06:17 22 August 2018
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    T-34-Panzer (Baujahr 1943) bei der Siegesparade in Kaliningrad (Archiv)

    T-34: Panzer-Legende beeindruckt wieder

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    Während des Zweiten Weltkriegs gebaut – und nun wieder intakt: Ein T-34-Panzer rollt durch die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad. Zuständige Fachleute klären über die Besonderheiten solcher Kampffahrzeuge auf – und würdigen den Mut ihrer einstigen Besatzungen.

    Wie die Zeitung „Argumenty i Fakty“ in ihrer Onlineausgabe berichtet, nimmt ein T-34-Panzer (Baujahr 1943) seit vier Jahren an den Siegesparaden in Kaliningrad, dem einstigen Königsberg, teil. Sergej Litowtschenko, Angehöriger eines Reparatur-Bataillons der russischen Ostseeflotte, hatte ihn wieder in Stand gesetzt.

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    „Ein solcher Panzer hat weder Hydraulik noch Elektronik für die Steuerung – nur Muskelkraft. Je härter man einen Hebel zieht, desto schärfer biegt der Panzer ab. Dieser ist wendiger als ein moderner Panzer. Man empfindet sofort Respekt für jene Menschen, die den T-34 während des Kriegs gesteuert hatten. Heute ist man schon nach einer Fahrt über den Platz schweißnass – und sie hatten als Besatzungen solcher Fahrzeuge gekämpft und gesiegt!“, so Litowtschenko.

    Beim Schießen litten die Besatzungen damals dazu noch unter Schussgasen, die den Kampfraum füllten, denn im Gegensatz zu den gegenwärtigen Kampffahrzeugen gab es keine Vorrichtungen, um den Dunst abzusaugen.

    Als in Kaliningrad beschlossen wurde, einen der Panzer intakt zu machen, die in der Region als Denkmäler aufgestellt sind, untersuchte Litowtschenko alle davon: „Man brauchte passende Ersatzteile. Das war wirklich ein Problem, weil viele Einzelteile schon längst verrostet waren. Auch das authentische Triebwerk musste durch ein etwas späteres Modell ausgewechselt werden.“

    Die maximale Geschwindigkeit solcher Panzer hatte einst rund 50 Stundenkilometer betragen. Das von Litowtschenko reparierte Kampffahrzeug meistert nun höchstens 30 Stundenkilometer, was eigentlich auch nicht schlecht ist: Skeptiker befürchteten ja, dass es überhaupt nicht gelingt, damit zu fahren.

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    Die ersten T-34-Panzer waren noch 1940 gebaut worden und unterschieden sich deutlich von der Modifikation, die schon während des Kriegs zustande kam. Sie hatten insbesondere einen kleineren Geschützturm und eine schwächere Kanone.

    „Für jene Verhältnisse war das aber trotzdem ein richtiger Durchbruch. Der T-34 hatte ein innovatives Dieseltriebwerk. Die breiten Gleisketten und die große Bodenfreiheit ermöglichten trotz des großen Gewichts, Geschwindigkeit und Geländefähigkeit zu behalten. Deutsche Panzer aus jenen Jahren waren nur auf Chausseen in der Lage, schnell zu fahren“, sagt Sergej Mysin, stellvertretender Kommandeur des Reparatur-Bataillons.

    Wie die Zeitung betont, waren Zuverlässigkeit und Einfachheit wichtige Vorteile des T-34. Der Panzer ließ sich gegebenenfalls praktisch an der vorderen Linie reparieren, ohne abgeschleppt zu werden.

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    Technologien, Panzer, T-34-Panzer, Zweiter Weltkrieg, Siegesparade, Kaliningrad, Russland