21:22 19 Oktober 2018
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    Mitglieder der Weißhelme-Organisation in Syrien (Archiv)

    Sie wissen zu viel: Was syrischen Weißhelmen nach der Evakuierung blüht

    © AFP 2018 / Abd Doumany
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    Westliche Länder haben mit Israels Hilfe Mitglieder der sogenannten Weißhelme aus Südsyrien evakuiert. Die vermeintlichen Menschenrechtsaktivisten durften unter keinen Umständen lebendig in die Hände der Assad-Regierung gelangen. Ob die Ex-Guerillas in Deutschland, England und Kanada wirklich sicher sein werden, ist aber fraglich.

    Damaskus steht kurz vor der kompletten Befreiung Südsyriens. In einer sehr erfolgreichen Operation haben die syrischen Regierungstruppen die von Islamisten besetzten Gebiete Quneitra und Daraa zurückerobert. Die meisten dort ansässigen Banden haben schlicht und einfach kapituliert. Wer von den Rebellen in Syrien bleiben wollte, hat sich mit der syrischen Regierung versöhnt. Die Anderen stiegen in grüne Busse und wurden nach Idlib gebracht.

    Auch sehr besonderes Personal war in Südsyrien vertreten: Mitglieder des sogenannten Syrischen Zivilschutzes, auch bekannt als Weißhelme. Hätten sie sich ergeben, hätten die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten ein gewaltiges Problem. Es ist einfach zu viel, was die Mitglieder der vermeintlichen Schutzorganisation zu erzählen hätten. Der Schaden, der den US-Verbündeten dadurch entstünde, wäre um ein Vielfaches größer, als die „Lappalie“ mit dem Jungen, den die Weißhelme angeblich beim Giftgasangriff von Ghuta gerettet hatten, und der später bestätigte, dass der Angriff eine inszenierte Attacke war.

    Die Weißhelme waren des Westens wichtigste Waffe an der Info-Front im Syrien-Krieg. Sie waren die „Menschenrechtler“ vor Ort, die angebliche „C-Waffen-Einsätze des blutigen Tyrannen gegen das eigene Volk“ filmten und fotografierten. Auf Grundlage eben dieser Daten verhängten die USA und ihre Partner Sanktionen gegen Damaskus und warfen zur Vergeltung Bomben über syrischen Städten ab (und es wären sicherlich Flächenbombardements geworden, hätte Moskau nicht zugesichert, den syrischen Luftraum zu schützen).

    Wie alle anderen denkenden Menschen auch verwiesen die syrische, russische und iranische Regierung immer wieder auf die Unzuverlässigkeit dieses Filmmaterials. Und auch darauf, dass die Weißhelme im Grunde nur die PR-Abteilung des Terrors seien, deren Mitglieder ihre Gefangenen ebenso köpfen, wie es ihre Kollegen ohne die weißen Helme tun. Um der Verbreitung solcherart Zweifel an der Integrität der „Weißen“ vorzubeugen, zeichnete der Westen einen Heldennimbus um deren Helme: „Kämpfer für die Menschenrechte“, „Retter in der Not mitten auf den Trümmerfeldern, die die Assad-Truppen hinterlassen“ wurden sie genannt.

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    Ganze 80.000 Menschen haben die Weißhelme dieser Legende nach seit 2012 gerettet – teils real, teils nur vor der Kamera. Das heißt, die „schwerverletzten“ Geretteten sprangen von den Bahren auf und zeigten sich dann auf einem anderen Trümmerfeld, wo sie wieder „heldenhaft“ vor den Kameras gerettet wurden. Ein Film über die „Retter“ erhielt sogar einen Oskar – da kann doch kein vernünftiger und etablierter Profi an der Echtheit der Aufnahmen zweifeln, die von irgendwem mit einem Smartphone irgendwo gemacht wurden.

    Mit der Zeit verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Amerikanern und den Weißhelmen aber. Dies lag teils daran, dass die neue Regierung im Weißen Haus die Aussichtslosigkeit der syrischen Front im Kampf gegen den Iran begriff und sich da nicht weiter festfahren wollte. Auf Befehl jener Kräfte, die die USA und ihren neuen Präsidenten hingegen immer weiter in diesen Krieg hineinziehen wollten, inszenierten die Weißhelme aber immer neue Fake-Geschichten.

    Kein Wunder also, dass die US-Regierung die Finanzierung der „Zivilschutzorganisation“ zunächst eingestellt hatte, dann aber (als die progressive Menschheit sich empörte, dass die Helden im Kampf gegen den blutigen Tyrannen alleingelassen würden) doch noch mehrere Millionen Dollar bereitstellte, damit die Weißhelme wenigstens bis Ende dieses Jahres durchhalten könnten. Die „Retter“ völlig sich selbst zu überlassen – dazu war Washington dann doch nicht bereit: Diese Leute wissen zu viel und dürfen Baschar Assad nicht in die Hände fallen.

    Es gab mehrere Lösungsvarianten. Man hätte die Weißhelme liquidieren und deren Tod dann dem „Tyrannen“ und seinen Verbündeten in die Schuhe schieben können. Eine günstige und zuverlässige Variante, eigentlich. Der Haken ist nur, dass die Weißhelme zu viele sind. Irgendjemand unter ihnen hätte es schaffen können, der Liquidierung zu entkommen, und zu Assad überzulaufen. Und außerdem: Hätten die Amerikaner ihre einstige Waffe auf diese Weise entsorgt, hätten sie ihrem Image geschadet: Andere Terrorbanden würden – das Ende der Weißhelme vor Augen – künftig auf eine Zusammenarbeit mit den Amerikanern lieber verzichten.

    Also doch besser eine Evakuierung, frei nach Roosevelt: „Das sind böse Jungs, aber das sind unsere bösen Jungs“. Evakuiert werden musste allerdings schnellstmöglich, denn die syrische Regierung hatte die Grenze zu Jordanien bis auf einen kleinen Streifen vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Weißhelme waren auf einem kleinen Landstrich entlang der Golanhöhen eingesperrt, der noch von Terroristen kontrolliert wurde, aber schon kurz vor der Kapitulation stand.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Syrischer Großmufti hält „Weißhelme“ für „Kriegsverbrecher“

    In dieser Situation baten US-Präsident Trump und Kanadas Premierminister Trudeau den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu, die „Retter“ zu retten. Es seien ja "Menschen, die Leben retten und sich nun selbst in tödlicher Gefahr befinden", wie der israelische Regierungschef sagte. Die Israelis haben die Terroristen erst ins eigene Land ein- und dann nach Jordanien weiter durchgelassen. Laut offiziellen Angaben wurden insgesamt 422 Menschen (die Weißhelme und ihre Angehörigen) evakuiert.

    Derzeit halten sich die Geretteten an einem geheimen Ort in Jordanien auf. Sie sollen in den nächsten drei Monaten nach Deutschland, England und Kanada ausgeflogen und dort untergebracht werden, weitab von den Kameras. Und da ihre Aufenthaltsorte natürlich weiterhin geheimbleiben werden (nicht, dass das Assad-Regime oder russische Spione sie doch noch zu fassen kriegen), wird nichts und niemand den Westen daran hindern, die wichtigsten und größten Helden unter den Helden klammheimlich zu liquidieren. Man will ja kein Risiko eingehen.

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    Tags:
    Fake-Berichte, Asyl, C-Waffen-Einsätze, Evakuierung, Weißhelme, Justin Trudeau, Baschar al-Assad, Donald Trump, Israel, USA, Syrien