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    US-Soldaten in Manbisch (Archiv)

    Tückischer Plan gegen den Iran: USA spinnen in Syrien ein Netz aus Militärbasen

    © AP Photo / Hussein Malla
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    Nachdem die USA unter Einsatz kurdischer Milizen den IS aus Teilen Syriens vertrieben haben, lassen sie sich Zeit damit, die befreiten Gebiete zu räumen und an ihren rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Dies verdeutlicht einmal mehr Washingtons wahre Absichten in der Region. Der vielbeschworene Kampf gegen den Terror ist es offenbar nicht.

    Dass die USA die Terroristen nicht bekämpfen, sondern ausbilden, um sie dann gegen die rechtmäßige syrische Regierung einzusetzen, erklärte unter anderem der russische Außenminister Sergej Lawrow bereits mehrmals. So auch vor wenigen Tagen wieder, auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem jordanischen Amtskollegen Ayman Safadi: Die Lage im syrischen Al-Tanf und dem Flüchtlingslager Rukban sei besorgniserregend, sagte der russische Außenminister. Dort würden Kämpfer ausgebildet, die dann entgegen allen vereinbarten Feuerpausen in den Kampf ziehen würden.

    Al-Tanf ist eine von 15 Militärbasen, die die USA inzwischen in Syrien betreiben. Dort werden unter US-Kontrolle die Guerillas der sogenannten gemäßigten syrischen Opposition ausgebildet. Dass derlei Kräfte auf syrischem Boden ohne die Zustimmung der syrischen Regierung stationiert werden, ist rechtswidrig. Darauf weist auch Teheran immer wieder hin. Der iranischen Führung ist nämlich die Allianz zwischen den Kurden und den US-Amerikanern ein Dorn im Auge. Denn im Iran lebt eine starke kurdische Minderheit, die von Washington jederzeit zur Destabilisierung der Lage im Land benutzt werden kann.

    So wie im Norden Syriens etwa: Während Ankara die dort aktiven kurdischen Einheiten als Terroristen einstuft und bekämpft, setzt sich das US-Militär in den kurdisch kontrollierten Gebieten Syriens fest. Zwar hatte Washington nicht sonderlich protestiert, als Ankara die Kurden aus dem syrischen Afrin verjagte. Doch in Manbidsch sieht die Lage schon wieder ganz anders aus. Dorthin haben die USA 300 Spezialkräfte entsandt, um den Kurden Sicherheitsgarantien zu gewähren. Jetzt bauen die Amerikaner dort einen weiteren Stützpunkt auf.

    Zudem ist auch das französische Militär in der Region eingesetzt, wie ein Sprecher der Syrischen Demokratischen Kräfte mitteilte. Gemeinsam mit den Amerikanern sind die Franzosen an jener Linie stationiert, die die türkisch und die kurdisch kontrollierten Gebiete voneinander trennt. Dieser offensichtliche Gegensatz der Interessen treibt einen großen Keil zwischen Washington und Ankara, weshalb der derzeit entstehende US-Stützpunkt auch zur Einschüchterung der Türkei dienen kann, sollte sie es wagen wollen, sich endgültig der US-Kontrolle zu entreißen.

    Das alles geschieht vor dem Hintergrund einer Eskalation in den Beziehungen zwischen Iran und Israel. Die Ankündigung Donald Trumps, aus dem Atomabkommen mit Teheran auszusteigen, gießt zusätzlich Öl ins Feuer. Also können die zahlreichen illegalen Stützpunkte der USA auf syrischem Boden als Plattform für einen Schlag gegen den benachbarten Iran dienen. Eine solche Offensive würde zeitgleich mehrere Zwecke erfüllen. Die Amerikaner haben ja des Öfteren schon gezeigt, wie sehr der Syrien-Dialog im Astana-Format ihnen gegen den Strich geht. Diese ohnehin fragile Allianz zwischen Russland, Iran und der Türkei zu zerschlagen, wäre Washington keineswegs abgeneigt.

    Durch einen Angriff auf den Iran wäre dieses Ziel zu erreichen. Als Nato-Partner wäre die Türkei gezwungen, die Vereinigten Staaten zu unterstützen. Zwangsmaßnahmen stehen Washington durchaus zur Verfügung, sei es die Mitgliedschaft in der Nato oder die verstärkte Unterstützung der mit Ankara verfeindeten Kurden. Der syrische Friedensprozess im Astana-Format wäre dann jedenfalls erledigt.

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