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    Agrartechnik bei Ernte in Gebiet Krasnodar (Archivbild)

    Russlands Weizen-Rekorde: „Wir konkurrieren an absolut allen Märkten“

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    Russland kurbelt seinen Weizenexport an und nimmt Kurs auf ein neues Rekordhoch. Dabei wird, wie ein Experte erläutert, erfolgreich mit den Lieferungen aus Europa und Amerika konkurriert. Welchen Faktoren hat Russland diesen Erfolg zu verdanken?

    Wie die Onlinezeitung vz.ru berichtet, steuert Russland auf einen Rekord in Sachen Weizenexport zu: In der laufenden Saison, die im Juni zu Ende geht, könnten insgesamt bis zu 40 Millionen Tonnen Weizen laut Prognosen exportiert werden – erstmals in der Geschichte der Landes.

    Bereits am 11. April wurde der Stand von 31,8 Millionen Tonnen erreicht. Im vergangenen Agrarjahr hatte Russland insgesamt 27 Millionen Tonnen Weizen exportiert, was für seine Verhältnisse ebenfalls ein Rekord war. Allerdings reichte er nicht aus, um Spitzenreiter in der Welt zu werden: Als Weizenexporteur rangierte Russland damals nach Angaben der Zeitschrift „Agroinvestor“ auf Platz zwei hinter den USA. Im laufenden Agrarjahr wird nun doch der erste Platz anvisiert.

    Wladimir Petritschenko, Chef der branchenorientierten analytischen Agentur ProZerno, sagte gegenüber vz.ru: „Russland liefert seinen Weizen weltweit – selbst nach Mexiko, das direkt neben den USA liegt (…) Mit dem europäischen oder jedem anderen Weizen konkurrieren wir an absolut allen Märkten.“

    Russlands bedeutendste Handelspartner auf diesem Gebiet sind laut Petritschenko Ägypten, die Türkei, Bangladesch und Indonesien, wobei im letztgenannten Land beispielsweise mit den US-Amerikanern, Kanadiern und Australiern erfolgreich konkurriert wird.

    „Den europäischen (aber auch den amerikanischen) Weizen ersetzen wir unterdessen in Schwarzafrika – das sind Nigeria, der Sudan, Tansania, Südafrika und so weiter. Russland hat immer viel Weizen dorthin geliefert – und nun verstärkt es dort seine Präsenz“, betonte der Experte.

    Wie er weiter sagte, gelingt es den Europäern derzeit nicht einmal durch niedrigere Preise, Russland abzuhängen: „Die Franzosen bieten ihren Weizen billiger an als die Russen – und trotzdem verkauft sich unser Weizen besser.“

    Womit lässt sich der russische Erfolg eigentlich erklären? Natürlich hatte Russland laut vz.ru Glück mit dem Wetter und mit einer Rekordernte. Außerdem trug die Rubel-Abwertung zu den Exportchancen bei – ebenso wie staatliche Subventionen bei Transporten aus russischen Binnengebieten zu den Häfen, wie das analytische Zentrum SovEcon erläutert.

    Petritschenko sieht aber auch andere Gründe. Er sagt, der Weizen aus Russland sei von höherer Qualität als der aus Europa oder Amerika. Etwa Ägypten werde lieber den russischen als den europäischen Weizen mit demselben Protein-Gehalt kaufen, und zwar dank der technologisch besseren Vermahlungseigenschaften.

    „Seit vielen Jahren hat Russland bewiesen, dass die homogene Qualität und die Stabilität unserer Lieferungen diesen Parametern bei den Konkurrenten nicht unterlegen und oft auch überlegen sind“, so Petritschenko.

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    Tags:
    Qualität, Weizen, Rekord, Lebensmittel, Export, Landwirtschaft, Europa, USA, Russland
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