23:22 18 November 2018
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    US-Raketenzerstörer USS Dewey im Pazifischen Ozean

    USA bangen um Dominanz auf Weltmeeren und wollen Kriegsflotte schneller aufrüsten

    CC BY 2.0 / U.S. Navy / Mass Communication Specialist 2nd Class Devin M. Langer
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    Die Weltmeere spielen bei der Gewährleistung der nationalen Sicherheit eine zunehmend wichtige Rolle. Das strategische Element der Seestreitkräfte gewinnt somit bei der Erschließung der künftigen Kriegsschauplätze in den Ozeanen und Meeren an Bedeutung.

    Das hängt vor allem mit der wachsenden Konkurrenz zwischen den Industrieländern zusammen, die ihren Zugang zu den Meeresressourcen sichern und die Kontrolle über strategisch wichtige Gebiete der Weltmeere übernehmen wollen.

    Außerdem ist in der letzten Zeit die militärische Stärke auf hoher See, darunter die atomare U-Bootflotte, immer mehr ausschlaggebend für das maritime Kräfteverhältnis, für die Aufrechterhaltung der strategischen Stabilität sowie für den Verlauf und den Ausgang der Kriege und bewaffneten Konflikte. Unter diesen Bedingungen bemüht sich das Pentagon, dessen Marine mehr als doppelt so stark wie die Kriegsflotten Russlands und Chinas ist, die Überlegenheit der USA in den Weltmeeren sicherzustellen.

    So wurden vom Ministerium der US-Kriegsflotte für das Finanzjahr 2019 Gelder zum Erwerb von zehn neuen Kampfschiffen und Versorgungsschiffen beantragt, darunter zwei Mehrzweck-Atom-U-Boote des Typs Virginia, drei Zerstörer des Typs Arleigh Burke, eine Fregatte des Typs LCS, zwei  Tankschiffe des Typs John Lewis (TAO-205), eine Expeditionsbasis der Marine und ein Rettungsschlepper des Typs TATS.

    In einem Fünfjahresplan (2019-2023) ist der Bau von 54 Kampfschiffen und Versorgungsschiffen vorgesehen, darunter ein U-Boot des Typs Columbia (Baubeginn — 2021), ein Mehrzweck-Flugzeugträger Gerald R. Ford (insgesamt drei Schiffe unter Berücksichtigung der früheren aus den Jahren 2017 und 2018), zehn Angriffs-U-Boote Virginia (insgesamt sind es 14), 14 Zerstörer des Typs Arleigh Burke (insgesamt 18), sechs aussichtsreiche Fregatten FFG (X), eine Fregatte LCS (insgesamt 6), drei Landungsschiffe LX (R) (insgesamt 4), acht Tankschiffe des Typs John Lewis (insgesamt zehn), sechs Rettungsschlepper TATS (insgesamt acht), zwei Ozean-Forschungsschiffe TAGOS (X) und zwei Expeditionsschiffe ESB (insgesamt drei).  Die USA investieren fast 120 Mrd. Dollar, um ihre Vormachtstellung auf hoher See zu verteidigen.

    Im Februar legte das US-Marineministerium dem Kongress einen langfristigen Plan für den Bau von Schiffen vor, demzufolge der Bau und der Kauf von Schiffen zwischen 2019 und 2048 erfolgen soll. Laut diesem Plan soll die Zahl der Kriegsschiffe zum Ende dieser Periode auf 355 erhöht werden. Allerdings wurden vom Pentagon keine detaillierten Angaben dazu gemacht.

    Die US-Kriegsflotte verfügt derzeit über 275 Kampfschiffe. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit bezeichnete Trump die militärische Stärke der US-Marine als die geringste seit dem Ersten Weltkrieg. Später schlug er an Bord des sich in Bau befindlichen Flugzeugträgers Gerald R. Ford in Newport vor, ein umfangreiches Programm zum Ausbau der Flotte umzusetzen.

    Laut Marine-Experten sollen für den erwähnten Plan jedes Jahr 192 Mrd. Dollar ausgegeben werden. Eine der Hauptaufgaben bei dessen Umsetzung ist die Verkürzung der Fristen bis zur Inbetriebnahme und die Entwicklung von Produktionskapazitäten. Laut dem Dokument soll die Übergabe von Flugzeugträgern an die Flotte nicht alle fünf Jahre, wie es früher der Fall war, sondern alle vier Jahre erfolgen. Dieser Beschluss ist mit den festgelegten Reparaturfristen und mit der Ausmusterung von Schiffen dieser Klasse sowie mit der Notwendigkeit verbunden, ständig zwölf Flugzeugträger in Gefechtsbereitschaft zu haben.

    Die Flugzeugträger sind die wichtigste Angriffskraft der US-Marine. Zurzeit verfügen die USA über zehn Flugzeugträger der Nimitz-Klasse. Fünf von ihnen gehören der Pazifikflotte an, fünf andere sind in verschiedenen Gebieten des Atlantischen Ozeans im Einsatz. Einige weitere Flugzeugträger sind derzeit nicht aktiv. Ein Flugzeugträger befindet sich immer in planmäßiger Wartung. Auf jedem Flugzeugträger ist eine Gruppe von Bordjets und —hubschraubern stationiert.

    Zudem sollen Maßnahmen zur Erhöhung des Lebenszyklus von Kampfschiffen, ihrer Waffen und Hilfsschiffe ergriffen werden. Wie die Zeitschrift „Breaking Defense“ vom 20. Juni 2018 unter Berufung auf den Chef des Kommandos für Schiffbau und Ausrüstung der US-Marine, Vizeadmiral Thomas Moore, berichtete, könnten die erhöhten Ausgaben und ergriffenen Maßnahmen zur technischen Versorgung und Modernisierung der Schiffe den geplanten Ausbau der Kriegsflotte auf 355 Einheiten um 20 Jahre verkürzen. Die angestrebte Zahl könnte demnach bereits zwischen 2032 und 2035 erreicht werden.

    US-Admiräle wiesen die Gesetzgeber bereits mehrmals darauf hin, dass die einfache Verkürzung der Baufristen die Erhöhung auf das gewünschte Niveau nicht ermöglichen werde, wenn die alten Schiffe in demselben Tempo ausgemustert werden. Ihnen zufolge agiert das Pentagon bei der Erhöhung der Stückzahl der Schiffe auf 355, die die Erfüllung der Nationalen Verteidigungsstrategie gewährleisten sollen, viel zu langsam. Selbst wenn die Schiffe möglichst schnell gemäß den vorhandenen Möglichkeiten gebaut würden, werde die geplante Stückzahl bis 2052 kaum erreicht werden können, stellte der Vizeadmiral fest.

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    Tags:
    Kriegsflotte, Herrschaft, Welt, Präsenz, Dominanz, Kriegsschiffe, Schiffbau, Bau, Produktion, Flugzeugträger, Atom-U-Boote, U.S. Navy, USA