09:00 23 September 2018
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    Im südwestlichen Teil des Schwarzen Meeres hat gerade die internationale Marineübung Sea Breeze 2018 begonnen. Solche Nato-Manöver finden jedes Jahr in der Ukraine und einigen GUS-Ländern statt.

    Seit der Wiedervereinigung Russlands mit der Krim im Jahr 2014 sind sie unverhohlen gegen Russland gerichtet. In diesem Jahr wird die aktive Phase der Übung während des Aufenthalts des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seines US-Amtskollegen Donald Trump in Helsinki verlaufen.

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    Quasi als Zeichen ihrer Unterstützung für Kiew haben die USA in diesem Jahr das Kommandoschiff „Mount Whitney“  und den Raketenzerstörer „Porter“ mit etwa 1000 Mann an Bord ins Schwarze Meer geschickt. Das ist eines der größten Kontingente, die die Amerikaner zu solchen Manövern je schickten.

    Andere Länder werden insgesamt 1200 Militärs daran teilnehmen lassen. Neben den USA sind das Großbritannien, Kanada, Georgien, Dänemark, Moldawien, Norwegen, Polen, Schweden usw. Laut Medienberichten sollen neben Schiffen auch mehrere U-Boote eingesetzt werden.

    Das ukrainische Verteidigungsministerium informierte, dass dabei diverse Aufgaben geübt würden, insbesondere die „Unterbindung von illegalen Aktivitäten im Meer, Einsätze in der Luft und unter Wasser, Anlandungen sowie Such- bzw. Rettungseinsätze“. Die Manöver werden darüber hinaus auf Übungsplätzen in den ukrainischen Gebieten Odessa, Mykolajiw und Cherson ausgetragen.

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    Zuvor hatte Kiew informiert, dass im Rahmen der Vorbereitungsphase von Sea Breeze 2018 Übungen von „Stabilisierungshandlungen im Krisengebiet“ an der Asowschen Küste stattgefunden hätten. Am 3. Juli organisierte der Stab des „Anti-Terror-Einsatzes“ im Donbass eine Übung unter Beteiligung von Panzern T-64B und Schützenpanzerwagen BMP-1.

    „Laut der Legende der Übung versuchte der Gegner, eine Anlandung an einem Küstenabschnitt des Asowschen Meeres zu organisieren. Eine Panzerkompanie und eine mechanisierte Abteilung haben diesen Angriff unterbunden“, teilte der Stabssprecher Dmitri Gerassimenko mit, der diese Operation organisiert hatte.

    Marineinfanteristen übten gleichzeitig Landungseinsätze unweit der Krim-Landenge an der russisch-ukrainischen Grenze, bei der Stadt Genitschesk. Sie haben „illegale bewaffnete Formationen des angenommenen Gegners vernichtet und einen Feldflugplatz unter ihre Kontrolle genommen“, hieß in einer Mitteilung des ukrainischen Verteidigungsministeriums.

    „Künftig warten auf die Marineinfanterie noch schwierigere Aufgaben zur Vernichtung von angenommenen illegalen bewaffneten Formationen, von Sabotagegruppen, zur Befreiung von überfallenen Häusern und ganzen Ortschaften.“

    Dieselben Aufgaben werden auch während der aktiven Phase von Sea Breeze 2018 stehen. Mit „angenommenem Gegner“ werden in entsprechenden Dokumenten bewaffnete Formationen des „östlichen Nachbarn“, also Russlands, und das Volksheer der selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk gemeint.

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    Der Verteidigungsminister der Ukraine, Stepan Poltorak, stellte fest, dass dieses Manöver „eine Prüfung für das ukrainische Marinekommando aus der Sicht der Kompatibilität mit den besten Flotten der Welt und der Fähigkeit zur Steuerung eines multinationalen Truppenverbandes“ sein werde.

    „Konkrete Informationen zu den Zielen dieser internationalen Übung teilt das ukrainische Kommando nicht mit. Da aber von ‚Landungs- und anderen Offensiveinsätzen‘ die Rede ist, könnten diese Einsätze gegen den Donbass und die Krim gerichtet sein“, sagte das Mitglied des Verbandes von Offizieren a.D. MEGAPIR, Oberstleutnant Alexander Owtschinnikow.

    Ihm zufolge sollte Russland auf solche Handlungen gefasst sein, die Kampffähigkeit seiner Kräfte aufstocken und die militärische Infrastruktur vervollkommnen – und das wird bereits getan.

    Der Oberbefehlshaber der russischen Seestreitkräfte, Admiral Wladimir Koroljow, teilte unlängst mit, dass die Schwarzmeerflotte zwischen 2014 und 2017 „moderne U-Boote des Projekts 636.3, neuste Schiffe mit Erfahrungen in echten Kampfhandlungen gegen Terroristen in Syrien“ erhalten hätte. Demnächst würden Patrouillenschiffe des Projekts 22160 „Wassili Bykow“ kommen, ergänzte er. Konkret für die Schwarzmeerflotte werden gerade kleinere Raketenschiffe des Projekts 21631 gebaut, die mit hochpräzisen „Kalibr“-Raketen ausgerüstet werden. Und im Herbst dürfe die Flotte mit dem Minenabwehr-Mehrzweckschiff „Iwan Antonow“ (Projekt 12700) rechnen. Zudem werden dann die dritte neue Fregatte des Projekts 1135.6 „Admiral Makarow“ im Schwarzen Meer eintreffen, ergänzte der Oberbefehlshaber.

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    Auf der Krim wurde außerdem das 22. Armeekorps aufgestellt, das mit Luftstreit- und Luftabwehrkräften der Luft- und Weltraumtruppen verstärkt wurde. Die Hafen- und Flugplatzinfrastruktur wird zudem vervollkommnet. Und im Gebiet Rostow, praktisch an der Grenze Russlands und des Donbass, wurde die 8. allgemeine  Armee aufgestellt.

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    Minenräumschiff Iwan Antonow, Fregatte "Admiral Makarow", BMP-1, Panzer T-64, Seemanöver Sea Breeze, Nesawissimaja Gaseta, Verteidigungsministerium der Ukraine, NATO, Dmitri Gerassimenko, Stepan Poltorak, Asowsches Meer, Kanada, Dänemark, Norwegen, Moldawien, Donbass, Großbritannien, Georgien, USA, Russland, Ukraine