01:01 17 November 2018
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    Kampfflugzeug der Generation 4++ Dassault Rafale (Symbolbild)

    Wendiger Konkurrent für Raptor: Der europäische Kampfjet der 5. Generation

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    Vom ersten Bild des europäischen Kampfjets der 5. Generation Dassault Aviation bis zu einem real fliegenden Flugzeug vergehen laut dem Generalmajor der russischen Fliegerkräfte Wladimir Popow erfahrungsgemäß acht bis zehn Jahre.

    „Ich traf mich vor kurzem mit einem der europäischen Testflieger, der sagte, dass in der EU bislang keine Gespräche über die Kampfjets der 5. Generation geführt werden. Bislang nutzen die EU-Länder tiefgehend modernisierte Kampfmaschinen der Generation 4++ Dassault Rafale und Eurofighter Typhoon. Was Dassault Aviation gezeigt hat, ist nur ein Konzept auf dem Papier, bis zur Umsetzung wird noch viel Zeit erforderlich sein“, sagte Popow der Agentur „Ekonomika Segodnja“.

    „Auf der anderen Seite zeigten sich europäische Flugzeuge immer von der besten Seite, dort ist historisch eine eigene Schule für die Entwicklung der Kampffliegerkräfte entstanden. Auf dem ersten Platz standen natürlich immer die Deutschen und die Franzosen und die Schweden rangierten auf Platz zwei beziehungsweise drei. Die französischen Kampfjets zeigten sich gut im Kampf und waren immer gut an die psychischen und physischen Bedürfnisse der Piloten angepasst. Nicht ausgeschlossen ist, dass das nun präsentierte Konzept irgendwann zum Leben erweckt und ein würdiges Erzeugnis sein wird“, so der Experte.

    Die französische Firma Dassault Aviation zeigte erstmals das Bild des europäischen Kampfjets der 5. Generation. Der Entwurf verfügt über mehrere Eigenschaften der früheren europäischen Modelle – Dassault Rafale und Eurofighter Typhoon. Medien zufolge ähnelt das von europäischen Ingenieuren gewählte aerodynamische Schema dem Konzept des US-Kampfjets der 6. Generation F/A-XX. Laut dem Bild soll es zwei Besatzungsmitglieder geben. Es soll anscheinend ein leichter Kampfjet sein – wie die russische MiG-29.

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    „Heute gibt es in der Welt nur drei Kampfjets der 5. Generation – die US-Kampfjets F-22 Raptor sowie F-35 Lightning und die russische Su-57. Über die amerikanischen Flugzeuge ist wenig bekannt – die USA beeilen sich nicht, sie in Kämpfen zu zeigen und berichten nur von ihren einmaligen Eigenschaften. Die neueste russische Maschine wird bereits in realen Einsätzen getestet, darunter in Syrien. Wenn das europäische Konzept ins Leben gerufen wird, wird es die vierte Maschine dieser Generation sein“.

    Der Kampfjet der Franzosen wird anscheinend wendiger als die US-Maschinen sein, doch zurzeit kann dies nur schwer beurteilt werden. Doch man sollte die Fristen des Projekts berücksichtigen – von den Plänen auf dem Papier über die Produktion bis zum Abschluss der Tests einer fertigen Maschine vergehen mehr als zehn Jahre. Angesichts der modernen digitalen Technologien und dessen, dass viele Zeichnungen per Hand nicht mehr nötig sind, kann das Projekt innerhalb von sieben Jahren umgesetzt werden. Doch angesichts der Tests könnte eine vollwertige Kampfmaschine jedenfalls bestenfalls in zehn Jahren vorgestellt werden, so der Experte.

    Manövrierfähigkeit

    Im April wurde berichtet, dass die europäischen Konzerne Airbus (Hersteller von Eurofighter) und Dassault Aviation (Hersteller von Rafale) ein Abkommen zur Entwicklung und Produktion von Kampfjets der neuen Generation in Europa geschlossen haben, um den F-35 Konkurrenz zu machen. Die von Franzosen entwickelte Technik soll eine universelle Plattform sein, auf deren Basis anschließend bemannte und unbemannte Varianten der Kampfjets entstehen werden.

    Russischer Kampfjet Su-57 (Archivbild)
    © Sputnik / Vladimir Sergeev
    Russischer Kampfjet Su-57 (Archivbild)

    Die Su-57 ist ein russischer Mehrzweck-Kampfjet der 5. Generation, der vom Konstruktionsbüro Sukhoi entwickelt wird. Sie ist für die Vernichtung aller Luftziele im Fern- und Nahkampf, das Bekämpfen von Boden- und Überwasserzielen bei Überwindung von Flugabwehrsystemen, die Überwachung des Luftraums aus einer großen Entfernung vom Stationierungsort und die Zerstörung der Steuerungssysteme der gegnerischen Fliegerkräfte bestimmt. Russland hat zurzeit zehn solche Maschinen. In diesem Jahr sollen der Armee zwei weitere übergeben werden. Insgesamt soll das russische Militär mit zwei Geschwadern von jeweils zwölf Maschinen ausgerüstet werden.

    „Der europäische Kampfjet könnte konkurrenzfähig sein, wenn die Entwickler auf das Preis-Qualität-Verhältnis achten, wie das Russland mit der modernisierten Generation Su-27 machte (Su-34, Su-37 u.a.). Bei uns läuft die Produktion dieser Maschinen reibungslos, sie sind günstig und erfüllen sehr viele Aufgaben. Deswegen sind sie in vielen Ländern so populär. Bei der Su-57 handelt es sich um einen schweren Kampfjet, er ist zwar supermanövrierfähig, erfüllt aber viele operativ-taktische Aufgaben wie Abfangen, Deckung von Gebieten, Vernichtung der angegeben Ziele. Gleichzeitig verzichtet Russland jedoch nicht auf die leichten MiG-29, wendige Jets, die für den Nahkampf, Deckung und Begleitung von Flugzeugen bestimmt sind. Deswegen werden diese Flugzeuge noch lange für Russland aktuell bleiben. Falls der Kampfjet der Franzosen als erfolgreich eingestuft wird, wird gerade diese Eigenschaft vorrangig beim Erwerb sein“, so Popow.

    Die Amerikaner werden die französischen Flugzeuge natürlich nicht nehmen, ebenso die Chinesen. Doch Indien, der Iran und viele andere Akteure im Nahen Osten, im Persischen Golf und in der Asien-Pazifik-Region könnten Interesse an diesem Projekt zeigen, wenn es erfolgreich sein sollte. Allerdings werden wir erst gegen 2030 erfahren, welche Möglichkeiten die europäischen Maschinen im Exportgeschäft  und in Sachen Kampfmöglichkeiten tatsächlich haben. Bis dahin könne sich in der Welt jedoch noch vieles ändern, so der Experte.

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    Tags:
    Kampfjet, Technologien, Konkurrenz, Entwicklung, Generation, Su-57, F-22 Raptor, F-35, MiG-29, Eurofighter Typhoon, Rafale, Dassault Aviation, EU, Syrien, USA, Russland