23:55 20 Juli 2018
SNA Radio
    Russlands AKW (Symbolbild)

    Russlands Ferner Osten kann sich in internationalen Atom-Hub verwandeln

    © Sputnik / Uljana Solowjewa
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    topcor.ru
    0 804

    Russlands Ferner Osten hat nicht nur ein enormes Entwicklungspotenzial, sondern auch zahlreiche Probleme, die mit der mangelnden Entwicklung der Infrastruktur und der Abwanderung der Menschen in die Städte in Zentralrussland zusammenhängen.

    Eine komplexe Lösung für diese Probleme soll das 2015 gestartete Programm zur Schaffung von Gebieten mit vorrangiger Wirtschaftsentwicklung lösen, das den Teilnehmern des Projekts Sonderkonditionen für die Errichtung von Produktionsstätten bietet, die nicht mit der Rohstoffförderung verbunden sind.

    “Gebiete der vorrangigen Entwicklung” wurden in der Region Primorje, der Region Chabarowsk sowie in den Gebieten Sachalin und Amur geschaffen. Doch bislang erreichten sie aus verschiedenen Gründen nicht die gewünschten Kennzahlen. Dazu gehören unter anderem mangelhafte Verwaltung und Steuerung sowie die mangelnde Entwicklung der Infrastruktur.

    >>Mehr zum Thema: Russlands erstes schwimmendes AKW sticht in See — FOTOs

    Dennoch haben die “Gebiete der vorrangigen Entwicklung” als Entwicklungsinstrument eine Zukunft. Deswegen legten mehrere russische Experten eine Initiative vor, im Fernen Osten einen „Nuklearen Energie- und Technologiekomplex“ zu schaffen, der die Wirtschaftsentwicklung der Region sowie die Kooperation mit den Nachbarländern in der Asien-Pazifik-Region ankurbeln könnte.

    Im Rahmen des neuen Konzeptes zur Entwicklung des Fernen Ostens wird vorgeschlagen, an der Grenze zu China im Gebiet Amur ein neues Kernkraftwerk mit zwei schnellen Kernreaktoren BN-1200 zu bauen. Der Strom von diesem fernöstlichen AKW könnte den Bedarf der russischen Industriefirmen decken sowie nach China exportiert werden. Das benachbarte China könnte als Mitinvestor in das Projekt zum Bau des neuen russischen AKW einsteigen. Eine Energiequelle für dieses neue AKW könnte Plutonium aus Abschlämmung russischer und ausländischer AKW, darunter chinesischer, werden.

    Im Programm der Energieentwicklung des Fernen Ostens wird von Experten vorgeschlagen, einen chemisch-technologischen Atom-Wasserstoff-Cluster auf der Insel Sachalin bzw. auf den Kurilen zu schaffen. Dieser Cluster könnte Erdgas zu Chemikalien verarbeiten. China, Südkorea, Japan, Indien und Russland selbst brauchen industrielle Chemieprodukte.

    >>Mehr zum Thema: Schon in diesem Jahr: Russland will schwimmendes AKW für Arktis in Dienst nehmen

    Russische Wirtschaftsexperten schlagen vor, diejenigen Länder der Asien-Pazifik-Region, die vorwiegend auf Inseln liegen, mit Strom zu versorgen, indem ein Cluster mit Kernkraftwerken mit geringer Leistung entwickelt wird. Die Grundlage für einen solchen Energie-Cluster könnte beispielsweise das schwimmenden AKW „Akademik Lomonossow“ bilden.

    Eine Firma der Staatsholding Rosatom kündigte eine Ausschreibung zur Entwicklung eines Konzeptes für das Internationale Zentrum „Nuklearer Energietechnologischer Komplex“ im Fernen Osten an. Bei einer erfolgreichen Umsetzung dieses Programms würde der östliche Teil der Russischen Föderation ein internationaler Energiehub und ein vorrangiges Zentrum der Wirtschaftsentwicklung werden.

    Zum Thema:

    Türkischer AKW-Bau mit Russland: „Gutes Signal für die ganze Region“
    AKW Akkuyu: Putin und Erdogan geben Startschuss
    Neuer Reaktor im AKW Rostow auf kontrollierte Minimalleistung hochgefahren
    Tags:
    Chemie, AKW, Investitionen, Japan, Südkorea, China, Ferner Osten, Russland