17:06 20 August 2018
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    Xi Jinping (Archiv)

    Washington will den Chinesen Afrika nicht kampflos überlassen

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    Xi Jinping hat seine Afrika-Tour begonnen. Im Mittelpunkt der Reise steht Südafrika, wo der chinesische Staatschef ebenso wie Russlands Präsident Wladimir Putin in der kommenden Woche am BRICS-Gipfel teilnehmen wird.

    China ist der größte Handelspartner der afrikanischen Länder, sie wollen neue Investitionen. Doch die von China finanzierten Projekte sind oft verlustbringend. Die Amerikaner stellen die Hilfe Pekings als eine Form von Neokolonialismus dar.

    Auf dem Reiseprogramm des chinesischen Staatschefs stehen Senegal, Ruanda, Südafrika und Mauritius. Beim Besuch dieser Länder will Jinping das freundschaftliche Verhalten Chinas zu den Afrikanern zeigen und betonen, dass sie mit der chinesischen Unterstützung bei der Wirtschaftsentwicklung rechnen können.

    Wie CNN berichtete, nimmt der Einfluss Chinas in Subsahara-Afrika zu. China ist größter Handelspartner Afrikas, es hatte die USA vor fast zehn Jahren überholt. Laut Statistik machte der bilaterale Handelsumsatz bereits 2014 220 Mrd. Dollar aus.

    Peking will zeigen, inwieweit Afrika wichtig für China ist. Nicht zufällig reisen chinesische Top-Beamte regelmäßig nach Afrika. Sie kümmern sich nicht nur um den Handel. Afrika liefert Rohstoff, afrikanische Länder unterstützen in der Uno oft die Position Chinas. Bemerkenswert ist auch, dass Peking seinen ersten Auslandsstützpunkt in Dschibuti errichtet hat.

    Professor Ian Taylor von der University of St. Andrews sagte, dass die USA ihren Einfluss auf dem Kontinent verlieren würden, weil sie meinten, dass ihnen niemand Afrika abnehmen werde. Die Amerikaner blicken auf Afrika durch das Prisma der Sicherheit. Bei den Chinesen dominiere ein wirtschaftliches Herangehen, so der Experte.

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    Auf den ersten Blick scheint es merkwürdig, dass für den Besuch Länder wie Ruanda und Senegal gewählt wurden. Denn es sind Länder mit geringer Bevölkerungszahl. Sie erhielten auch keine großen chinesischen Investitionen. Laut Taylor nimmt Ruanda den wichtigsten Platz im internationalen Projekt Chinas ein – „Ein Gürtel, ein Weg“. Ruanda rechnet damit, dass es in den Eisenbahnbau in Ostafrika aufgenommen wird. Was Senegal betrifft, soll die chinesische Regierung an der Errichtung von  Häfen an der Atlantikküste interessiert sein.

    Wie der Asien- und Afrika-Experte der Moskauer Staatlichen Lomonossow-Universität Andrej Karnejew betonte, führte Peking bereits 2006 das China-Afrika-Forum durch. Zu diesem Forum reisten wie auf Befehl fast alle Präsidenten der afrikanischen Länder. Schon damals war zu bemerken, dass China in die Wirtschaft des ganzen Kontinentes eindringt. Seit der Zeit baute China seine Beteiligung in Afrika noch weiter aus.

    In Peking wird das im öffentlichen Bewusstsein als Mission wahrgenommen, den Afrikanern zu helfen. Zu diesem Thema wurde sogar ein Film gedreht. Dessen Hauptheld, ein chinesischer Superman, vernichtet in Afrika eine Gruppe von Terroristen.

    Die Ziele Chinas sind unverändert geblieben – die Nutzung der Rohstoffressourcen des Kontinents, Anbau von Landwirtschaftserzeugnissen für die Märkte von Drittländern. Zudem sichert China damit die zusätzliche Unterstützung auf internationalen Foren.

    Im Vergleich zu westlichen Ländern hat China einen solchen Trumpf wie die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, so Karnejew. China bleibt neutral, während westliche Länder den Afrikanern oft die Leviten lesen. Auf der anderen Seite soll jedoch die Rolle Chinas nicht übertrieben werden. Oft werden Ressourcen in chinesischen Projekten nicht ausreichend effektiv ausgegeben.

    „Die Festigung der Positionen Chinas passt natürlich dem Westen nicht. Beide Seiten werfen einander geopolitische Ambitionen vor. Für die Länder Afrikas ist es eine Chance, bessere Partner zu wählen, vorteilhaftere Bedingungen zu bekommen, den Wert der Anleihen zu senken“, so der Experte.

    Kurz vor der Reise Jinpings richteten die USA eine Warnung an die Afrikaner. Große Infrastrukturprojekte Chinas seien wirtschaftlich nicht gerechtfertigt. Sie können arme Länder in eine Schuldenfalle bringen, wie der Generaldirektor der Overseas Private Investment Corporation, Ray Washburne, sagte.

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    Tags:
    Handelskrieg, Finanzierung, Einfluss, BRICS, Xi Jinping, Afrika, USA, China
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