09:09 19 November 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Absolventen des Programms zur Entwicklung von Führungs-Personalreserven

    Personal gesucht: Putin setzt Standards für künftige Führungskräfte

    © Sputnik / Witali Belousow
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    Der Aufruf des russischen Präsidenten Wladimir Putin einen offeneren Wettbewerb bei der Auswahl von Führungskräften zu fördern, wird auf jetzige Realien projiziert. Dies berichtete der stellvertretende Direktor des Instituts für Geschichte und Politik der Moskauer Pädagogischen Staatlichen Universität, Dr. hist., Dozent Wladimir Schapowalow.

    „Bei der Auswahl der Führungskräfte für leitende Posten ist heute Konkurrenz von großer Bedeutung, wobei die Grundlage die Schaffung von Personal-Reserven bildet. Dabei sollen junge, initiativreiche und ambitionierte Menschen die Möglichkeit auf einen sozialen Aufstieg und eine Karriere haben – das integriert sie in die Führungselite. Es wird bereits vieles in diese Richtung unternommen. Das anschaulichste Beispiel dafür ist das Programm ‚Leader Russlands‘. Auch von der Russische Akademie für Volkswirtschaft und Öffentlichen Dienst beim Präsidenten der Russischen Föderation (RANEPA) werden mehrere Initiativen umgesetzt. Auf der Hand liegt, dass mehrere allgemeine Fächer zu diesen Studienprogrammen gehören sollen. Ohne bestimmte Grundelemente kann ein moderner Manager nicht effektiv arbeiten. Gerade diese Standards werden jetzt in den Basis-Programmen zur Ausbildung jungen Personals festgesetzt“, so der Experte.

    Russlands Präsident Wladimir Putin rief bei einem Treffen mit Absolventen des Programms zur Entwicklung von Führungs-Personalreserven der RANEPA, die für leitende Posten in russischen Subjekten ernannt wurden, zur gewissenhaften Arbeit und Respekt gegenüber den Bürgern auf. Zudem hob Putin hervor, dass auch offene Wettbewerbsinstrumente zur Auswahl der Führungskräfte auf allen Ebenen genutzt werden sollten.

    „Die Jurisprudenz muss als grundlegendes Element in der Ausbildung verankert werden. Dies wird den jungen Führungskräften ein klares Verständnis von juridischen Mechanismen und des Rechts in der heutigen Welt ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind natürlich Wirtschaftskenntnisse, ohne die heutzutage keine Tätigkeit auf einem hohen Posten mehr ausgeübt werden kann. Das dritte Element sind mit Kommunikation verbundene Kenntnisse und Kompetenzen, vor allem beim Zusammenwirken zwischen Staat und Gesellschaft. Viele Beamte der alten Schule zeigen keine Bereitschaft, einen effektiven Dialog mit der Gesellschaft zu führen. Diese Kunst der Kommunikation ist äußerst wichtig für heutige Manager“, so der Experte.

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    Erfahrung der Sowjetunion nutzen

    „Wir können im Rahmen des gültigen Gesetzes sowohl die kommunale als auch die regionale Führung beeinflussen. Sie soll aus ambitionierten und ergebnisorientierten Managern bestehen, die ihre Arbeit lieben und sich gegenüber den Bürgern respektvoll verhalten. Ich gehe davon aus, dass gerade sie solche Teams bilden werden“, sagte Putin.

    Auf der Veranstaltung waren Gouverneure der Gebiete Orlow, Iwanowo, Samara, Omsk, Nischni Nowgorod, Nowosibirsk sowie des Autonomen Bezirks der Nenzen anwesend. Der russische Staatschef hob zudem hervor, dass er mit ihnen auch Korrekturen des Ausbildungsprogramms an der RANEPA besprechen wolle. Auf diese Weise solle das Programm zur Ausbildung junger Führungskräfte effektiver und zielorientierter werden.

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    „Das sowjetische System hat viel Erfahrung mit der Personalausbildung, die bis heute aktuell ist. Dennoch muss zugegeben werden, dass in den 1970er- und 1980er-Jahren offensichtliche Probleme entstanden sind, durch die es zu Ausfällen im System kam. Doch im Ganzen war es ein sehr effektives Ausbildungsmodell – es versorgte das immense System der sowjetischen Volkswirtschaft mit Führungskräften“, sagte der Experte.

    Dabei sei das ganze Spektrum der sowjetischen Erfahrung von Interesse. Zum Beispiel die Methode, bei der junge und unvorbereitete Menschen gleich in Krisenbereiche geschickt worden wären, wo sich die Besten bewährt hätten und zu Leadern und Profis auf höchstem Niveau geworden seien. Heute würden solche Menschen Krisenmanager genannt und sich einer hohen Nachfrage erfreuen. Eine gezielte und langfristige Ausbildung von Profis – fast von der Schulbank an – hätte für einen Nachschub von Fachkräften gesorgt, die allmählich zu Managern aufgestiegen seien, so der Experte.

    Das System der höchsten Komsomol- und Parteischulen und die verschiedenen Gewerkschafts- und politischen Ausbildungskurse hätten einen sehr komplizierten Mechanismus geschaffen, der die ganze Struktur der sowjetischen Wirtschaft abgedeckt habe. Natürlich lebe man jetzt in einer anderen Zeit, in einer Epoche der Digitalisierung und Hochtechnologien, während in der Sowjetunion der Partei-Dogmatismus herrschte. Es wäre ein Fehler, die sowjetische Ausbildungsschule zu verdammen. Jedoch müsse sie überdacht und neu gestaltet werden. Die aktuellsten Elemente der damaligen Erfahrung sollten natürlich auch heute genutzt werden, so Schapowalow.

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    Tags:
    Ausbildung, Programm, Reserve, Personal, Führungskraft, Wladimir Putin, Russland