09:26 18 Oktober 2018
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    US-Marineinfanteristen während des Manövers Cold Response in Norwegen (Archivbild)

    Darum trainiert die US-Marineinfanterie in Norwegen – und nicht in Alaska

    © Foto: DoD/ U.S. Marine Corps/ Staff Sgt. Steve Cushman
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    Norwegen ist ein äußerst wichtiger militärpolitischer Partner der USA nordwestlich von Russland. Als Nato-Mitglied spielt dieses Land die Schlüsselrolle in der Strategie zum Ausbau der amerikanischen Militärpräsenz in der Arktis, und zwar unmittelbar in Nähe der russischen Grenzen.

    Demnächst will Washington die Zahl seiner Soldaten in Norwegen nahezu verdoppeln. Seit Januar 2017 weilen dort 330 Marineinfanteristen. Bis dahin waren in diesem Land keine ausländischen Militärs stationiert worden – sie kamen nur zu gemeinsamen Übungen. Seit 1949 blieb Oslo trotz seiner Nato-Mitgliedschaft der Strategie zum Verzicht auf die Stationierung ausländischer Streitkräfte auf seinem Territorium treu: Selbst während des Kalten Krieges gab es in Norwegen keine US-Soldaten, auch wenn dort 1981 große Waffenlager gebaut wurden, die gerade für die Amerikaner bestimmt waren.

    Aber angesichts der Veränderung der globalen politischen Situation in den letzten Jahren wurde auch die Kooperation zwischen Washington und Oslo „korrigiert“. Übrigens gilt die Anwesenheit der Amerikaner in Norwegen offiziell nicht als ständige Stationierung, weil die US-Truppenteile in diesem Land regelmäßig rotiert werden.

    Der formelle Vorwand für die Verlegung der amerikanischen Marineinfanterie nach Norwegen ist das Training unter extremen nördlichen Wetterbedingungen. Es stellt sich jedoch die Frage: Warum trainieren sie nicht in Alaska, wo die Wetterbedingungen genauso schwierig sind?

    Es ist offensichtlich, dass die Verlegung der US-Kräfte nach Norwegen gegen Russland gerichtet ist. Die USA bemühen sich um den Ausbau ihrer Militärpräsenz in der Arktis. Natürlich sind weder 330 noch 630 US-Marineinfanteristen gefährlich für Russland, aber sie könnten die Basis für die Entfaltung eines größeren Kontingents bilden. Möglicherweise wollen die Amerikaner auf diese Weise Moskaus Geduld testen.

    Im März sprach sich die Analyse- und Planungsabteilung der Aufklärungsverwaltung im US-Verteidigungsministerium für die Verlegung von Anti-U-Boot-Flugzeugen P-8 Poseidon auf den norwegischen Fliegerstützpunkt auf der Insel Andøya im Norwegischen Meer aus. Zudem sollten 20 Kampfjets auf verschiedenen Flugplätzen im Norden dieses Landes stationiert werden. Dafür will das Pentagon zwölf Millionen Dollar ausgeben. Damit ist der Ausbau der US-Militärpräsenz in Norwegen mit der Verlegung von weiteren 300 Marineinfanteristen keinesfalls beendet. Das zeugt nur davon, dass sich Russland auf Gegenmaßnahmen gefasst machen und seine Truppen in der Arktis verstärken sollte.

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    U-Boote, Trainings, U-Boot-Jäger, Übungen, Manöver, P-8A Poseidon, Pentagon, NATO, Alaska, Norwegen, Arktis, Oslo, USA, Russland