01:05 14 November 2018
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    Eine muslimische Division der Waffen-SS beim Salat-Gebet

    Islam zwang bereits unter Hitler Europa in die Knie – Führer freute sich

    CC BY-SA 3.0 / Bundesarchiv/ Falkowski / Bild 146-1977-137-20
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    „Schwarze Horden“ von aggressiven Männern, die die europäische Kultur „zerstören“, der „Alten Welt“ ihre Scharia-Regeln aufzwingen und Köpfe abschneiden wollen – so stellen europäische Rechtsextreme gewöhnlich die muslimischen Flüchtlinge dar. Dabei war der Islam einst ein lieber Freund des nationalsozialistischen Deutschlands.

    Der Standpunkt in Bezug auf eine islamische Gefahr tritt allmählich aus dem Nebel der Marginalität: In den europäischen Ländern kommen immer häufiger rechte Politiker an die Macht, und das Thema „Abwehr der islamischen Invasion“ wird für ihre Mitbürger immer akuter. Dabei gab es in der Vergangenheit Zeiten, als die Bewunderer des Propheten Mohammed als Träger einer Idee galten, die heute die Europäer aus ihren geistlichen Fesseln befreien soll. Damals huldigten nicht nur europäische Intellektuelle, sondern auch treue Hitler-Anhänger Allah.

    Ende der 1930er Jahre erhielt das Außenpolitische Amt der NSDAP mehrere Briefe. Ihr Autor war wütend: Ihm zufolge wären in eine der islamischen Gemeinden Berlins Feinde eingedrungen – Juden und Kommunisten. Die Situation war beunruhigend: Immerhin waren die einen wie die anderen Hitlers Feinde. Doch die Gestapo vertuschte diesen Fall, denn es stellte sich heraus, dass die Führung der beschuldigten islamischen Organisation fast ausschließlich aus treuen Hitler-Anhängern und NSDAP-Mitgliedern bestand. Besonders prekär war die Situation, weil auch der Autor der Briefe selbst Muslim war. Und der Fall wurde eben vertusch.

    Zerrüttung in den Köpfen

    Die Zeiten zwischen den beiden Weltkriegen lassen sich durchaus als Ära der geistigen Leere bezeichnen. Es kam der Jugendstil: Häufiger als je zuvor wurden Fragen über die Zukunft Europas und der Gesellschaft im Allgemeinen, über den „neuen Menschen“ aufgeworfen, der diese Zukunft aufbauen sollte – und die alten Antworten auf diese Fragen gefielen niemandem mehr.

    Vor allem galt dies für Deutschland, wo das Christentum nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Reiches seine Kraft rasch verlor. Der Garant des Protestantismus war für die Deutschen der Kaiser, und nach seiner Flucht und Abdankung wurde die Identität der Protestanten immer verschwommener. Dasselbe passierte auch mit den deutschen Katholiken, die die Entente durch die österreichisch-deutsche Grenze voneinander getrennt hatte. Ohne ihre verlorenen moralischen Orientierungspunkte mussten viele Deutschen nach neuen suchen und waren für neue, manchmal durchaus kühne Ideen offen.

    Das erste internationale Parlament der Religionen, 1893: Die Ahmadiyya beteiligten sich daran neben Vertretern anderer muslimischer Konfessionen.
    Das erste internationale Parlament der Religionen, 1893: Die Ahmadiyya beteiligten sich daran neben Vertretern anderer muslimischer Konfessionen.

    Womit diese ideelle „freie Drift“ endete, ist allgemein bekannt, aber ganze zehn Jahre vor der Machtübernahme durch die Nazis blieb die Weimarer Republik ein einzigartiger Ort, wo sich ganz verschiedene ideelle und künstlerische Strömungen vermischten. Berlin war die kulturelle Hauptstadt Europas, die Menschen aus aller Welt mit offenen Armen empfing: Allein aus Russland, wo die Revolution tobte, kamen mehr als 500.000 Zuwanderer in die deutsche Hauptstadt.

