12:36 18 Dezember 2018
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    Der russische Kampfpanzer des Typs T-14 Armata in der Ausstellung des militärtechnischen Forums Army-2018

    Blindschuss: US-Experten offenbaren Fehleinschätzung zu Russlands Superpanzer

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    Russlands militärische Dominanz im postsowjetischen Raum ist derart stabil, dass ein paar neue Panzer keine besondere Rolle bei der Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit spielen. Zu diesem Schluss kamen Experten nach dem internationalen militärtechnischen Forum „Army 2018“.

    Die russische Armee werde schrittweise mit neuem Militärgerät versorgt, schreibt der amerikanische Experte Dave Majumdar in „National Interest“. Ihm zufolge verläuft die Modernisierung des russischen Militärs punktuell – bislang habe sich in der russischen Armee „prinzipiell nichts geändert“.

    Als Beispiel führt der Autor des Artikels die Panzer T-14 Armata an, die ihm zufolge bereits in Dienst genommen wurden und nach allgemeiner Meinung als eine der größten Errungenschaften der russischen Rüstungsindustrie der vergangenen Jahre gelten.

    Der Chefredakteur der Fachzeitschrift „Arsenal Otetschestwa“, Viktor Murachowski, weist jedoch darauf hin, dass dem amerikanischen Experten einige Fehler bei der Einschätzung der russischen Militärs unterlaufen sind. Der Panzer T-14 Armata sei noch nicht in die russische Armee aufgenommen worden, derzeit durchlaufe die Kampfmaschine die staatlichen Tests, so der russische Rüstungsexperte.

    Nach Angaben von „National Interest“ würden die T-14- und T-90M-Panzer in den kommenden Jahren nur in beschränkter Stückzahl der Armee zur Verfügung gestellt. Die Grundlage der russischen Panzertruppen würden deswegen der Panzer T-72B3 und andere modernisierte Versionen der vorhandenen Maschinen bilden.

    „Zunächst sollte man die Experten von National Interest daran erinnern, dass der T-90M-Panzer auch noch nicht in Dienst gestellt wurde und sich im Testbetrieb befindet, das ist die übliche Praxis. Früher wurden auch einige Tausend T-64-Maschinen hergestellt, bevor sie in Dienst genommen wurden. Einige davon befanden etliche Jahre im Testbetrieb“, sagte Murachowski.

    Was die T-14- und T-15-Panzer sowie ein gepanzertes Reparaturfahrzeug auf Armata-Basis betrifft, stehen derzeit rund 30 Stück dieser Kampffahrzeuge im Dienst. Sie werden intensiv genutzt und nehmen an verschiedenen Tests teil, wie der russische Experte ausführte.

    „Russland braucht keine große Menge an Armata-Panzern, um die Nachbarn im postsowjetischen Raum zu dominieren“, so Majumdar.

    „Gott sei Dank sind es nicht Majumdar und The National Interest, die die militärtechnische Politik der Russischen Föderation bestimmen. So ein großer Kenner der russischen Armee ist er nicht – schon gar nicht auf dem Niveau des Vizepremiers Juri Borissow und des Generalstabschefs Waleri Gerassimow“, sagte dazu der russische Experte ironisch.

    Ihm zufolge ermöglicht der Betrieb der Maschinen in den Truppen, konstruktive Mängel festzustellen, die sich in dieser Etappe offenbaren. Dabei werden auch die Kampfmöglichkeiten und die Betriebseigenschaften des Panzers erhöht.

    Der Bedarf der Streitkräfte Russlands an diesem Panzer nimmt zu, weil an den westlichen Grenzen Nato-Panzereinheiten aufgestellt werden. Russlands Antwort auf diese Entwicklung sollte diesen Bedrohungen angemessen sein, mahnt der russische Experte.

    Der US-Rüstungsexperte Joseph Trevithick schrieb in einem Artikel für „The Drive“, dass der russische Panzer T-14 an sich keinen großen Wert habe.

    Der russische Militärexperte Michail Barjatinski bezeichnete diese Einschätzung Trevithicks als eindeutige Polemik. „Man kann so etwas über jeden Panzer sagen. So stellte sich heraus, dass die viel gelobten Leopard-2-Panzer bei Kampfhandlungen ebenfalls leicht in Brand geraten. Es gibt im Prinzip keine unsterblichen Panzer“, so der Experte.

    Jeder Panzer hat Vor- und Nachteile. Der wahre Wert der T-14-Armata kann nur bei einem großen Militärkonflikt geprüft werden.

    „Schlussfolgerungen wie bei Trevithick sind nicht klug“, sagte Barjatinski. Ernstzunehmende Experten sollten solche Dinge nicht von sich geben.

    Einige Quellen berichteten von einem kuriosen Vorfall beim „Army 2018“-Forum. So verboten die Organisatoren den Besuchern, den neuesten Panzer anzufassen. Niemand durfte durch die Absperrung, obwohl die anderen Exponate zugänglich waren. Diese Vorsichtsmaßnahme weckte natürlich viele Fragen. Einige Zeitungen schrieben sogar, dass man den Panzer mit bloßen Händen beschädigen könnte.

    „Die Besucher hätten dem Panzer T-14 und dem Schützenpanzerwagen T-15 selbst bei großen Anstrengungen keinen Schaden zufügen können“, sagte eine hochrangige Quelle in der Rüstungsindustrie. Ihr zufolge wurde ein Versuchsmodell ausgestellt, das derzeit getestet wird. Solche Sicherheitsmaßnahmen sind absolut gerechtfertigt, wenn es um den Schutz von Staatsgeheimnissen geht. Doch mit solchen Fragen hat der Entwickler des Panzers eigentlich nichts zu tun, das gehört zum Kompetenzbereich der Veranstalter.

    „Wollen Sie, dass wir die Luken der Kampfmaschine öffnen und alle Interessierten da reinlassen, damit sie die Mechanismen unseres aussichtsreichen Panzers fotografieren?“, sagte eine Quelle aus der russischen Rüstungsbranche empört.

    Murachowski zufolge können sehr gute, im Internet kursierende Aufnahmen eine gute Werbung für die russische Militärtechnik sein, wenn diese abgesperrt ist und sich nicht viele Menschen herumtreiben.

    Bis 2021 soll das Verteidigungsministerium 132 Panzer T-14 und Schützenpanzer T-15 des Typs Armata bekommen.

    „Man soll ihn unbedingt nicht nur im russischen Hügelland, sondern auch im Norden, in der Arktis, vielleicht auch in den Bergen und Wüsten testen“, sagte der stellvertretende Kommandeur der russischen Heerestruppen, Generalleutnant Viktor Liswinski beim „Army 2018“-Forum.

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    Kritik, Kampfpanzer, T-72-Panzer, Kampfpanzer T-90, Leopard-2-Panzer, Panzer T-14 Armata, Armata, T-14-Panzer, Army-2018, The National Interest, NATO, Deutschland, Russland, USA