17:35 21 Juli 2018
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    Stützpunkt russischer Luft- und Weltraumkräfte in Hmeimim, Syrien (Archivbild)

    Vor Putin-Trump-Gipfel: Moskau baut Truppen in Syrien ab - USA verweigern FSA Hilfe

    © AFP 2018 / Paul Gypteau
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die Vorbereitung eines Treffens von US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin beginnt offenbar mit gegenseitigen Zugeständnissen im Nahen Osten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Samstag über einen massiven Abzug des Verbandes der Kampfflugzeuge und Hubschrauber vom Stützpunkt Hmeimim in Syrien, was der Westen so sehr wünschte. „Elf Flugzeuge und Hubschrauber kehrten zu den ständigen Stationierungsorten in Russland zurück“, hieß es im russischen Verteidigungsministerium. Das ist fast ein gemischtes Geschwader.

    Luftstützpunkt Hmeimim (Archiv)
    © Sputnik / Maxim Blinow
    Die gebliebenen Kräfte der russischen Luftstreitkräfte in Syrien würden ausreichen, um den Kampf gegen Terroristen fortzusetzen. Die USA und ihre Verbündeten ändern in diesem Kampf offenbar bereits ihr Verhalten gegenüber Russland. Am Sonntag veröffentlichten einige große westliche Medien Informationen, dass die USA den Kräften der Freien Syrischen Armee die Hilfe verweigert haben, die bei Operationen an der Grenze zu Jordanien und Israel nahe der Golanhöhen gegen syrische Regierungstruppen vorgehen. Dabei hatte das US-Außenministerium vor zehn Tagen Damaskus und Moskau mit harten Maßnahmen gedroht, falls sie die zuvor angekündigte Offensive im Südwesten Syriens beginnen.

    Seitdem haben die Flugzeuge der russischen Fliegerkräfte keine Kampfflüge zur südlichen Front absolviert. Erst gestern wurden nach Angaben arabischer Medien rund 20 massive Angriffe gegen Terroristen im Deeskalationsgebiet nahe den Golanhöhen und der Grenze Jordaniens ausgeführt, wo Assads Truppen Ende vergangener Woche eine Offensive begannen. Die Extremisten gerieten in Panik und meinten, dass Washington, Moskau und Tel-Aviv eine Absprache erreicht haben. „Es gibt eine russisch-israelische Vereinbarung über die Unterstützung der Offensive der Assad-Kräfte, die USA und Jordanien geben die Positionen gegen diese Militärkampagne auf, in den nächsten Tagen werden die neuen Vereinbarungen bekannt werden“, sagte der Vertreter der Extremisten in der Provinz Deraa, Ahmed Abaseid.

    Nach der Bekanntgabe dieser Informationen wechselten einige Einheiten der Freien Syrischen Armee zur Seite der Regierungstruppen und sprachen von einem gemeinsamen Kampf gegen den Islamischen Staat* und andere Terroristen im Südwesten Syriens. So verkündete Waschdi abu Sles, Anführer einer großen Gruppierung der Freien Syrischen Armee namens Tadschamua al-Wijat al-Umari, den baldigen Wechsel auf die Seite der syrischen Regierung. Dabei vermitteln Vertreter des russischen Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien.

    Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Sonntag, dass die syrische Regierung dank Kontakten und Versöhnung mit der Freien Syrischen Armee in der südlichen Deeskalationszone bereits elf Ortschaften unter Kontrolle genommen hat.

    „Die russische Seite hat vorgeschlagen, eine Möglichkeit zur Regelung und Versöhnung wie in anderen Gebieten zu schaffen“, sagte Assad. „Uns passt dieser Vorschlag.“

    Dabei erwähnte Assad die laufenden Verhandlungen zwischen Russland, den USA und Israel zur Konfliktregelung im Süden des Landes. Inzwischen ist bekannt, dass der Iran und zahlreiche schiitische Gruppierungen, die die Assad-Regierung unterstützen, von den Kontakten zwischen Russland und den USA und anderen westlichen Ländern, besonders Israel, alarmiert sind. Wie Medien zuvor berichtet hatten, wurde nach dem Besuch einer militärischen Delegation aus Israel in Moskau eine Vereinbarung zwischen Russland und Israel über die Nichtteilnahme der schiitischen Einheiten, darunter Hisbollah-Einheiten, an der geplanten Offensive Assads gegen IS-Stellungen bei den Golanhöhen erreicht. Schiitische Einheiten weigerten sich bis zum letzten Moment, die Gebiete an der Grenze Syriens zu Israel zu verlassen. Doch anscheinend haben sie sich zurückgezogen, weil die USA und Israel andernfalls Moskau und Damaskus kaum eine Offensive an der südlichen Front „erlaubt“ hätten.

    „Ich denke nicht, dass die Widersprüche zwischen Russland und den USA in Syrien und im Irak nach dem geplanten Treffen Trumps und Putins verschwinden werden“, meint der Militärexperte Alexander Owtschinnikow. „Die Amerikaner machten Zugeständnisse im Südwesten Syriens, weil das für sie vorteilhaft ist und weil dort mit Hilfe Russlands und im Interesse Israels Gebiete gesäubert wurden, die zuvor vom Iran kontrolliert worden waren“, so der Experte. Ein solcher Konsens mit den USA würde bezüglich anderer Gebiete, die jetzt von den USA besetzt sind, kaum erreichbar sein. „Trump ist weiterhin bereit, die Assad-Regierung zu vernichten und wird nie darauf eingehen, Moskau und Damaskus die an Kohlenwasserstoffen reichen Gebiete östlich des Euphrats kampflos zu übergeben“, so der Experte.

    * Islamischer Staat (IS), auch Daesh, eine in Russland verbotene Terrororganisation

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    Tags:
    Konfliktregelung, Konfliktlösung, Offensive, Terrorbekämpfung, Verhandlungen, Terrormiliz Daesh, Freie Syrische Armee (FSA), Donald Trump, Baschar al-Assad, Wladimir Putin, Nahost, Jordanien, Israel, Iran, Syrien, USA, Russland
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