    Im Berliner „Schmelztiegel“ fand sich Platz für ganz verschiedene Bewegungen: für liberale Demokraten, Nationalisten und Sozialisten, für christliche Sektierer und „Proto-Hippies“ von der Lebensform-Bewegung; für Buddhisten, Hinduisten und natürlich auch Muslime. In der Stadt lebten etwa 15 000 Muslime, und bis 1922 gründeten sie schon 16 verschiedene Organisationen. Einige von ihnen waren durchaus experimentierfreudig, was ihre theosophischen und politischen Ideen anging: der Panislamismus passte durchaus mit der marxistischen Philosophie und mit der antikolonialistischen Befreiungsrhetorik zusammen. Aber für die richtige Furore sorgte die in den frühen 1920er-Jahren entstandene Ahmadiyya-Bewegung. Gerade ihren Aktivisten ist der Bau der ersten Moschee in Deutschland zu verdanken, und Vertreter der deutschen Mittelklasse hatten auf einmal nichts dagegen, arabische Namen zu übernehmen und die Salat zu verrichten.

    Der Heilige Krieg des Wortes und der Feder

    Es muss an dieser Stelle erklärt werden, was für eine einmalige Version des Islams die Köpfe des aufgeklärten europäischen Publikums erobert hat. Die Ahmadiyya-Bewegung hatte ihre Wurzeln im späten 19. Jahrhundert auf dem Territorium des jetzigen Pakistans. Ihr Gründer wurde  im Jahr 1882 ein gewisser Mirza Ghulam Ahmad, der sich zum Mudschaddid erklärte, dem göttlichen Reformer der Religion. Er behauptete, dass Jesus bzw. der Prophet Isa, wie ihn Muslime nennen, nicht gekreuzigt worden wäre, sondern sich gerettet und den Rest seines Lebens im indischen Kaschmir verbracht hätte. 

    Der Reformer behauptete, eben sein Nachfolger und zugleich Mahdi, der letzte Prophet, zu sein. Laut seiner Lehre war es die Aufgabe des Islams, in seinen Reihen die ganze Menschheit zu vereinigen, und zu diesem Zweck müssten die Ansichten der Muslime radikal verändert werden. Der größte Unterschied dieser Lehre von den anderen war die grundsätzlich friedliche Deutung des Dschihads – des Heiligen Kriegs: Sie rief die Menschen nämlich auf, den „Untreuen“ keinen Krieg zu erklären, sondern den Dialog mit ihnen zu führen und nach gegenseitiger Verständigung zu suchen. 

    Allerdings haben traditionelle islamische Gotteslehrer Mirza Ghulam Ahmad noch zu seinen Lebenszeiten zum Frevler erklärt, unter anderem weil Ahmadiyya-Anhänger solche Veranstaltungen wie Hochzeiten, Beerdigungen und religiöse Kulthandlungen nur innerhalb ihrer Gemeinden organisierten und gegen den bewaffneten Kampf gegen die Kolonialmächte auftraten.

    Seit 1900 handelten Ahmadiyya-Missionare so gut wie weltweit, indem sie die Methoden der Christen übernahmen. Mirza Ghulam Ahmad hatte keine Angst vor Debatten mit Vertretern ganz verschiedener Glaubenslehren und versuchte, den Dschihad „mithilfe des Wortes und der Feder“ zu führen. Er träumte davon, die Europäer zum Islam konvertieren zu lassen: Er soll einmal einen Traum gehabt haben, wie er eine Vorlesung in London gehalten habe, und dabei wären weiße Vögel auf ihn zugeflogen.

    Den Aufschwung der Berliner Ahmadiyya-Gemeinde konnte Mirza Ghulam Ahmad nicht miterleben: Er starb 1908, und seine Bewegung spaltete sich in zwei Teile. Der erste Zweig nahm ihn als Propheten war, der gleichzeitig Mohammed und Jesus verkörperte, und indem seine Aktivisten in seiner Heimatstadt Qadian geblieben waren, verwandelten sie sich praktisch in eine weitere islamische Sekte, die es Dutzende, wenn nicht Hunderte gab. Und der zweite Zweig (Lahore-Zweig) seiner Anhänger folgte seinen Ideen, ohne ihn allerdings zu kanonisieren. Und gerade seine Vertreter konnten später in Berlin die einmalige Plattform für interreligiöse Kontakte bilden.

