08:23 26 September 2018
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    Fregatte der „Jastreb“-Klasse „Neustraschimyj“

    Ein „Habicht“ gegen U-Boote: Russland modernisiert Fregatte ohne Ukraine

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    Für eine Verschrottung sind die Fregatten der „Jastreb“-Klasse mit ihren 25 Jahren definitiv zu jung und zu gut. Sie haben sich in der russischen Flotte auch bei internationalen Friedensmissionen bewährt. Ein Schiff dieser Klasse ist jetzt für die nächsten 25 Jahre fit gemacht worden – es fährt nunmehr mit russischen statt ukrainischen Turbinen.

    Die „Jastreb“-Klasse (übersetzt „Habicht“) – das sind derzeit zwei Fregatten, die bei der russischen Flotte dienen. Gebaut wurden sie noch zu Sowjetzeiten, als schnelle U-Boot-Jäger für den Einsatz auf Hochsee. Eine davon – die „Neustraschimyj“ – wurde 1993 in Dienst gestellt und ist seitdem rund 120.000 Seemeilen gefahren, so viel wie fünf Mal um den Äquator. Auch am Horn von Afrika ist die „Neustraschimyj“ schon gewesen, um Handelsschiffe gegen Piratenangriffe zu schützen.

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    „25 Jahre sind für ein Schiff dieser Klasse kein Alter. Bei ordentlicher Wartung und Reparatur können sie noch mindestens genauso lange im Dienst bleiben“, sagt der Militärexperte Prochor Tebin.

    Seit Januar 2014 liegt die Fregatte, nach fast 20-jähriger Dienstzeit, im Reparaturdock in Kaliningrad. „Das Schiff hat die Modernisierung wirklich gebraucht. Dass so viel Zeit dafür benötigt wurde, ist nachvollziehbar: Seit der Indienststellung hat sich bei der Technologie viel getan, neue Waffen, neue Systeme. Vieles musste erneuert werden“, sagt der Experte Tebin.

    Ende dieses, spätestens Anfang nächsten Jahres soll die „Neustraschimyj“ wieder fahren. Die Hauptsysteme seien bereits eingebaut worden und würden derzeit justiert, hieß es im russischen Verteidigungsministerium. Ein Sprecher des russischen Schiffbaukonzerns USC bestätigte, die Fregatte sei „in hohem Maße fertig“.

    Was an dem Schiff modernisiert wurde, sind die Versorgungssysteme, die Brand- und die Wasserschutzanlagen – auch die Kommunikations- und die Waffentechnik wurde dem heutigen Stand entsprechend optimiert. Das Wichtigste aber: Als Hochleistungsmotoren wurden in der Fregatte einst ukrainische Turbinen verbaut. Deren Modernisierung in der Ukraine ist aus naheliegenden Gründen unmöglich gewesen. Die Ingenieure einer Flugzeugwerft im russischen Samara haben die Aufgabe aber auf sich genommen und bestens gelöst.

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    Dadurch kann die „Neustraschimyj“ endlich ihre Klassenkameradin technisch einholen: die Fregatte „Jaroslaw Mudryj“, die erst 2009 zur russischen Marine gekommen ist. Da die beiden Schiffe vor allem für die Bekämpfung von U-Booten ausgelegt sind, ist ihre Bewaffnung entsprechend: Wasserbomben, Raketen, Torpedos und einen Ka-27-Hubschrauber haben sie jeweils an Bord. Außerdem sind die Fregatten mit einem hochempfindlichen Sonarsystem ausgerüstet, welches die Suche und Ortung von U-Booten sogar in der Ostsee ermöglicht, wo die U-Boot-Jagd besonders schwierig ist, wegen der starken Höhenunterschiede im Relief des Meeresgrundes.

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    U-Boot-Jäger, Fregatte, Modernisierung, Dienst, Afrika, Russland