21:52 26 Juni 2019
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    „Wir sind ein Fußball-Land“: Zwischenbilanz nach der ersten WM-Woche

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    Die schwierigsten Spiele stehen dem russischen Team noch bevor, doch sollte man einfach genießen, dass die WM hierzulande stattfindet, wie es in einem Kommentar der Zeitung „Sowetski Sport“ heißt. Diese sucht auch eine Antwort auf die Frage, warum die Favoriten des Turniers vorerst wenig beeindrucken.

    Der Kommentator Alexej Andronow schreibt, Russland habe zu Beginn dieser WM zwar nicht brillant, aber professionell gespielt: „Es wurde getan, was ein Team tun muss, das in den ersten Spielen Saudi-Arabien und Ägypten als Gegner bekommt (…) Weiter wird es schwieriger sein. An der Reihe ist Uruguay, dann jemand aus dem Pyrenäen-Paar. Doch das kommt eben weiter. Und jetzt sind wir keine Fremden – wir sind ein Fußball-Land und haben eine Nationalmannschaft.“

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    Andronow beschäftigt sich auch mit der Frage, warum die Favoriten zum Auftakt wenig beeindruckt haben: „Die Antwort ist sehr simpel: Es geht um eine Evolution des Fußballs. Während früher alle bei den Weltmeisterschaften ungefähr die gleichen Bedingungen hatten, müssen die besten Spieler der Welt (also die Vertreter der stärksten Nationalteams) derzeit je 70 Spiele pro Saison absolvieren. Sie sind müde und geschlaucht. Das ist eine neue Aufgabe für den jeweiligen Trainer – wie er diese Spieler auf einen einmonatigen Härtetest vorbereitet und 'Reserveleben' einschaltet.“

    Die Argentinier hält der Autor des Artikels übrigens für keine Favoriten dieser WM. Er argumentiert, bei diesem Team handle es sich um „Messi und alle Übrigen“. Etwa im ersten Spiel gegen Island habe Argentinien hartnäckig an einer einzigen Strategie festgehalten: „Gib den Ball an Leo ab.“ Messi sei zwar fähig, auch im Alleingang ein Resultat zu erzielen, es sei aber fraglich, ob die Gegner ihm das gestatten würden. Island habe ihm nichts erlaubt.

    „Überhaupt ist der isländische Trainer (alias Zahnarzt), Heimir Hallgrimsson, natürlich ein neuer Trend der Fußballgeschichte (…) Es ist ganz offensichtlich, dass sich die Rolle des Trainers ändert. Gegenwärtig braucht er nicht mehr ein großer Spieler gewesen zu sein“, so der Kommentar.

    Andronow weist auch darauf hin, dass europäische Teams bei dieser WM im Allgemeinen besser gestartet sind als lateinamerikanische: „Im Grunde genommen ist das logisch, denn der beste Fußball lebt ausgerechnet in Europa, wohin die Leute wie Neymar, Messi und Falcao kommen.“

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    Die Zeit in der jeweiligen Nationalelf mache dabei nur einen geringen Anteil der Karriere eines Fußballers aus, das sei nun mal so: „Ist dieser Anteil wichtig? Fragen Sie Messi, wenn Sie keine Angst haben, eins auf die Mütze zu kriegen.“

    „Deshalb ist die Fußball-WM ein ganz besonderes Turnier. Es lohnt sich jetzt nicht, darüber zu streiten, ob sie gut oder schlecht ist. Man sollte einfach genießen, dass sie bei uns stattfindet und wir dies mit eigenen Augen beobachten“, heißt es im Kommentar.

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    Nationalmannschaft, Favorit, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Ägypten, Saudi-Arabien, Russland