12:31 17 Oktober 2018
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    „Eine gute Dynamik“: Wie Russland seine Nicht-Rohstoffe-Exporte erhöhen will

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    Argumenty i Fakty
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    Obwohl Russland meistens Rohstoffe exportiert, sehen Analysten auch manche positiven Trends bei anderen Exportwaren. Die Wochenzeitung „Argumenty i Fakty“ betrachtet die Lage mit Blick auf das Dekret von Wladimir Putin, wonach sich die russischen Nicht-Rohstoff-Exporte gegen 2024 nahezu verdoppeln sollen – auf 250 Milliarden US-Dollar jährlich.

    Alexander Knobel, Außenhandels-Analyst der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, sagte der Zeitung, die 250-Milliarden-Marke sei erreichbar: „Zwar machen Öl, Gas, Ölprodukte und Strom den Hauptanteil unserer Exporte aus, doch in den letzten Jahren weisen auch Nicht-Rohstoff-Exporte außerhalb des Energiebereichs eine gute Dynamik auf.“

    „Im Jahr 2017 sind sie von 110 auf 133,7 Milliarden Dollar gestiegen und haben 37,5 Prozent des Gesamtvolumens ausgemacht. Das ist kein schlechtes Ergebnis. Es belegt unsere Fähigkeit, nicht nur mit Rohstoffen und Energie zu handeln, sondern auch Waren herzustellen, die am Weltmarkt konkurrenzfähig sind“, so Knobel.

    Allerdings bestehen die russischen Nicht-Rohstoff-Exporte, erläutert die Zeitung, vorerst zu fast 40 Prozent aus Waren, die nur einer geringen Verarbeitung unterzogen wurden – wie beispielsweise Eisenlegierungen.

    Es gibt aber auch Anlässe für Stolz, betont die Zeitung. So finden etwa künstliche Saphire aus dem russischen Stawropol breite Anwendung weltweit – darunter auch in mikroelektronischen Geräten von Apple. Milliarden Dollar erwirtschaftet Russland durch den Verkauf von AKW-Ausrüstungen, Schiffen, Eisenbahnwagen, Laseranlagen und Militärtechnik. Generell gibt es laut Knobel immer mehr hochtechnologische Exportwaren.

    Konstantin Babkin, Präsident des russischen Hersteller-Verbands für spezialisierte Technik, sagte dem Blatt, der Agrartechnik-Export sei im vergangenen Jahr um 30 Prozent gewachsen. Etwa in der Mongolei mache Russland rund 80 Prozent des dortigen Mähdrescher-Markts aus. Kasachstan kaufe 300 bis 400 russische Mähdrescher jährlich. Auch nach Polen, Ungarn, Rumänien und Lettland liefere Russland diese Maschinen aktiv.

    Trotz dieser positiven Trends ist Russlands Anteil am weltweiten Waren- und Dienstleistungsexport gering. Er beträgt weniger als zwei Prozent, berichtet die Zeitung unter Berufung auf die russische Denkfabrik CSR. In Bezug auf den Export pro Kopf rangiert Russland demnach auf Platz 72 weltweit. In Sachen Nicht-Rohstoff-Exporten außerhalb des Energiebereichs schneidet Russland schlechter ab als etwa Brasilien, Malaysia oder die Türkei.

    Galina Balandina, Makroökonomik-Forscherin der Russischen Akademie für Volkswirtschaft und Staatsdienst, kommentierte: „Die Konkurrenz am Weltmarkt wird sich zuspitzen. Wenn unser Land an einem Ausbau der Nicht-Rohstoff-Exporte interessiert ist, sollte man sie fördern. Absolut alle Länder tun dies.“

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