03:23 24 September 2018
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    Am Ort eines Terroranschlags in der libyschen Stadt Bengasi (Archivbild)

    Muammar al-Ghaddafis „achtes Weltwunder“ – vom Westen verlacht und ruiniert

    © AFP 2018 / Abdullah Doma
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    Im Westen gilt dieser Mann als Diktator, der sein eigenes Volk grausam unterdrückte. Aber es gibt auch viele Fakten, die quasi vom Gegenteil zeugen. In Wahrheit hat Muammar al-Gaddafi auch viele gute Dinge für Libyen getan. Aber die Umsetzung seiner Projekte wurde vom Westen behindert.

    Das größte Bauprojekt der letzten Jahrzehnte wurde in keinem der Industrieländer entwickelt, sondern in Libyen – dem Land der so genannten „Dritten Welt“. Es geht dabei um einen „künstlichen Fluss“, der auch als „achtes Weltwunder “ bezeichnet wird.

    Dieses Projekt sollte die dürre libysche Wüste in eine florierende Oase verwandeln und Millionen hungrige Afrikaner mit Lebensmitteln versorgen. Es wurde seinerzeit auf 25 Milliarden Dollar geschätzt, wobei die Libyer keinen einzigen Cent vom Internationalen Währungsfonds (IWF) oder einer anderen internationalen Finanzorganisation bekommen haben. Möglicherweise war das eben einer der wichtigsten Gründe, warum der Westen beschloss, Gaddafi loszuwerden.

    Diese Geschichte begann bereits in den 1960er-Jahren, als im Süden Libyens vier riesige natürliche unterirdische Becken mit Süßwasser entdeckt wurden. Insgesamt waren sie 35 000 Kubikkilometer groß. Zum Vergleich: Die Wasservorräte des Baikalsees, der als weltweit größtes natürliches „Süßwasserbecken“ gilt, belaufen sich auf „nur“ 23 000 Kubikkilometer.

    Das größte Bauprojekt sollte die dürre libysche Wüste in eine florierende Oase verwandeln und Millionen hungrige Afrikaner mit Lebensmitteln versorgen
    © AP Photo / Sergey Ponomarev
    Das größte Bauprojekt sollte die dürre libysche Wüste in eine florierende Oase verwandeln und Millionen hungrige Afrikaner mit Lebensmitteln versorgen

     

    Das war übrigens noch nicht alles: Später wurden weitere sieben unterirdische Süßwasserseen auf dem Territorium von Ägypten, Sudan und Tschad entdeckt. Die dortigen Wasservorräte sind einfach kolossal: 150 000 Kubikkilometer, wobei die globalen Süßwasserreserven auf etwa 200 000 Kubikkilometer geschätzt werden.

    Die entdeckten Süßwasservorräte in Afrika würden der Menschheit für 4000 bis 5000 Jahre reichen.

    Angesichts dessen könnte der Westen den Libyen-Krieg nicht nur wegen des Erdöls, sondern auch wegen der erwähnten Süßwasservorräte entfesselt haben.

    Dieses Projekt wurde langfristig geplant, und seine Umsetzung begann noch unter Muammar al-Gaddafi: im Jahr 1984.

    In den westlichen Medien wurde dieses Großprojekt entweder ignoriert oder verlacht. Erst 2008 wurde es in das Guinness-Buch der Rekorde als größtes Bewässerungsprojekt in der Geschichte eingetragen.

    Denn bis dahin hatten nur vier Prozent des gesamten Territoriums Libyens als bewohnbar gegolten. Das „restliche“ Territorium des Landes ist eine gigantische Wüste. Auf dem riesigen Territorium lebten nur sechs Millionen Menschen. Zum Vergleich: Im benachbarten Ägypten leben etwa 80 Millionen.

    Das Projekt war wirklich faszinierend: Es sollten auf dem ganzen Territorium Libyens Pipelines gebaut werden, durch die Wasser in die südlichen Gebiete gepumpt werden sollte, wo dann die Landwirtschaft entwickelt werden könnte. Das würde Libyen vom Lebensmittelimport großenteils befreien.

    Alle Baustoffe für den Pipelinebau wurden nur in Libyen hergestellt – im Ausland wurde kaum etwas gekauft.

    Allerdings beteiligten sich an dem Projekt Fachkräfte aus den USA, der Türkei, Japan, Großbritannien, Deutschland und anderen Ländern. Einfache Arbeiter kamen aus Vietnam, Bangladesch, den Philippinen usw.

    Das Projekt wurde zu zwei Dritteln umgesetzt, aber sein Abschluss wurde durch den Bürgerkrieg behindert, den die westlichen Geheimdienste ausgelöst haben.

    Aber selbst das, was bis dahin erreicht worden war, war sehr beeindruckend. So beliefen sich die Selbstkosten des Süßwassers in Libyen auf 0,35 US-Dollar pro Kubikmeter, wobei die Entsalzung des Meereswassers etwa elf Mal so teuer war bzw. ist. Die Bevölkerung bekam Süßwasser kostenlos. Aber noch wichtiger war, dass das Land unabhängig von Lebensmittellieferungen aus dem Ausland wurde.

    Der Westen brauchte jedoch kein unabhängiges und reiches Libyen, das ein „schlechtes Beispiel“ für andere afrikanische Länder wäre. Gaddafi hatte keine Verbündeten, mit denen er gemeinsam den USA hätte widerstehen können, und allein war er einfach zu schwach.

    Am Ende haben die Nato-Länder alle Errungenschaften der Libyer mit ihren Bomben zunichte gebracht. Schon drei Jahre vor Gaddafis Tötung wurde der Betrieb zerstört, wo Eisenbetonrohre für die Pipelines hergestellt worden waren, und zwar unter dem Vorwand, dass Gaddafi unter der Erde Panzer und andere Militärtechnik versteckt hätte. Und nach der Vernichtung der Stromversorgungssysteme war die Bewässerung der Wüstengebiete nicht mehr möglich.

    Krieg in Libyen: Straßenkämpfe in Benghazi (Archivbild)
    © AFP 2018 / Abdullah Doma

    Die Europäer freuten sich über die Tötung des „Diktators“ Gaddafi. Aber bald wurden sie mit dem bis heute andauernden Flüchtlingsansturm konfrontiert, den sie so gut wie selbst ausgelöst hatten. Hinzu kamen Millionen Zuwanderer aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern, wo der Westen die Situation „in Ordnung gebracht“ hatte.

    Manche Experten glauben jedoch, dass dies erst das „Vorspiel“ vor einer richtigen Flüchtlingskatastrophe ist, die voraussichtlich in den 2030er-Jahren ausbrechen wird, wenn Millionen Afrikaner nach Europa „strömen“ werden, weil es auf dem „Schwarzen Kontinent“ kein Trinkwasser mehr geben wird.

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    Tags:
    Wüste, Diktator, Tod, Bekämpfung, Hunger, Bürgerkrieg, Scheitern, Projekt, Wunder, Landwirtschaft, Oase, Internationaler Währungsfonds (IWF), IWF, EU, NATO, Muammar al-Gaddafi, USA, Westen, Europa, Nordafrika, Ägypten, Libyen