01:11 15 Dezember 2018
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    Anti-Raketen-Manöver der US-Bombers B-1B Lancer (Archivbild)Reparatur eines B-1B Bombers der US-Luftstreitkräfte (Archivbild)

    USA haben über Nacht die Hälfte ihrer strategischen Fliegerkräfte verloren

    © Foto: U.S. Air Force/ Master Sgt. Kevin J. Gruenwald © Foto: U.S. Air Force/ Senior Airman James Richardson
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    An so etwas kann sich wohl kein einziger Veteran der US-Luftstreitkräfte erinnern: Das Air Force Global Strike Command hat im Laufe nur eines Tages fast die Hälfte seiner Flugzeuge verloren.

    Nach der Ermittlung eines am 1. Mai passierten Zwischenfalls hat das Kommando der US-Fliegerkräfte beschlossen, provisorisch alle Flüge von strategischen raketentragenden Bombern B-1B abzusagen und alle Maschinen zu untersuchen, bis die Gründe, die zum Zwischenfall geführt haben könnten, festgestellt sein werden.

    Damals wollte die Besatzung eines auf dem Stützpunkt Dyess stationierten Bombers B-1B in einer Ausnahmesituation die Maschine verlassen, konnte das jedoch nicht tun, und zwar wegen eines Versagens des Schleudersystems. Die Piloten mussten am Ende am Midland International Air & Space Port im Bundesstaat Texas notlanden und sind am Leben geblieben. Auch das Flugzeug explodierte nicht und blieb unbeschädigt. Übrigens hatte der Direktor des Flughafens zunächst Journalisten gesagt, die Notlandung hätte sich auf einen Motorbrand zurückführen lassen.

    „Ich hasse es, wenn so etwas passiert. Du sitzt am Steuer eines 317 Millionen Dollar teuren Bombers und entscheidest dich, das Flugzeug bei einer Geschwindigkeit von 900 Stundenmeilen zu verlassen, aber dann musst du plötzlich an einem anderen Flugplatz landen. Verdammt!“, schrieb ein Leser in seinem Kommentar zum entsprechenden Beitrag.

    Am 7. Juni wurde also beschlossen, sämtliche Flüge von B-1B-Maschinen fristlos abzusagen. Dabei geht es nämlich um zwei von insgesamt fünf Bomber-Staffeln, über die das Global Strike Command verfügt.

    „Die Sicherheit unserer Piloten ist die höchste Priorität für das Kommando“, erklärte der Sprecher der US-Luftstreitkräfte, Major William Russell. „Die Luftstreitkräfte gehen bei der Ermittlung von Zwischenfällen verantwortungsvoll vor und bemühen sich um die Aufdeckung ihrer Ursachen sowie um die Vorbeugung von neuen Zwischenfällen.“

    Stichwort Sicherheit – das steht außer Frage. Aber es wurde nicht gesagt, wann die B-1B-Maschinen wieder abheben dürften, und daraus kann man schließen, dass sie sich in absehbarer Zeit an verschiedenen „Schlägen im Interesse der Sicherheit“, die das Pentagon weltweit versetzt, nicht beteiligen werden. Demnach können die Einwohner von syrischen Städten vorerst ruhig schlafen.

    Das Global Strike Command hat zwar zwei weitere B-52H-Staffeln und noch eine B-2A-Staffel zur Verfügung. Aber die B-52-Maschinen sind viel zu alt und zu langsam (ihre Verlegung in den Nahen Osten würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen), und der Betrieb der B-2A-Flugzeuge ist viel zu kostspielig, um sie bei Einsätzen zu verwenden, wo das Bestehen der USA als unabhängiger Staat nicht auf dem Spiel steht.

    Aber generell muss man sagen, dass mit den amerikanischen strategischen Fliegerkräften etwas nicht stimmt.

    Man kritisiert nämlich immer wieder die Kräfte, die mit ballistischen Interkontinentalraketen Minuteman III bestückt sind, die ebenfalls dem Global Strike Command unterstellt sind, wegen der mangelhaften Einsatzbereitschaft und sogar wegen „unmoralischen Verhaltens“ der Militärs.  Im Februar 2008 hatten die US-Fliegerkräfte innerhalb von wenigen Minuten gleich 5 Prozent aller ihrer strategischen Stealth-Maschinen B-2A verloren, was eine Art Geschenk für die russische Armee wurde, die ihren Feiertag am 23. Februar begeht. Diesmal machten die Yankees sozusagen ein Geschenk zum Tag Russlands, der am 12. Juni gefeiert wird.

    Aber Spaß beiseite: Es sieht danach aus, dass die Amerikaner wirklich mit Problemen konfrontiert werden: In den letzten fünf Jahren ist die Zahl von Havarien und Katastrophen ihrer Militärflugzeuge um 39 Prozent gestiegen und hat 5500 erreicht.

    „Welche Leichen versteckt das Pentagon noch im Keller?“, schrieb ein weiterer Leser zum Beitrag über das Flugverbot für die B-1B-Maschinen. Diese Bomber werden schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr gebaut. Diese Miststücke scheinen wohl nur noch für Einsätze bei ‚Rose Bowl‘ Paraden tauglich zu sein.“

    Die Rose Bowl Parade ist die größte Parade in den USA, die im Bundesstaat Kalifornien jedes Jahr am 1. Januar stattfindet und an der sich normalerweise etwa eine Million Menschen beteiligen. Und die Amerikaner sehen offenbar  gerade dort eine Möglichkeit für den Einsatz dieses problematischen strategischen Bombers. Aber dann müsste er wohl  in „Blumenflugzeug“ umbenannt werden.

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    technische Störungen, technische Probleme, Absage, Flugverbot, Panne, Stealth-Bomber, Langstreckenbomber, Bomber, B-2 Spirit, B-2, B-1B Lancer, B-52, USA