage.

    Als mögliche Ziele seien vier Luftwaffenstützpunkte in Syrien denkbar: die Basen ad-Dumair, al-Mardsch, Ruhail und Mezze. Diese würden mit dem syrischen Chemiewaffenprogramm in Verbindung gebracht, schreibt Stratfor.

    USS Donald Cook (Archivbild)
    © Foto : U.S. Navy/ Mass Communication Specialist 1st Class Theron J. Godbold
    Ähnliches berichtet auch die „New York Times“: Dem US-Präsidenten seien mehrere Varianten der Gewaltanwendung gegen Syrien vorgelegt worden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus. Die Agentur Associated Press berichtet, Präsident Trump habe die mögliche Attacke mit den Regierungen Großbritanniens und Frankreichs besprochen. Jedoch habe bislang keiner der Staats- und Regierungschefs eine endgültige Entscheidung getroffen.

    Die britische Premierministerin Teresa May hat erklärt, ohne ausreichende Beweise für den Einsatz von C-Waffen durch syrische Regierungstruppen dürfe kein Angriff gegen Syrien erfolgen. Dies sagte May laut der Zeitung „The Times“ bei einem Telefonat mit Trump am Dienstag.

    Ein Sprecher des syrischen Versöhnungszentrums des russischen Verteidigungsministeriums sagte am Dienstag, die Sanitäts- und die ABC-Schutztruppen hätten keine Hinweise und Opfer eines Chemiewaffeneinsatzes im syrischen Duma gefunden.

    In der Nacht zum 11. April hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen über eine Syrienresolution der Vereinigten Staaten abgestimmt. Washington hatte vorgeschlagen, die Expertengruppe auszutauschen, die die mutmaßlichen C-Waffen-Einsätze in Syrien untersucht. Russland und Bolivien stimmten gegen den Resolutionsentwurf, zwölf Mitglieder des Sicherheitsrats waren dafür, China enthielt sich der Stimme.

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    Tags:
    C-Waffen-Einsätze, Raketenschlag, Beweise, Luftwaffenstützpunkt, AP, The Times, Theresa May, Syrien, USA, Russland