    „Islam-Feinde in Islam-Diener verwandeln“

    Das Geld für die europäische Mission haben viele muslimische Gemeinden in Indien gesammelt. Die Lahor-Gemeinde veröffentlichte religiöse Texte in englischer, deutscher, albanischer, ungarischer, italienischer und französischer Sprache. Später druckte sie auch Zeitungen in Großbritannien und Deutschland und veröffentlichte den Koran in den jeweiligen Sprachen.

    Einer der führenden Vertreter der europäischen Ahmadiyya-Missionare, Mohammad Ali, sagte: „Indem wir in Europa predigen, können wir die Feinde des Islams, die jahrhundertelang aus aller Kraft Muslime vernichteten, zu seinen Dienern machen.“ Er glaubte allerdings, dass die massenhafte Konvertierung der Europäer ein sehr langfristiges Ziel wäre: „Unsere erste Aufgabe ist es, in Europa islamische Lehrzentren zu gründen, und dann würde die Konvertierung auf natürliche Weise erfolgen.“

    In ihren regelmäßigen Berichten, die die Missionare in die Heimat schickten, erzählten sie nicht besonders ausführlich über die Besonderheiten ihrer Arbeit. Denn in ihren Predigten, die den Europäern so gefielen, wurde Mohammeds Lehre unter verschiedenen und oft ungewöhnlichen Blickwinkeln beleuchtet – und konservative Mäzene, die ihnen Geld zur Verfügung stellten, würden das wohl alles andere als begrüßen.

    Islam der besonderen Art

    Wie bereits erwähnt wurde, litt Europa zu den damaligen Zeiten unter einer Ideenkrise: Die traditionellen Wertesysteme zerfielen quasi wegen des technischen bzw. technologischen Fortschritts der Schrecken des Ersten Weltkriegs. Den immer populärer werdenden Materialismus hielten viele für den „geistigen Tod“. Unter diesen Bedingungen eröffneten sich wichtige Möglichkeiten für verschiedene Religionen – und die Ahmadiyya-Anhänger profitierten sehr davon.

    Die Wilmersdorfer Moschee wurde Treffpunkt der Berliner Muslime mit Menschen, die Interesse oder Sympathie für den Islam zeigten, ohne aber Muslime zu sein. Dort fanden Vorlesungen, Seminare, Ausstellungen und religiöse Veranstaltungen statt.

    Ahmadi-Prediger bemühten sich, die Grenzen zwischen Islam, Judentum und Christentum zu verwischen – ihnen zufolge war der Islam die Verkörperung der gesamtmenschlichen Ideale. Einer von ihnen, Sadr-ud-Din, sah eine direkte Verbindung zwischen dem Islam und den Werten der Französischen Revolution. Ihm zufolge würde der Wechsel zum moslemischen Glauben eine „perfekte Demokratie, Freiheit, völlige Gleichheit und wahre Bruderschaft bringen“. Er hob ebenfalls hervor, dass der Zusammenschluss in eine weltumspannende Umma die Kriege zwischen europäischen Völkern beenden würde.

    Mirza Ghulam Ahmad mit seinen Anhängern. Ungefähr 1899.
    Mirza Ghulam Ahmad mit seinen Anhängern. Ungefähr 1899.

    Für die Zeitung „Moslemische Revue“, herausgegeben von der Ahmadiyya-Mission, wurden Artikel über den Islam von Persönlichkeiten mit sehr vielfältigem Hintergrund geschrieben. Wie beispielsweise der Kantianer-Philosoph jüdischer Herkunft, Hugo Marcus. Am Ende des Lebens wechselte er zum Mohammedanismus, nahm sich den Namen Hamid und wurde zum Präsidenten der Deutschen Muslimischen Gesellschaft, die der Ahmadiyya-Gemeinde freundschaftlich gesinnt war. In seiner strengen monotheistischen philosophischen Theorie wurde der Islam zu dem zuvor fehlenden Kettenglied, zur Endstufe auf dem Wege zum „neuen Menschen“ nach der Philosophie von Kant, Nietzsche und Spinoza.

