09:56 21 August 2018
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    Muslime in Großbritannien (Archiv)

    Warum der Islam schleichend Europa erobert

    © AFP 2018 / CARL COURT
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    Vor vielen Jahrhunderten verlor der Islam gegen das Christentum im Kampf um Europa. Doch der stille Krieg der Religionen, der als einfacher Wettbewerb im Kampf um Köpfe, Geister und Gebiete dargestellt wird, endete damit nicht. Laut europäischen Medien setzt der Islam seine Offensive nach Europa fort und nutzt dabei die sicherste Waffe – Geld.

    Im Laufe von mehreren Jahrzehnten schaute Europa, das religiöse Toleranz zu einem der wichtigsten humanitären Werte erklärte, einfach weg, als islamistische und muslimische Gemeinden immer mehr Zulauf gewannen, schreibt das Nachrichtenportal iz.ru.

    Doch die Terrorbedrohung bewegte die Europäer wohl zu einem Kurswechsel. In der Presse der EU tauchen Begriffe wie „Religion der einheimischen Mehrheit“ und die Frage „Woher bekommt der Islam das Geld in Europa?“ auf. Um nicht den Verdacht der Intoleranz gegenüber alternativer Meinung auszulösen, neigt Europa eher zur amerikanischen Version bei der Überwachung der Prozesse.

    Proteste der Flüchtlinge gegen Familiennachzug-Verbot Deutschlands in Griechenland (Symbolbild)
    © AFP 2018 / LOUISA GOULIAMAKI
    Das Beispiel des Bosses der Chicagoer Mafia der 1920-30er-Jahre, Alphonse Gabriel „Al“ Capone, veranschaulicht ganz gut den heutigen Umgang mit den Muslimen in Europa. „Der große Kumpel”, wie er von seinen Mitstreitern und Gegnern genannt wurde, die seine Verbrechen beschrieben, war Bootlegger, Zuhälter, kontrollierte das Spielbankgeschäft, ließ unerwünschte Personen töten. Ins Gefängnis kam er jedoch nur wegen Verbrechen, die ihm nachgewiesen werden konnten – zum Beispiel Steuerhinterziehung.

    Europa beginnt gegenüber der islamischen Gemeinde nach demselben Prinzip zu verfahren. Die vor kurzem verkündete Ausweisung von Dutzenden religiösen Vertretern mit der Formulierung „Wegen Verletzung des Gesetzes über das Verbot der Finanzierung von Moscheen und Imamen aus ausländischen Quellen“ lassen dies nur allzu gut vermuten.

    Eine schleichende Revolution

    Nach statistischen Angaben von europäischen Zeitungen beläuft sich der muslimische Anteil an der europäischen Bevölkerung auf 2,5 bis sieben Prozent. Die Zahl der Moscheen spricht aber eine andere Sprache und verdeutlicht, dass der Islam im Aufschwung ist.

    In Frankreich gibt es laut verschiedenen Quellen 2000 bis 2500 Moscheen, in Großbritannien mehr als 1700, in Spanien mehr als 1400. Die französische Zeitung „Le Figaro“ veröffentlichte eine interessante Statistik, die die Dynamik der wachsenden Islamisierung des Landes widerspiegelt – 1976 gab es in Frankreich nur 150 Moscheen, 1985 waren es schon 900 und 2001 gar 1555.

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    Um die islamischen Einrichtungen am Laufen zu halten, reichen natürlich nicht nur bescheidene Spenden der einheimischen Gläubigen aus. Europa macht sich darüber nun ernsthaft Gedanken.

