06:20 14 November 2018
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    Begleitfrauen bei der Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (Symbolbild)

    Pekings Wirtschaftsexpansion: Was folgt auf den Schmusekurs?

    © AP Photo / Mark Schiefelbein
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    Schüler und Studenten in Kenia lernen Chinesisch, Venezuela rechnet den Außenhandel mit China in Yuan ab, chinesische Unternehmer erschließen neue Märkte in Zentralasien und im Nahen Osten. Die Wirtschaftsexpansion der Volksrepublik ist längst eine Tatsache. Doch was kommt danach?

    Die junge und ambitionierte chinesische Wirtschaft dringt in immer neue Weltregionen vor, in denen sie vorher nie war. Bis vor kurzem noch galt nur die Asien-Pazifik-Region als die traditionelle Einflusssphäre chinesischer Firmen – jetzt erschließen die Chinesen auch Europa. Chinas Direktinvestitionen in die europäische Wirtschaft in den letzten acht Jahren betrugen über 100 Milliarden US-Dollar. Kann es überhaupt Zweifel an Chinas Wirtschaftsexpansion geben, wenn dem chinesischen Milliardär Li Shufu fast zehn Prozent des Daimler-Konzerns gehören?

    In einigen Ländern regt sich allerdings auch Widerstand gegen Pekings Wirtschaftsambitionen. In Vietnam kommt es seit eineinhalb Monaten zu Ausschreitungen: Die Einheimischen protestieren gegen das Gesetz über Sonderwirtschaftszonen. Denn sie befürchten, dass sich die Chinesen über diese Wirtschaftszonen auf vietnamesischem Boden die gesamte Wirtschaft des Landes einverleiben werden. Für Pekings Pläne dürften die Proteste jedoch kein ernstes Hindernis sein. Die vietnamesische Führung hofiert die chinesischen Investoren geradezu – trotz geschichtlich bedingter Differenzen zwischen den beiden Ländern.

    Eine Sonderwirtschaftszone will Peking auch mit den Ländern Lateinamerikas einrichten, die ja traditionell vom US-amerikanischen und britischen Kapital abhängen. Der Schwerpunkt des chinesischen Engagements in Lateinamerika ist natürlich Venezuela, das sich vom US-Einfluss längst befreit und auf die Zusammenarbeit mit China und Russland umorientiert hat. China investiert enorme Summen in Venezuela und zieht daraus Profite: Abgerechnet wird der Handel zwischen den beiden Ländern in Yuan.

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    Unübersehbar ist indes, dass China in seinem neuen Status einer Supermacht dem daoistischen Grundsatz folgt, dass Flexibilität und Elastizität der groben Kraft überlegen sind. Im Gegensatz zu den USA – mit ihren Farbrevolutionen, Militärinterventionen und hauseigenen Terrorbanden – agiert China ausschließlich auf friedlichem Weg. Dieser Ansatz einer „geschmeidigen“ Expansion hat es China ermöglicht, seinen Einfluss auf alle Kontinente auszuweiten.

    US-Dollar (Symbolbild)
    © REUTERS / Jose Luis Gonzale/Illustration
    Aber langsam folgt Härte auf die Sanftmütigkeit: Peking spricht inzwischen deutlich aus, dass chinesische Marinebasen und Luftstützpunkte nicht nur in Asien, sondern in anderen Weltregionen eingerichtet werden müssten. Im ostafrikanischen Dschibuti ist bereits ein Stützpunkt entstanden. Dass die Soldaten aus dem Reich der Mitte bald auch in anderen Weltgegenden präsent sein werden, ist nicht auszuschließen. Die Welt ist im Wandel, und Peking muss seinen Einfluss nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch absichern.

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    Tags:
    Soldaten, Investitionen, Supermacht, Einfluss, Europa, Lateinamerika, China, USA