    Vor der Ahmadiyya hatte es bereits Versuche gegeben, den Islam mit dem westlichen Gedanken zu verbinden, indem die Befreiung der Muslime vom Imperialismus mit der Aussicht auf eine globale Revolution verbunden war. Doch diese Synthese mit dem Kommunismus wurde unter den Europäern nicht populär. Im Unterschied zu diesem Herangehen konzentrierte sich Ahmadiyya auf die persönlichen Entwicklung. Baron Rolf von Ehrenfels, eine bekannter Moslem österreichischer Herkunft, veröffentlichte 1931 in der Zeitschrift „Muslimische Revue“ einen Artikel darüber, wie der Islam in diesem Aspekt der in Deutschland verbreiteten Bewegung „Lebensreform“ nahe steht. In beiden Fällen wurde vorgeschlagen, sexuelle, soziale und alltägliche Aspekte zu ändern, indem man der Natur näher kommt.

    Das Potential für den öffentlichen Fortschritt wurde in der Ahmadiyya von ganz verschiedenen Persönlichkeiten in der damaligen Zeit hervorgehoben. Faruq H. Fischer (anscheinend steckte hinter diesen Beinamen der berühmte Autor von Nazi-Bühnenstücken, Hans Fischer) schrieb über die Kompatibilität des Islams mit der Ideologie des Nationalsozialismus. Ihm gefiel die östliche Religion, weil sie Alkoholverzicht, Sport und Hygiene und nicht Liberalismus und intellektuellen Unterricht fördert, dass sie auf gemeinsame Erfahrungen ausgerichtet ist und keinen unnötigen Individualismus entwickelt. Fischer zufolge verhielten sich die Nazi-Behörden offenbar muslimisch, was einen fortgeschrittenen Charakter des einen wie des anderen bedeutete.

    Sein Artikel wurde 1934, ein Jahr nach der Machtübernahme der Nazis veröffentlicht. Bis zum Krieg, der von Ahmadiyya in jeder Erscheinung abgelehnt wurde, blieben fünf Jahre. Das Land bewegte sich zum Totalitarismus hin, islamische Missionare liefen in diesem Strom mit. Als Hitler 1933 Deutschland unter seine Kontrolle nahm, unterstützte der Präsident der Ahmadiyya-Gemeinde die NSDAP und betonte, dass die Nationalisten „Fragen des Reichtums und Geschlechtsfragen sehr islamisch betrachten“. Er äußerte die Hoffnung, dass in der Zukunft auch das ganze Europa aufwachen werde.

    Wechsel der Religion

    Vielen Zuwanderern aus islamischen Ländern gefielen die Aktivitäten der Nachfolger von Mirza Ghulam Ahmad nicht. Habibur Rahman, Chef einer muslimischen Organisation in Deutschland, schrieb einst Dutzende Briefe an das Außenministerium des Dritten Reichs, in denen der Ahmadiyya Verbindungen mit Kommunisten und Juden vorgeworfen wurden. Rahman wollte den Nazis seine Treue unter Beweis stellen, doch Scheich Mohammed Abdullah, der letzte Präsident der Mission der Ahmadiyya, ging proaktiv vor. Er schickte dem Ministerium eine Liste der gesamten Spitze der Organisation – die meisten Anführer waren NSDAP-Mitglieder, einige dienten sogar in der SS. Zum damaligen Zeitpunkt waren in der Wilmersdorfer Moschee schon lange keine Bolschewiken und Juden willkommen.

    Gottesdienst in der Ahmadiyya-Moschee, 1931
    Gottesdienst in der Ahmadiyya-Moschee, 1931

    Unter den neuen europäischen Muslimen waren Nazis und Liberale, Adelige, Hausfrauen und Kriegsveteranen. Ihre Gemeinden sahen offenbar nicht so aus, wie man es sich vorstellte. Ahmadiyya-Ideologen meinten, dass der Islam eine „praktische, rationelle Religion“ sei, für deren Annahme keine Transformation nötig sei. „Sie ist in jedem Kind vorhanden. Man kann Moslem sein, ohne jemandem davon zu erzählen – es würde ausreichen, zuzugeben, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Mohammed sein Prophet ist.“

    Dieses freie Herangehen an einen Wechsel der Religion brachte merkwürdige Ergebnisse. Auf den Fotos von Treffen der neuen Moslems sind einfache europäische Stadtbewohner – Frauen in Kleidern mit unverhülltem Kopf, Männer mit verschiedenen Bärten und Schnurrbärten zu sehen. Laut Augenzeugen erinnerten die Gottesdienste, die jeden Freitag in den Moscheen stattfanden, eher an protestantische Gottesdienste – die Besucher saßen auf Bänken und hörten Predigten.

