14:56 25 September 2018
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    Bord der USS Harry Truman (Archiv)

    Mit Feuerkraft der Saudis: Trump plant Retourkutsche wegen Syrien-Flop – Quellen

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    Die US-geführte West-Koalition will nach dem gefloppten Syrien-Schlag eine Revanche. Eine „Friedenszone“ soll deshalb zu einem Schlachtfeld werden, verlautet aus syrischen Militär- und Diplomatenkreisen. Vorgesehen ist, dass Israel die Offensive aus der Luft und Saudi-Arabien mit einer Panzerarmada am Boden unterstützt.

    Es soll ein viel mächtigerer Luft- und Raketenschlag gegen den syrischen Staat werden: Neben den von US-Zerstörern im Mittelmeer abgefeuerten Tomahawks würden bei der Revanche auch die F/A-18 Super Hornets vom Bord der USS Harry Truman aus eingesetzt werden. Und am Boden würde eine Hybridoffensive gestartet.

    Wie aus syrischen Militär- und Diplomatenkreisen verlautet, ballen die Guerillas der Freien Syrischen Armee und die Islamisten der Al-Nusra-Front ihre Kräfte in der Gegend der südsyrischen Stadt Dar’a an der Grenze zu Jordanien zusammen. In diesem strategisch wichtigen „Deeskalationsdreieck“ sind in Richtung der syrischen Hauptstadt inzwischen mehrere hundert leichter und schwerer Panzerfahrzeuge sowie über 12.000 bestens vorbereitete Kämpfer konzentriert.

    Israelische Quellen berichten indes, die Rebellen in dieser Gegend hätten eine Einheit der Hisbollah angegriffen und zerschlagen. Dies geschieht mit dem einzigen Zweck, die Feldkommandeure der Hisbollah zu unverzüglichen Reaktionen zu provozieren, um den syrischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten anschließend den Bruch der Waffenruhe vorzuwerfen, die in der Deeskalationszone von Dar’a herrschen soll.

    Durch die unbewachte Grenze zu Jordanien werden die oppositionellen Rebellen uneingeschränkt Nachschub von ihren Verbündeten beziehen können – von den USA, Israel, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Auf diese Weise wird sich die Deeskalationszone in einen heißen Kriegsherd verwandeln, in dem die syrischen Regierungstruppen und die Hisbollah zermürbt werden sollen.

    Die einzige Möglichkeit, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, besteht in einer Blitzoffensive mit vorausgehender Vernichtung eines Dutzends Guerilla-Stellungen in den umliegenden Bergen und mit vorherigem Artilleriebeschuss der strategisch wichtigen Landverbindung zwischen den radikalen Rebellen und ihren Verbündeten in Jordanien und Israel.

    Durchaus wahrscheinlich ist es, dass die Offensive der radikalen Banden in Südsyrien nicht nur durch Präzisionsschläge der West-Koalition, sondern auch durch die an die syrisch-jordanische Grenze verlegten Bodentruppen der Saudis unterstützt wird. Denn es ist schon bezeichnend, dass die Spannungen in Südsyrien zugenommen haben, nachdem Donald Trump mit seinen Verbündeten am Golf Beratungsgespräche über die mögliche Ablösung der US-Truppen in Syrien durch ein gleichstarkes arabisches Kontingent geführt hatte.

    Dass die sunnitische Armee Saudi-Arabiens mit der Freien Syrischen Armee gemeinsam in den Kampf zieht, ist allerdings schwer vorzustellen. Kurdische Experten hatten im September 2017 bereits darauf hingewiesen, dass Riad die Kurden ausschließlich als Kanonenfutter im Kampf gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Milizen betrachtet. Auf so einen Verbündeten würden sich selbst die US-geführten Kurden kaum einlassen.

    Offensichtlich handelt es sich hier um eine weitere von US-Strategen sorgfältig geplante Aktion, die definitiv keinen Abzug der US-amerikanischen Truppen aus Syrien vorsieht. Ihr Ziel ist die Einführung zusätzlicher Kräfte in den Syrien-Krieg in Form von Bodentruppen Saudi-Arabiens, Katars und möglicherweise der Vereinigten Arabischen Emirate.

    Wenn das Guerilla-Kontingent im südsyrischen Deeskalationsdreieck auch dafür ausreicht, die syrischen Regierungstruppen in langanhaltende Kämpfe zu verwickeln – um zur syrischen Hauptstadt vom Süden vorzustoßen, reichen sie nicht. Sollten sich aber die besagten Golfstaaten der Offensive anschließen, könnte die Mannstärke der Regierungsgegner auf 50.000-70.000 Kämpfer steigen.

    Besonders brisant ist in diesem Zusammenhang der im Februar zwischen Moskau und Riad vereinbarte Deal zur Lieferung von Flugabwehrsystemen S-400. Für Russland bedeutet dies im Grund einen Schlag ins Gesicht von seinen „Partnern“ am Persischen Golf. Nur gut, dass die Systeme noch nicht geliefert wurden und Moskau die Möglichkeit hat, den Deal platzen zu lassen.

    Außerdem: Einige saudische Einheiten können in die Sicherheitszone Al-Tanf verlegt werden, von wo aus sie gemeinsame mit der West-Koalition und der Freien Syrischen Armee eine Offensive sowohl gegen Damaskus als auch in Richtung des Euphrats beginnen können. Gerade für diesen mit dem IS abgesprochenen Vorstoß fehlt es der US-geführten Koalition an Kampfpanzern. Saudi-Arabien könnte indes zwischen 50 und 100 Abrams stellen, die Vereinigten Arabischen Emirate könnten ihre französischen Leclerc-Panzer beisteuern.

    Der strategische Vorteil für die US-Amerikaner besteht hierbei eindeutig darin, dass für die Verlegung dieser Panzerarmada keine zwei Tage benötigt würden, wogegen die USA mindestens drei Wochen bräuchten, um die nötige Anzahl an Kampffahrzeugen heranzuschaffen.

    Neue Informationen über die Vorbereitung der südsyrischen Deeskalationszone könnten schon in den nächsten Tagen verfügbar sein. Denn am Abend des 19. April ist das Gebiet von einem US-amerikanischen Fernaufklärer RC-135 und einem israelischen AWACS-Jet G550 Eitam ausgespäht worden, die vom jordanischen Luftraum aus operieren.

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    Unterstützung, Reaktion, Luftangriff, Donald Trump, Israel, Saudi-Arabien, Syrien, USA, Russland