12:16 18 August 2018
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    Tankflugzeug Il-78 auf dem Hintergrund (Archiv)

    „Russland muss seine eigenen Flügel haben“: Iljuschin-Flugzeuge und ihre Leistungen

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    Argumenty i Fakty
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    In der Geschichte des russischen Flugzeugbauers Iljuschin, dessen Gründung sich im laufenden Jahr zum 85. Mal jährte, gab es viele beeindruckende Kapitel. Über einige davon berichtet der gegenwärtige Hauptkonstrukteur des Unternehmens, Nikolai Talikow.

    Talikow sagte der russischen Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“: „In der Zeit des Bestehens unseres Konstruktionsbüros wurden insgesamt rund 70.000 Flugzeuge gebaut. Das waren sowohl Langstreckenbomber und Erdkampfflugzeuge, die den Sieg an den Fronten des Großen Vaterländischen Krieges mit schmiedeten, als auch Passagier- und Transportflugzeuge der Nachkriegszeit, die auf allen Kontinenten zum Einsatz kommen.“

    Außerdem betonte der Konstrukteur: „Iljuschin-Flugzeuge werden seit vielen Jahrzehnten von den Staatschefs unseres Landes bevorzugt. Diese Tradition wird auch heute fortgesetzt: Präsident Wladimir Putin fliegt mit einer Maschine des Typs Il-96-300.“

    Manche Episoden aus dem jahrzehntelangen Berufsleben von Talikow selbst waren dabei nicht nur spektakulär, sondern auch lebensgefährlich – wie jene während der sowjetischen Entwicklungsarbeiten an einem neuen Fallschirmsystem für die Luftlandung. Die Aufgabe bestand darin, Luftlandepanzer im Tiefflug abzusetzen. Zuständig dafür waren Il-76-Militärtransportflugzeuge.

    Talikow berichtete, wie einer der Tests verlief: „Ich befand mich an der offenen Ladeluke des Flugzeugs. Dann wurde ich gebeten, in einen anderen Teil der Maschine zu kommen, um dort Kontroll- und Aufzeichnungsgeräte einzuschalten. Kaum war ich weggetreten, kam ein Strang des Fallschirmsystems wie eine Spannfeder zurück in die Ladeluke geflogen. An dem Platz, wo ich gerade gestanden hatte, war nun ein klaffendes Loch.“

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    Das Verfahren zum Absetzen schwerer militärischer Nutzlast half später übrigens den Polarforschern – beispielsweise bei der Versorgung der antarktischen Forschungsstation Wostok mit Nahrungsmitteln.

    Talikow entwickelte auch ein System, um Brände auf dem Boden von einem Il-76-Flugzeug aus zu bekämpfen. Im Jahr 1992 stellten die Ausrüstungen in Jerewan und in Wladiwostok ihre Effizienz unter Beweis, indem sie dazu beitrugen, Brände in den dortigen Munitionsdepots zu löschen, obwohl bei den Explosionen Splitter durch die Luft flogen. Talikow war damals an Bord des Flugzeugs.

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    Aktuell hat das Unternehmen neue Aufträge. Wie das Blatt schreibt, geht es insbesondere darum, die Produktion des Großraumflugzeugs Il-96 fortzusetzen, aber auch die des Regionalflugzeugs Il-114 wiederaufzunehmen, dessen Hauptkonstrukteur eben Talikow war.

    Wie Talikow unterstreicht, ist die Il-114 in der Lage, auf kleinen Flugplätzen zu landen. Zu ihrer Geschichte sagt er: „Sie war bereits in den Himmel gestiegen, doch in den 1990er Jahren wurde die Produktion wegen Unterfinanzierung ausgesetzt. Damit wurde das Leben der Menschen in den Regionen erschwert: Zwei Drittel unseres riesigen Landes sind ja nur auf dem Luftweg erreichbar, denn dort gibt es weder Wasser- noch Bodenverkehrswege. Wir sind zur Wiederherstellung unseres Flugzeugbaus verurteilt. Russland muss seine eigenen Flügel haben.“

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    Tags:
    Unternehmen, Flugzeug, Il-114, Il-96, Il-96-300, Il-76, Russland
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