    Diese neuen Moslems wollten keine andere Kleidung anziehen, auch nicht die arabische Sprache lernen. Es stellte sich außerdem heraus, dass viele von ihnen nicht einmal ihre alten Gemeinden verlassen haben und die Gottesdienste verschiedener Religionen besuchen.

    Keine richtigen Moslems

    Das alles gefiel natürlich den orthodoxen Mohammedanern nicht. Sie drangen in die Organisation ein und schrieben über ihre Beobachtungen nach Indien – an die Sponsoren der Bewegung. In den Briefen wurden Scheich Abdullah verschiedene Sünden vorgeworfen – er soll Schweinefleisch verkauft, mit der Frau Tennis gespielt statt den Namas (ein Gebet) gesprochen zu haben, er soll Kontakte mit deutschen Frauen gehabt haben. Etwas davon stimmte vielleicht, doch die Mechanismen der Finanzierung waren nicht flexibel. Man konnte nicht schnell darauf reagieren. Alles endete anders.

    1939 brach der Krieg aus. Obwohl die Mission der Ahmadiyya dem Mainstream der deutschen Politik folgte, musste sie ihre Aktivitäten einstellen. Nach der Einnahme Berlins wurde in einer Moscheenbibliothek eine umfangreiche Büchersammlung entdeckt. Dort gab es sowohl marxistische revolutionäre Flugblätter als auch die Tora. Es gab jedoch kein einziges Buch über die Naziideologie. Anscheinend hatte jemand beschämt alle diese Quellen entfernt, wobei man die Vergangenheit der Organisation verschönern wollte.

    Heute funktioniert die Wilmersdorfer Moschee vorwiegend als Informationszentrums. In der ältesten Moschee Deutschlands werden Schulführungen organisiert. Wie im vergangenen Jahrhundert finden dort Treffen zwischen Vertretern verschiedener Religionen statt. Eine kleine Gruppe von Gläubigen kommt jeden Freitag zum Gottesdienst.

    Heute zählt die Ahmadiyya-Bewegung rund um den Globus zehn bis 20 Millionen Menschen. Das ist rund ein Prozent aller Muslime weltweit. Eine genaue Zahl ist schwer anzugeben, denn in vielen islamischen Ländern dürfen die Ahmadiyya-Mitglieder nicht Moslems genannt werden und sie werden verfolgt. So ist es ihnen zum Beispiel verboten, nach Mekka zum Hadsch zu reisen.

    In Pakistan ergeht es den Ahmadiyya-Mitgliedern am Schlimmsten. Beim Erhalt des Passes müssen die Pakistaner schriftlich von Mirza Ghulam Ahmad abschwören. Die Behörden löschten sogar das Wort „Moslem“ auf dem Grab des Nobelpreisträgers Abdu Salam, weil er Ahmadiyya angehörte.

    Der seit dem 17. Jahrhundert erste Versuch, den Islam zu erneuern, scheiterte. Es ist nicht bekannt, wann man von der islamischen Welt Predigten erwarten soll, die ausschließlich auf  Frieden, Liebe und Einvernehmen gerichtet sind. Der Islam, den heute die meisten Muslime vertreten, ist nicht besonders kompatibel mit den Realitäten in Ländern der „ersten Welt“. Doch die Erfahrung der Mission der Ahmadiyya zeigt, dass der Dialog der Kulturen einst möglich war. Man kann also hoffen, dass sich das irgendwann wiederholen wird.

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    Tags:
    Konfessionen, Moschee, Islamisierung, Bau, Muslime, Islam, Der Zweite Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Ahmadiyya-Gemeinde, Ahmadiyya-Moschee, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), Waffen-SS, NSDAP, Adolf Hitler, Drittes Reich, Europa, Asien, Pakistan, Indien, Berlin, Deutschland