16:43 23 September 2018
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    Russlands Sondereinheiten während der Übungen (Archiv)

    Polarmeer: Russlands Marinesoldaten stürmen eine strategisch wichtige Bucht

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    Um der regen Nato-Aktivität in der Arktisregion zu begegnen, bauen Russlands Streitkräfte ihre Fähigkeiten in de strategisch wichtigen Region aus. Dazu zählen auch taktische Manöver wie kürzlich in der Tiksi-Bucht an der Laptewsee.

    Die Arktis ist nicht nur wegen der enormen Bodenschätze, die unter dem Polareis vermutet werden, eine attraktive Zukunftsregion. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Klimawandel neue Schifffahrtswege im Arktischen Ozean freilegen wird. Bis 2030, spätestens 2050 soll die Nordostpassage entlang der russischen Küste laut aktuellen Studien ganzjährig eisfrei werden.

    Und die USA sind der Ansicht, dass der neue Handelsweg – die Nordostpassage – nicht unter russische, sondern unter internationale Kontrolle gehöre. Dann dürfte etwa auch die amerikanische Küstenwache vor Sibirien patrouillieren und Handelsschiffe eskortieren.

    Der Oberbefehlshaber der US Coast Guard, Admiral Paul Zukunft, brachte die Begehrlichkeiten der USA unlängst auf den Punkt: „Der Ansatz der Vereinigten Staaten besteht darin, dass die Nordostpassage als eine internationale Wasserstraße offen zugänglich sein muss, je mehr dieses Gebiet eisfrei wird.“

    Angesichts dieser Positionen baut Russland seine Fähigkeiten in der Arktis aus. Unter anderem trainieren Spezialtruppen das Vorgehen in der klimatisch schwierigen Region. So haben russische Marineinfanteristen bei einer Übung in der Tiksi-Bucht an der Laptewsee kürzlich, den Sturm einer unbefestigten Küste trainiert.

    Die Soldaten landeten mit zwei Landungsschiffen der russischen Marine in der Bucht an, ein Zerstörer flankierte den Sturmverband. Gemäß der Übungslage besetzten die Marineinfanteristen einen wichtigen Landstreifen und hielten in bis zum Eintreffen motorisierter Grenadiereinheiten.

    >>Andere Sputnik-Artikel: So kann Russland auf größtes Nato-Manöver in Arktis antworten – russischer Diplomat

    Auch der Ausbau der Infrastruktur in der wichtigen Region ist ein Bestandteil der russischen Arktis-Strategie. So entsteh in der Garnisonstadt Tiksi an der gleichnamigen Bucht ein neuer Stützpunkt für die Flugabwehr und die Fliegerkräfte der russischen Nordmeerflotte.

    Deren Oberkommandeur, Admiral Nikolai Jewmenow, hat an dem Spatenstich für den Bau der neuen Basis teilgenommen, teilte die Pressestelle der russischen Marine mit.

    „Wir planen, in Tiksi einen Flugabwehrverband zu stationieren, der in die 45. Armee eingehen wird. Das sind Fernmelde- und Fla-Raketentruppen. Sie werden den Luftraum vonseiten der Arktis wie mit einer Kuppel abriegeln. Noch in diesem werden wir die hier stationierte Division der Raketentruppen auf neue – hochpräzise und hochleistungsfähigere – Waffentypen umrüsten“, sagt der Admiral bei der feierlichen Zeremonie.

    Der Stützpunkt in Tiksi wird in modularer Bauweise gefertigt und soll aus insgesamt elf Objekten bestehen: Unterkünfte für die Soldaten, Energieversorgungsanlagen, Treibstoff- und Wasserlager etc. Außerdem sollen fünf weitere Basen in der Region modernisiert werden. Sie werden allesamt Radarstationen beherbergen.

    >>Andere Sputnik-Artikel: Pentagon will Russland in der Arktis überholen – nur die Eisbrecher fehlen noch

    Um der Ausweitung der Nato-Aktivitäten auch in der Arktisregion zu begegnen, hat Russlands Führung innerhalb der Nordflotte eine Arktis-Gruppe und ein vereintes strategisches Kommando gegründet.

    Gegenwärtig wird die russische Arktis von Murmansk bis Anadyr am Beringmeer von der 45. Flugabwehr- und Luftarmee geschützt sowie zwei motorisierten Brigaden, einem Marineinfanterieverband, Küstenschutzraketenstellungen und Sondereinheiten.

    Den arktischen Seeraum schützen zwei Divisionen und sieben Brigaden von Kampfschiffen sowie fünf Divisionen und drei Brigaden von U-Booten. Diesen Kräften steht die unlängst neugegründete 2. US-Flotte gegenüber sowie die Seestreitkräfte anderer Arktis-Anrainer.

    Die Länder der Nato halten regelmäßig Manöver in der Region ab, wie zum Beispiel die diesjährige Übung „Trident Juncture“. Das Manöver umfasste ein Gebiet vom Nordatlantik bis zur Ostsee. Über 30 Länder waren an der Übung mit 120 Flugzeugen und 70 Schiffen beteiligt.

    Außerdem hat die Nato im vergangenen Juli die Gründung eines speziellen Oberkommandos der gemeinsamen Nato-Truppen mit dem Hauptquartier in Norfolk beschlossen.

    Das russische Verteidigungsministerium hat für den kommenden September eine massive Übung angesetzt, die auch in der Arktis stattfinden soll: Wostok-2018. Außer russischen Verbänden werden auch die Streitkräfte Chinas und der Mongolei daran teilnehmen.

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    Manöver, Stützpunkt, Raketentruppen, Strategie, NATO, USA, Arktis, Russland