00:29 10 Dezember 2018
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    Stapellauf des U-Boots (Symbolbild)

    Russischer Schiffbauer zeigt Design von Zukunfts-U-Boot

    © Sputnik / Igor Russak
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    Dass die nächste Generation russischer U-Boote im Wesentlichen bereits konzipiert wurde, ist seit Ende letzten Jahres bekannt. Wie die künftigen Unterseeboote – Codename „Husky“ – aussehen werden, blieb bislang aber geheim. Ein im Netz aufgetauchter Entwurf könnte das Geheimnis lüften.

    Schon einmal hat der russische Schiffbauer „Malachit“ aus St. Petersburg in einem Fachartikel das Design eines Zukunftsprojekts enthüllt: Das Bild eines U-Boots der Jassen-Klasse, das in den 1990er Jahren in einer russischen Zeitschrift erschien, entsprach sehr genau dem später tatsächlich gebauten Schiff.

    Unterseeboote – Codename „Husky“
    © Foto : malachite-spb.ru/Screenshot
    Unterseeboote – Codename „Husky“

    Insofern lässt auch der jetzt aufgetauchte Entwurf auf das Design des neuen russischen U-Boots schließen. Was daran sofort auffällt, ist die ungewöhnliche, eckige Form der Kommandobrücke: Dies soll die Radarsignatur des Schiffes bei Überwasserfahrt reduzieren. Die Höhenruder im Vorderteil des U-Boots sind offensichtlich einklappbar. Im unteren Bugteil ist eine rätselhafte Ausbuchtung zu erkennen – möglicherweise die Sonarantenne.

    Aber das Wichtigste: Die „Huskys“ sollen mit Robotern für den Einsatz zu Wasser und zu Lande sowie mit neuesten Hyperschallwaffen bestückt werden, sagt der Experte Ilja Kramnik vom Fachblatt „Warhead“.

    „Dem Entwurf nach zu urteilen sind die Startvorrichtungen für die Lenkwaffen im Vorder- und Mittelteil des U-Boots angeordnet. Im Bug wird offensichtlich eine Startplattform für acht Kalibr-Raketen verbaut, wie sie auch auf Kampfschiffen verwendet wird“, sagt der Fachmann.

    Weitere Raketensilos seien unter den acht Luken im mittleren Rumpfteil untergebracht. „Unter jeder dieser Luken könnte sich ein Startcontainer für je vier Zirkon- oder fünf Kalibr-Raketen befinden“, sagt der Experte. „Somit könnte das Arsenal des künftigen U-Boots aus bis zu 48 Lenkwaffen unterschiedlichen Typs bestehen.“

    Außerdem ist im vorderen Rumpfteil etwas abgebildet, das nach Torpedorohren aussieht. „Aber beim echten U-Boot wird für die Torpedos im Bug kein Platz mehr vorhanden sein. Dort wären ja bereits die Startsilos für die Raketen eingebaut“, erklärt Kramnik. Startcontainer für Täuschkörper könnten dort aber Platz finden. Dabei handelt es sich um Drohnen, „die die Geräusche eines U-Boots imitieren“, um den Gegner zu täuschen.

    Die Torpedos würden entweder an den Seiten im Mittelrumpf platziert. Oder die Ingenieure haben eine völlig neue Methode gefunden: „Die Torpedos könnten aus dem Rumpf nach unten abgesetzt werden, ähnlich den Marschflugkörpern, die von strategischen Bombern abgefeuert werden“, sagt der Experte.

    Das Heck des künftigen U-Boots mit der ummantelten Antriebsschraube ist offenbar mit dem Heck der Jassen-Klasse identisch.

    Bleibt noch die Frage, wann das U-Boot mit dem futuristischen Design in Serie geht. „Vielleicht in zwei oder drei Jahren“, meint Ilja Kramnik.

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    Tags:
    Technologien, Entwicklung, U-Boote, Kalibr-Rakete, Jassen (U-Boot), Russland