08:31 20 September 2018
SNA Radio
    Soldaten der Ukraine im Donbass (Archiv)

    Ostukraine: Zeichen stehen auf Großangriff

    © Sputnik / Michail Woskresenksij
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    4624475

    Kiew verlegt massenweise Schwergerät und Soldaten an die Kontaktlinie in der Ostukraine, melden Medien allenthalben. Dass die ukrainische Führung plant, vom 3. bis 15. Juni eine Offensive bei Lugansk, Donezk und am südlichen Frontabschnitt durchzuführen, ist früher bereits berichtet worden. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass der Angriff kommt.

    Das Lagebild an der Kontaktlinie in der Ostukraine gibt eindeutig zu erkennen, dass die Vorbereitungen zur Großoffensive in vollem Gange sind. Die Miliztruppen der beiden Volksrepubliken Lugansk und Donezk melden eine große Konzentration der ukrainischen Geschütz- und Raketenartillerie an der Kontaktlinie. Der Großangriff der Kiewer Armee soll zeitgleich mit dem Auftakt der Fußball-WM in Russland beginnen.

    Schon jetzt ist die ukrainische Armee deutlich reger geworden: Außer dem immer wieder störenden Artillerie- und Schützenfeuer startet die ukrainische Infanterie hier und dort heimtückische Blitzattacken, um die Milizen aus Donezk und der sogenannten Grauzone zu verdrängen.

    Im Gebiet um Gorlowka versuchen die ukrainischen Streitkräfte, strategisch wichtige Anhöhen zu besetzen. Zeitgleich provozieren die Ukrainer die Verteidigungsstellungen des abtrünnigen Donbass, um sie auf mögliche Schwachstellen abzuklopfen. Dabei hat es die Kiewer Armee darauf abgesehen, die Soldaten der Aufständischen zu ergreifen, um die Gefangenen für Propagandazwecke zu benutzen oder ihnen möglicherweise wertvolle Informationen zur Lage in der Kriegsregion abzupressen.

    Nach Angaben von Eduard Bassurin, dem Sprecher der Donezker Miliztruppen, haben indes deren Kämpfer eine Gruppe ukrainischer Soldaten abgefangen, die im Schatten ukrainischer Angriffe am 20.-21. Mai nach Gorlowka einzudringen versuchten. Bei den Kämpfen verloren die ukrainischen Truppen unter anderem einen Anti-Mörser-Radar aus amerikanischer Fertigung (ANTPQ-48), der von den Donezker Kämpfern zerstört wurde.

    Die Ausfälle der ukrainischen Regierungstruppen bleiben nicht unbeantwortet. Die Miliztruppen beschießen die vordersten Stellungen der ukrainischen Armee. Inwiefern dieser Beschuss effektiv ist, ist schwer einzuschätzen, weil die ukrainische Seite über etwaige Verluste nicht informiert.

    Im Süden, unweit der Ortschaft Talanowka, haben die Rebellen im Gegenzug auf einen Angriff der Kiewer Truppen das Artilleriefeuer eröffnet. Die ukrainische Armee erlitt Verluste. Derweil setzen die Ukrainer die intensive Aufklärung der Kontaktlinie fort. Dafür kommen unter anderem Spähdrohnen zum Einsatz.

    >>Mehr zum Thema: Offensive der ukrainischen Armee unweit von Donezk abgewehrt — Medien

    Die Kiewer Armee hatte schon im März dieses Jahres mit der Verlegung zusätzlichen Kriegsgeräts an die Kontaktlinie in der Ostukraine begonnen. Am 23. März wurden in einem Bahntransport unter anderem Kampfpanzer T-72 und Schützenpanzer BMP-1 nördlich von Luhansk angeliefert. Nach dem Entladen fuhren sie in einer Kolonne in Richtung der Stadt Sewerodonezk.

    Am Vortag waren am Bahnhof Liman nordwestlich von Lugansk insgesamt 20 Artillerieraketensysteme Grad und Uragan sowie je rund ein Dutzend Schützenpanzer und Armee-Lastwagen angeliefert worden, wie ein Sprecher der Lugansker Milizen erklärte. Zudem wurden die ukrainischen Scharfschützen an der Kontaktlinie zahlenmäßig verstärkt.

    Die Führung der Donezker Miliztruppen hatte bereits im Februar dieses Jahres darauf hingewiesen, dass die Kiewer Armee eine Großoffensive plane, mit dem Ziel, die abtrünnigen Volksrepubliken zu liquidieren. Demnach hat das ukrainische Oberkommando geplant, die Gebiete im Donbass in zwei Sturmangriffen in die Zange zu nehmen und bis an die Grenze zu Russland vorzustoßen. Dabei sollen neben Panzer- und Artillerietruppen auch Marineinfanteristen, Fallschirmjäger und Luftlandetruppen zum Einsatz kommen.

    Insgesamt hat der ukrainische Generalstab 83 Bataillone, rund 40.000 Mann, 550 Kampfpanzer, etwa 1.550 Kampffahrzeuge, 850 Artilleriegeschütze, 400 Raketenwerfer, 900 Panzerabwehr- und bis zu 800 Flugabwehrsysteme stationiert. Wie das Obereinsatzkommando der ukrainischen Armee in der Region erklärte, kann die Truppe auf bis zu 100.000 Mann verstärkt werden.

    >>Mehr zum Thema: Ukraine testet erstmals „Javelins“ — VIDEO

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Zensur“: Weltgrößter Journalistenverband verurteilt Sputnik-Sperrung in Ukraine
    Nach Eröffnung der Krim-Brücke: FSB will Terror-Kommando aus Ukraine entlarvt haben
    Volksrepublik Donezk: Ukraine verlegt verbotene Artilleriesysteme in Donbass
    Tags:
    Kontaktlinie, Vorbereitung, Offensive, Truppenverlegung, Streitkräfte der Ukraine, Donbass, Ukraine