09:08 17 Dezember 2018
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    Ein Kampfjet MiG-31 mit der Hyperschallrakete Kinschal

    Ein Dämpfer fürs Ego: Pentagon reagiert empfindlich auf Russlands „Dolch“

    © Sputnik / Ewgenij Bijatow
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    Zwölf Mal haben die Russen ihre neue Hyperschallwaffe „Kinschal“ schon getestet – mit Erfolg, wie der amerikanische Sender CNBC berichtet. Dass die Amerikaner jetzt auf einmal positiv über die russische Waffe sprechen, ist zwar auffällig, aber auch logisch, sagte ein Militärexperte der Onlinezeitung „VZ“.

    Anfangs haben die US-Experten die neue russische Waffe noch ganz anders eingeschätzt. Die „Kinschal“-Rakete (deutsch: „Dolch“) sei gar keine Hyperschallwaffe, schrieb etwa das US-Fachblatt „The National Interest“. Die Rakete habe kein Staustrahltriebwerk und sei im Grunde nur eine Abwandlung des bodengestützten Marschflugkörpers „Iskander“ mit Feststofftriebwerk.

    Diese Methode, russische Waffen schlechtzureden, kenne man schon, sagt der Politologe Alexander Perendschijew von der Russischen Plechanow-Wirtschaftsuniversität, Mitglied eines Expertengremiums russischer Offiziere. „Auch über die russischen Kalibr-Raketen haben die USA schlecht berichtet. Doch die Skepsis ist verflogen, als Russland damit die IS-Stellungen in Syrien angriff.“

    Jetzt berichtet der Sender CNBC, dass die „Kinschal“-Rakete eine Testreihe erfolgreich abgeschlossen habe: Allein in den beiden ersten Wochen dieses Monats sei die neue Hyperschallwaffe drei Mal getestet worden und habe dabei Ziele aus 800 Kilometern Entfernung getroffen. Die „Kinschal“-Rakete ist laut dem Sender jedes Mal von einem Abfangjäger MiG-31 abgefeuert worden. Jetzt wird der Flugkörper für Einsätze von Bombern aus adaptiert. Bis 2020 soll das Waffensystem vollständig einsatzreif sein.

    Die „Kinschal“-Rakete sei „ein starker „Dämpfer für das Ego der USA“, so der Experte Perendschijew weiter. Allein die Tatsache, dass die US-Medien über die Rakete von Anfang an aufgeregt berichten, zeigt laut dem Fachmann, dass Russland „ein technologischer Durchbruch“ gelungen sei.

    Die anfänglichen Einschätzungen von US-Experten bezeichnet der russische Analyst als „Fantasiegebilde“ mit dem Ziel, die russische Neuentwicklung kleinzureden. „Das neue Waffensystem nimmt Washington die Möglichkeit, die Welt militärisch zu dominieren. Die Amerikaner fangen langsam an, das zu begreifen“, so der Experte. Besonders bezeichnend sei der Umstand, dass nicht die US-Militärs, sondern die US-Politiker über die angeblichen Misserfolge der russischen Waffe gesprochen hätten.

    „Russland hat überhaupt nicht vor, den Amerikanern zu beweisen, dass es über neue Waffen verfügt. Wir werden auch weiterhin einfach unsere Arbeit machen. Und wenn wir zuschlagen müssen, dann schlagen wir zu – und die Amerikaner sehen, dass die Waffen wirken“, sagt der Analyst. Für Russland sei es sogar von Vorteil, dass die Amerikaner die „Kinschal“-Rakete anfangs nicht ernstgenommen hätten: „Dadurch haben sie sich selbst und die westliche Gemeinschaft falsch informiert.“

    Das US-Verteidigungsministerium mahnte bereits mehrmals, dass die USA bislang keine Möglichkeit hätten, Hyperschallwaffen abzufangen. Davor hat unter anderem der Luftwaffengeneral John Hyten, Chef des US Strategic Command, öffentlich gewarnt. Davon abgesehen haben selbst US-Medien über Probleme amerikanischer Luftabwehrsysteme berichtet. Die Zeitung „The New York Times“ schrieb 2017, die von Saudi-Arabien eingesetzten Patriot-Systeme hätten eine Scud-Rakete nicht abfangen können, die noch Mitte des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion entwickelt worden sei.

    Von der „Kinschal“-Rakete erfuhr die Weltöffentlichkeit erstmals aus der Ansprache des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die Föderalversammlung im März dieses Jahres. Diese Lenkwaffen sind darauf ausgelegt, Flugzeugträger, Kreuzer, Zerstörer und Fregatten zu bekämpfen. Bei einer Reichweite von rund 2.000 Kilometern können Bomber den Flugkörper abfeuern, ohne in den Einsatzbereich der gegnerischen Flugabwehr hineinzufliegen. Die Rakete nähert sich ihrem Ziel mit Hyperschallgeschwindigkeit, wobei sie die Raketenabwehr des Gegners durch abrupte Bewegungen ausmanövriert. Die USA hätten derzeit kein Abwehrmittel gegen die „Kinschal“-Rakete, betont der Sender CNBC.

    Außer der „Kinschal“-Rakete zeigte der russische Präsident in seiner Ansprache auch das Raketensystem „Sarmat“, den Marschflugkörper „Burewestnik“ mit atomarem Antrieb, die Unterwasser-Drohne „Poseidon“ sowie Laserwaffensysteme.

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    Tags:
    Medien, Test, Hyperschallwaffen, Kinschal, MiG-31, The National Interest, CNBC, USA, Russland