11:12 23 Oktober 2018
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    Syriens Regierungstruppen bei Deraa (Archiv)

    Russlands Unterhändler geben Assad Südsyrien zurück

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    Das russische Versöhnungszentrum hat es erreicht, dass Terroristen in mehreren Orten in Südsyrien die Waffen niederlegen und sich auf die Seite der Regierungstruppen schlagen. Ganze 27 Ortschaften sind befreit worden, wie die Onlinezeitung „VZ“ berichtet.

    Die syrische Regierung kontrolliert wieder nahezu vollständig die Provinz Suweida. Kleinere Terrorherde glimmen noch im Westen Syriens, in der Provinz Deraa und auf den Golanhöhen. Der IS lässt Flugblätter verbreiten, mit dem Aufruf, nicht aufzugeben. Offensichtlich sind immer weniger Kämpfer bereit, diesem Appell zu folgen, denn die Regierungstruppen rücken derzeit nahezu kampflos auf die Grenze zu Jordanien vor. In der allernächsten Zeit wird Damaskus sicherlich auch die syrischen Grenzgebiete kontrollieren.

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    Ausgenommen bleibt die Provinz At-Tanf: Dort befindet sich weiterhin ein US-Stützpunkt, der die völlige Zerschlagung unversöhnlicher Terrorgruppen verhindert, weil sie sich immer wieder unter die Fittiche ihrer amerikanischen Verbündeten zurückziehen können.

    Das rasche Vorrücken der syrischen Regierungstruppen ist unmittelbar auf den Erfolg des russischen Versöhnungszentrums zurückzuführen. Die russischen Diplomaten haben die Terrorbande Schabab as-Susna zum Aufgeben bewegen können. Diese lokale Kampfgruppe ist weniger eine ausgeprägt dschihadistische Vereinigung (auch wenn sie sich zeitweise der al-Nusra-Front angeschlossen hatte), als vielmehr eine Jugendbande, die über längere Zeit hinweg einen großen Teil Suweidas kontrollieren konnte.

    Berüchtigt ist die Guerillagruppe für grausame Morde an gefangenen syrischen Offizieren und Parlamentariern. Bekannt ist die Schabab as-Susna auch für ständigen Zwist innerhalb der Führungsriege. So richteten Mitglieder dieser Bande bei mehreren Meutereien gegen ihre Anführer auch deren Familienmitglieder hin.

    Derzeit wird die Vereinigung von Oberst Nasim Abu Ezza angeführt. Anderen Informationen zufolge folgt ein großer Teil der jungen Kämpfer einem gewissen Achmad al-Aud. Diese Doppelspitze ist das Ergebnis eines Umsturzes im August 2016.

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    Nach recht kurzen Verhandlungen mit den Diplomaten vom russischen Versöhnungszentrum hat al-Aud sich bereit erklärt, die Stadt Bosra aufzugeben, die bisher von den Terroristen kontrolliert wurde. Auch geben die Guerillas ihre gesamte Technik und schweren Waffen an die russische Militärpolizei ab. Im Gegenzug wurde ihnen die Aufnahme in das 5. mechanisierte Freiwilligenkorps zugesichert – eine Einheit der neuen syrischen Armee, die von russischen Instrukteuren ausgebildet wurde.

    Die Übereinkunft kommt den Guerillas durchaus gelegen: Sie wollten überleben und dort bleiben, wo sie derzeit sind. Genau dies wird ihnen nun ermöglicht.

    Dass die Schabab as-Susna nicht nur aufgibt, sondern de-facto zu den Regierungstruppen überläuft, wird von anderen Terrorgruppen, die selbst nur noch mäßigen Widerstand gegen die syrische Armee leisten, scharf kritisiert. Das ist erklärlich: Indem sie die Stadt Bosra aufgibt, macht Schabab as-Susna nicht nur den Regierungstruppen den Weg an die jordanische Grenze frei, sondern unterbricht auch die Verbindung jener Terroreinheiten mit dem US-Stützpunkt in At-Tanf, die derzeit noch in Deraa und an der Grenze zu Israel kämpfen. 

    Die Regierungstruppen verzichten indes zunehmend auf Frontaloffensiven gegen die Terroristen und beschränken sich darauf, nur ihre Kampfkraft zu demonstrieren. Die internationale Allianz, die die Überreste der Anti-Assad-Koalition unterstützt, bezeichnet diese Taktik als „barbarisch“. Es wird behauptet, auf die syrischen Städte Tafas und Smlim seien tausende Artillerieraketen abgefeuert worden und die russische Luftwaffe würde wüten. Angaben zu den Verlusten in der Zivilbevölkerung werden dabei nicht gemeldet. Und außerdem: Wenn die Terroristen zu solch günstigen Bedingungen nicht aufgeben wollen, sind sie selbst schuld.

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    Grenze, Stützpunkt, Terrorismus, Bekämpfung, Befreiung, Truppen, Baschar al-Assad, Russland, Syrien