    Die vor etwa einem Jahr ausgebrochene diplomatische Krise in Katar (als sieben arabische Staaten Katar mit dem Vorwurf der Terror-Finanzierung boykottierten) veranlasste die EU dazu, eine Antwort auf die Frage zu finden: „Wer zahlt für Moscheen, die in Europa eröffnet werden?“

    Geld als Hauptwaffe

    Bislang gibt es keine einheitliche EU-Politik, die auf die Gewährleistung von gleichen Bedingungen für die Existenz verschiedener Religionen im Rahmen der europäischen Gemeinschaft gerichtet ist. Deswegen sucht jeder Staat, der bei den Fragen der Schaffung von Bedingungen für einen fairen Wettbewerb zwischen Christentum, Islam und Judentum und anderen theologischen Strömungen Ordnung schaffen will, nach einem eigenen Weg.

    Der Innenminister Frankreichs in der Amtszeit von Präsident Francois Hollande, Bernard Cazeneuve, schlug vor ein paar Jahren ein aussichtsreiches Programm zur Schaffung eines gemäßigten europäischen Islams vor. Die Idee bestand darin, in Frankreich eine Akademie zu gründen, in der Imame ausgebildet werden. Über diese europäisch orientierte Imame sollte sich Frankreich laut Cazeneuve den fünf Millionen in Frankreich lebenden Muslimen annähern.

    Cazeneuves Vorschlag war nicht neu. Einige Monate zuvor hatte der damalige französische Premier Manuel Valls vorgeschlagen, die äußere Finanzierung der Moscheen zu verbieten und stattdessen eigene Mittel einzusetzen. Er ließ also die Möglichkeit der Bereitstellung von Subventionen für muslimische Gemeinden aus der französischen Staatskasse zu. Die Parlamentarier des Landes waren gegen diese Idee, weil sie nicht wussten, wie man dem Volk die Bereitstellung des Geldes für religiöse Ziele erklären soll, während die Sozialausgaben gekürzt werden.

    Die Finanzierung der Akademie der europäischen Imame und der Tätigkeit ihrer Absolventen sollte durch einen speziell eingerichteten Fonds zur Unterstützung des Islams in Frankreich erfolgen. Dazu sollten Spenden von Privatpersonen und Organisationen kommen. Eine interessante Situation – eine staatliche Institution, deren Legitimität nicht geprüft werden kann, soll mit privaten Geldern am Laufen gehalten werden. Welche Vermutung entsteht dabei? Unter dem Deckmantel der Sorge um die Reinheit der Ideologie wird Geldwäscherei geschaffen. Diese Idee wurde allmählich aufgegeben.

    Die französische Regierung beschloss unter Emmanuel Macron, den Islam auf einem anderen Wege zu zähmen. Wie die spanische Zeitung „ABC“ berichtete, erklärte Macron im Februar: „Ich will keine Moscheen mit intransparenter Finanzierung mehr. Ich will nicht, dass das Geld von der Pilgerschaft in Mekka für unklare Ziele genutzt wird.“

    Zahlen und Tränen

    Allerdings wurde der Aufruf Macrons gehört – nach vier Monaten tauchten in der Wochenzeitung „Obs” aus Sicherheits- und Finanzstrukturen durchgesickerte Informationen darüber auf, dass mindestens zwei Pariser Moscheen und ein Dutzend Islamzentren in Marseilles, Nizza, Clichy, Clermont-Ferrand und Nanterre „parallele“ Geschäftsbücher haben, deren Einnahmen und Ausgaben nicht in den Steuererklärungen zu finden sind.

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    „Der Islam pumpt riesige Summen, die seitens der staatlichen Organe nicht kontrolliert werden, nach Frankreich. Es handelt sich um ganze Koffer Bargeld und Wechsel, die regelmäßig aus dem Ausland kommen“, so ein „Obs”-Kolumnist in dem Artikel „Das verdeckte Geld des Islams in Frankreich“. „Muslimische Religionsvertreter können sich deshalb Geschenke für Beamte leisten, um Grundstücke für den Bau von Moscheen zu erhalten.“

    Inspekteure analysierten die Finanzströme und zeigten sich fassungslos. In einem christlichen Land mit 67 Millionen Einwohnern sind mehr als 250 muslimische Verbände und gemeinnützige Organisationen registriert. Der französische Staat ist nicht berechtigt, finanzielle Unterstützung zu leisten, und verliert deshalb den Kampf gegenüber Saudi-Arabien, Katar, Algerien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Marokko, die beinahe offen 2500 Moscheen in Frankreich finanzieren.

