12:40 25 September 2018
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    Start eines Tomahawk-Marschflugkörpers vom US-Zerstörer USS Laboon während Raketenangriffs gegen Syrien (Archivbild)

    Bordsysteme knacken: Hat Russland den Codeschlüssel für Tomahawks?

    © Foto: U.S. Navy/ Mass Communication Specialist 3rd Class Kallysta Castillo
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    Russland hat neue Erkenntnisse über westliche Marschflugkörper erhalten. Beim letzten Raketenschlag der West-Koalition gegen Syrien konnten syrische Truppen mehrere Lenkwaffen nahezu unversehrt bergen und an die russischen Kollegen übergeben. Russland will das neue Wissen nutzen, um Abwehrsysteme zu optimieren.

    Beim Raketenangriff gegen Syrien im April dieses Jahres haben die USA und ihre Partner nicht nur altbewährte Tomahawks eingesetzt, sondern auch Lenkwaffen neuerer Bauart. Das Wissen über die technischen Merkmale dieser Marschflugkörper werde in die Weiterentwicklung russischer Systeme zur elektronischen Kampfführung eingehen, sagte der Vize-Generaldirektor des russischen Rüstungskonzerns KRET.

    Genauere Informationen darüber, welche Bauteile westlicher Raketen den russischen Spezialisten vorliegen, werden aus naheliegenden Gründen nicht veröffentlicht. Der Militärexperte Sergej Denissenzew vom Zentrum für Strategie und Technologie sagt: „Wenn wir davon ausgehen, dass Russland über Teile der Bordelektronik und die dazugehörige Software der amerikanischen Lenkwaffen verfügt, dann kann das bei der Entwicklung entsprechender Abwehrsysteme sehr hilfreich sein.“ Derartige Erkenntnisse könnten etwa für die Entwicklung besserer Störsysteme genutzt werden, um damit künftig die GPS-Kanäle amerikanischer Raketen lahmlegen zu können.

    „Russische EloKa-Systeme sind in Syrien aber ohnehin einer sehr strengen Prüfung unterzogen worden. Wertvolle Erfahrungen konnten gesammelt werden. Damit meine ich nicht nur den Raketenangriff der USA und ihrer Partner gegen die syrische Infrastruktur. Ich meine auch die Abwehr von Mörserangriffen gegen Bodentruppen durch die Störung der Kommunikationskanäle“, sagt Denissenzew.

    Russlands Verluste in Syrien durch solcherart Waffen seien minimal, so der Experte. „Genauso verhält es sich auch mit der Luftwaffe: Unsere Verluste sind sehr gering – nicht nur wegen der Täuschkörper und ähnlichen Mitteln, sondern auch und gerade dank der elektronischen Kampfführung.“

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    Raketenangriff, elektronische Kampfführung, Abfang, Marschflugkörper, Raketenabwehr, Tomahawk-Marschflugkörper, Tomahawk-Rakete, Verteidigungsministerium Russlands, Syrien, USA, Russland