03:41 17 Oktober 2018
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    „Mitten ins Reichsherz“: Geheimer Stalin-Befehl an Sowjetflieger freigegeben

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    Das russische Verteidigungsministerium hat mehrere Geheimakten aus dem Zweiten Weltkrieg freigegeben, darunter einen Befehl von Joseph Stalin an eine sowjetische Bombereinheit und einige Einsatzberichte russischer Kampfpiloten.

    Die Reichshauptstadt Berlin war für die sowjetischen Luftstreitkräfte von Anfang an ein strategisches Ziel im Zweiten Weltkrieg. Ein Befehl von Joseph Stalin an den Kommandeur der 81. Luftdivision ist ein eindrücklicher Beleg dafür: Die Division wird angewiesen, „einen Bombenangriff mitten ins Herz des faschistischen Dritten Reichs“ vorzunehmen.

    Die freigegebenen Akten enthalten viele weitere Zeugnisse der damaligen Vorgänge und Ereignisse – beispielsweise einen Rapport über den Abwurf sowjetischer Siegesflaggen über der Reichshauptstadt.

    Als Ausdruck für die absolute Vormacht im Himmel über Berlin warfen 22 sowjetische Jagdflugzeuge am 1. Mai 1945 rote Sowjetfahnen über der Stadt ab. Zeitgleich grüßten die Piloten per Funk die Feldherren der Roten Armee, Georgi Schukow und Iwan Konew.

    „In den Jahren des Großen Vaterländischen Kriegs zeigten die Sowjetpiloten beispielhaftes Heldentum, Mut, Tapferkeit und bedingungslose Liebe zum Vaterland“, heißt es auf der Webseite des russischen Verteidigungsministeriums.

    So etwa der Unterleutnant Wladimir Guljajew. Nach dem Krieg wurde er zu einem erfolgreichen und beliebten Schauspieler in der UdSSR. Doch schon während des Krieges war er vielfach ausgezeichnet worden. „Durch Bomben- und Bordkanonenfeuer hat er 2 Panzer, 20 Fahrzeuge und 10 Fuhrwerke vernichtet, bis zu 30 Soldaten und Offiziere getroffen“, heißt es in einem Dienstschreiben anlässlich einer Medaillenverleihung an den jungen Piloten.

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    Zahlreiche Dokumente über die Verleihung von Auszeichnungen und Medaillen würden die „Heldentaten der Piloten“ bezeugen. Die Unterlagen werden im Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums aufbewahrt, schreibt das Ministerium auf der Webseite weiter.

    Die bisher geheimen Unterlagen erzählen auch die beeindruckende Geschichte von Arkadi Kamanin, dem jüngsten Kampfpiloten im Großen Vaterländischen Krieg. Schon im Alter von 15 Jahren hat er Einsätze geflogen. Seinen ersten selbständigen Flug absolvierte er im Juli 1943. Nur ein Jahr später zählte der junge Kampfpilot bereits 400 erfolgreiche Einsätze und eine Auszeichnung mit dem höchsten Orden der Sowjetunion.

    Ein weiteres Vorbild für mutigen Einsatz an der Front ist der Kampfpilot Leontij Dramarezkij. In den ersten zwei Monaten nach Kriegsausbruch wurden ihm drei Orden verliehen. Er kämpfte an der Westfront der Sowjetunion. Seinen letzten Kampfeinsatz flog er am 16. August 1942, als er einen Jagdbomberverband anführte.

    Dazu heißt es in einem jüngst veröffentlichten Dokument: „Nachdem er die Last erfolgreich auf eine gegnerische Fahrzeugkolonne abgeworfen hatte, setzte er zum dritten Anflug an, doch dem Feind ist es gelungen, sein Flugzeug zu treffen. Da ihm klar war, dass er es bis zur Heimatbasis nicht schaffen würde, steuerte er seine Maschine in eine deutsche Panzerkolonne.“

    Auch Oberleutnant Jekaterina Selenko wurde postum geehrt. Die Kampfpilotin erhielt den Titel der Heldin der Sowjetunion.

    Vom ersten Kriegstag an war Selenko an der Front eingesetzt. Im Juli 1941 befehligte sie eine Bomberstaffel: Nachdem der Verband 45 gegnerische Panzer, 20 Fahrzeuge und ein ganzes Heeresbataillon vernichtet hatte, kehrte er ohne Verluste zum Flugplatz zurück.

    Am 12. September 1941 absolvierte Selenko zwei Aufklärungsflüge. Obwohl ihre Maschine durch feindlichen Beschuss getroffen worden war, flog sie am selben Tag im Verband mit einer zweiten Maschine einen weiteren Einsatz.

    Auf dem Rückweg wurden die beiden Flugzeuge von sieben deutschen Me-109 attackiert. Eine davon konnte Selenko abschießen. Weil ihr die Munition ausgegangen war, steuerte die Pilotin ihre Su-2 auf ein deutsches Jagdflugzeug und rammte es. Eine weitere Messerschmidt war damit vernichtet, bezahlt mit dem Leben der Kampfpilotin. 40 Kampfeinsätze in 12 Luftkämpfen hatte Selenko bis zu ihrem Tod erfolgreich absolviert.

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    Tags:
    Dokumente, Befehl, Kampfflugzeug, Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg, Luftwaffe, Josef Stalin, Deutschland, UdSSR