22:22 22 September 2018
SNA Radio
    Kreuzer der Zumwalt-Klasse (Archiv)

    Nicht billig und nicht zu gebrauchen: Die sinnlosesten Waffenprogramme der USA

    © AP Photo / Robert F. Bukaty
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Wsgljad
    111546

    716 Milliarden Dollar will das Pentagon vom US-Kongress für das nächste Jahr bewilligt haben – eine Rekordsumme in der US-Geschichte. Dass ungeheure Rüstungsausgaben aber noch lange keine Steigerung der Schlagkraft einer Armee nach sich ziehen müssen, zeigt die Erfahrung. Die Zeitung „Wsgljad“ liefert einige Beispiele dafür.

    Mit ebenso kostspieligen wie nutzlosen Waffenprogrammen kennt sich das US-Militär aus. Damit haben die Amerikaner sehr, sehr viel Geld in den Sand gesetzt: „Auf Anhieb fallen einem die neuesten Kreuzer der Zumwalt-Klasse ein“, sagt Konstantin Siwkow, Dozent für Militärwesen. „28 Stück dieses Kampfschiffs wollte das Pentagon beschaffen, musste sich aber mit nur drei Stück begnügen.“

    Der Grund dafür liege auf der Hand: „Die Kosten für das Programm haben die anfangs erklärten vier Milliarden bei Weitem überschritten. Dabei ist das Einsatzpotential dieser Schiffe deutlich geringer als das der Arleigh-Burke-Klasse, eines Kreuzers, der inzwischen an die 40 Jahre im Dienst steht“, erklärt der Fachmann.

    Ein Beispiel: Die „Arleigh Burke“ hat laut dem Experten 96 Startsilos für Raketen, ihre Nachfolgerin, die „Zumwalt“, hingegen nur 80. Aber auch sonst glänzen die neuen Kreuzer bislang eher durch Einsatzunfähigkeit als durch Schlagkraft: „Das erste Schiff dieser Klasse war ständig im Reparaturdock wegen plötzlich auftretender Defekte. Das zweite Exemplar musste kürzlich den Testlauf wegen Problemen mit der Elektrik abbrechen. Letztlich wurde der Bau der ‚Zumwalt‘ eingestellt und die ‚Arleigh Burke‘ wurde modernisiert“, sagt der Experte.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Das halten US-Militärs von russischen „Kinschal“-Raketen wirklich — Magazin

    Häufig verpulvere das Pentagon die Steuergelder, weil es in Waffenprogramme investiere, die eigentlich keiner benötige. Wozu brauche denn die US-Marine Kriegsschiffe eigens für den Küstenbereich – sogenannte Littoral Combat Ships (LCS)? „Die USA haben doch keine Gegner, die sie in Küstennähe bedrohen würden. Sie brauchen seetüchtige Schiffe für die Fernfahrt. Aber da hatte jemand die Idee für das Projekt, also gibt man Geld dafür aus“, so Siwkow.

    Laut einem Bericht für den US-Kongress vom November 2017 kostet ein LCS durchschnittlich 570 Millionen Dollar, wobei der Preis anfangs mit 220 Millionen Dollar angegeben wurde. Rechnet man die austauschbaren Funktionsmodule hinzu – für die Minenjagd, die Schiffsbekämpfung etc. – kommen schnell 700 Millionen Dollar zusammen. Und dies für ein Schiff von der Größe einer Korvette.

    Das auffälligste Beispiel für die Verschwendung von Steuergeld ist aber wohl das ABL-Programm der US Air Force. Das ist die Bezeichnung für einen luftgestützten Raketenabwehrlaser (Airborne Laser). „Das System wurde auf der Basis einer Boeing 747 entwickelt. Darauf sollte ein leistungsstarker Laser montiert werden, in der gesamten Länge des Flugzeugs. Und damit sollten dann ballistische Raketen in der aktiven Flugphase abgeschossen werden“, erläutert der Experte.

    Aber dann seien die Probleme gekommen. Es habe sich als unlösbar erwiesen, den Laserstrahl durch die Atmosphäre ins Ziel zu lenken. „Es war einfacher, ganz normale Abfangraketen einzusetzen, mit denen Kreuzer und Zerstörer bestückt sind.“ Bis zu einer Billion Dollar seien da bereits ausgegeben worden. „Alles vergeblich.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russische „Uran“-Roboter sind revolutionäre Waffen – US-Experte
    Waffen raus, Flüchtlinge rein: Deutsche Waffenexporte in Krisenregionen verdoppelt
    Millionenschwere Militärhilfe für Ukraine: Letale Waffen stehen im Plan
    Tags:
    Programm, Ausgaben, Rüstung, USS Zumwalt, US-Kongress, Pentagon, USA