    Jede von ihnen bekommt jedes Jahr zwei bis sechs Millionen Euro. Die Effizienz dieser Arbeit lässt sich nach einem Aspekt beurteilen. Die spanische Zeitung „El Mundo“ veröffentlichte vor zwei Jahren Angaben einer Befragung der Einwohner mehrerer EU-Länder: „Wie hoch ist der Anteil von Muslimen an der Bevölkerung Ihres Landes?“ Es ging dabei nicht um die Kenntnis genauer Zahlen, sondern um Eindrücke und Vorstellungen. So schien es den Spaniern, dass in ihrem Land rund fünf Prozent Muslime leben (laut offiziellen statistischen Angaben sind es 2,6 Prozent). Die Franzosen gaben 33 Prozent an (offiziell sieben Prozent).

    Arabische Länder genieren sich nicht, Europa offen zu muslimisieren. 2015 kündigte Saudi-Arabien an, 200 Millionen Euro für den Bau von 200 Moscheen in Deutschland bereitzustellen. Katar gab 2016 etwa 25 Millionen Euro für den Bau von 43 Moscheen in Italien aus. Die Zeitung „Il Giornale“ stellte damals die Frage: „Wie lange wird unsere Regierung noch dabei wegschauen?“ Die Frage blieb ohne Antwort.

    Wie die spanische Zeitung „El Confidencial“ berichtete, gibt Riad jedes Jahr zwei bis drei Milliarden Euro für die Unterstützung des Islams in Europa aus. Davon nur 30 Prozent via „weiße“ Buchhaltung. Den Rest bilden private Spenden von ungenannten Personen und Offshore-Organisationen. Laut der französischen Zeitung „Le Parisien“ macht der staatliche Anteil an diesen Mitteln mindestens 20 Prozent aus, doch in einigen Golfstaaten kann der staatliche Anteil vom privaten nicht ganz getrennt werden, weil alles ein und demselben Clan gehört.

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    Ein österreichischer Präzedenzfall

    Das einzige EU-Land, das sich ernsthaft Sorgen über das Islam-Problem und seine Finanzierung macht, ist Österreich. Die österreichische Regierung kündigte am 8. Juni harte Maßnahmen gegen islamischen Extremismus an. Es wurde angekündigt, sieben Moscheen zu schließen, in denen salafistische Ideen propagiert wurden. Zudem wurde angedroht, 60 Imame und rund 100 ihrer Familienmitglieder auszuweisen.

    Kanzler Sebastian Kurz wies gelassen die Vorwürfe der Türkei, deren Staatsbürger ausgewiesen werden sollten, wegen Nationalismus und religiösen Protektionismus zurück. Mit Hilfe von Angaben, die von Innenminister Herbert Kickl bereitgestellt wurden, konnte Kurz beweisen, dass es keine ideologischen Vorurteile gibt – sondern nur Verstöße gegen das Verbot der Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland.

    Kurz wurde auch prompt von angesehenen europäischen Politikern unterstützt. Der Anführer der italienischen Lega-Nord-Partei und Innenminister Matteo Salvini schrieb auf Twitter: „Jene, die eine Religion ausüben, die die Sicherheit des Staates bedroht, müssen abgeschoben werden.“ Die ehemalige französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen twitterte: „Österreich hat gezeigt, was man erreichen kann, wenn man nur will.“

    Wladimir Dobrynin

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    Tags:
    Judentum, Imam, Nationalismus, Finanzierung, Terror, Krise, Gläubiger, Christentum, Moscheen, Islam, Le Figaro, EU, Marine Le Pen, Emmanuel Macron, Europa, Katar, Italien, Großbritannien, Österreich, Frankreich
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