18:54 23 September 2018
SNA Radio
    Übung von Reservisten der ukrainischen Nationalgarde nahe Lwiw (Archivbild)

    Zeichen auf Krieg: Wie Ukrainer von westlichen Ausbildern lernen, „Iwans“ zu töten

    © Sputnik / Stringer
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Prawda.ru
    2015167

    Der Pressedienst der Volksrepublik Donezk hat von einem starken Anstieg der Zahl ausländischer Militärausbilder in der Ukraine berichtet. Die Volksrepublik vermutet, dass nach der Ankunft zusätzlicher ausländischer Militärspezialisten eine weitere Offensive der ukrainischen Truppen im Kampfgebiet folgen wird.

    Nach Angaben des Leiters des Pressedienstes der Volksrepublik Donezk, Daniil Bessonow, wird nicht ausgeschlossen, dass die eingetroffenen Militärs ausländischer Streitkräfte unmittelbar an der Planung und Durchführung der Offensive teilnehmen könnten. Es handelt sich um Militärausbilder aus den USA und Kanada.

    Die Präsenz der Militärspezialisten ist in der Ukraine seit langem zu erkennen. Es geht dabei um eine Branche, in der westliche Firmen und Politik merkwürdig verflochten sind. So verabschiedete der US-Kongress vor einigen Jahren eine Reihe spezieller Änderungen, die es den Pentagon-Spezialisten verbieten, neonazistische paramilitärische Einheiten auszubilden. Wie sich jedoch herausstellte, hindert das die westlichen Ausbilder nicht daran, das Personal der berüchtigten Asow-Sondereinheit zu trainieren.

    Asow-Chef Andrej Bilezki äußerte sich selbst mehrmals über die Ziele seiner Gruppe, nämlich „einen Kreuzzug der weißen Rasse gegen die von Semiten geführten Unmenschen anzuführen“.

    Jetzt werden die militärischen Ausbilder, die die ukrainischen Extremisten trainieren, als Vertreter verschiedener westlicher privater Militärfirmen vorgestellt. Mit Asow kooperieren Strukturen wie European Security Academy (ESA). Zudem stellten Asow-Vertreter der ESA sogar eine Dankesurkunde aus: „Die Kämpfer und das Kommando des Sonder-Regiments Asow drücken den Ausbildern der European Security Academy-Ukraine ihre besondere Dankbarkeit für die Hilfe beim Schutz des ukrainischen Staates aus.“

    Dabei arbeiten die ESA-Ausbilder mit der Asow-Einheit seit 2015 zusammen. Die Mitglieder des Bataillons berichteten auf ihrer Webseite, dass sie für die Aufgaben eines Krieges gegen einen starken und erfahrenen Gegner ausgebildet werden.

    „ESA-Instrukteure entwickelten ein Ausbildungsprogramm unmittelbar für den Krieg, mit dem wir konfrontiert sind. Da der Gegner bei uns nicht einfach ist und große Erfahrung und Kraft hat, müssen wir uns an seine Taktik anpassen und noch effektiver werden. Der Charakter der Handlungen des Gegners unterscheidet sich an verschiedenen Frontabschnitten, weshalb unsere Einheiten zu jeder Änderung der Situation bereit sein sollten.“

    Es handelt sich also nicht nur um den Krieg gegen die Volksrepubliken, sondern auch gegen Russland. Denn wenn man die Stärke der ukrainischen Truppen und der Truppen der Volksrepubliken vergleicht, sind Letztere kein stärkerer Gegner.

    Bemerkenswert ist, dass die Verbindung der Asow-Einheit und der westlichen privaten Militärfirmen von Bellingcat-Bloggern enthüllt wurde. Die Blogger sammeln „Fotos aus offenen Quellen“ und machen auf ihrer Grundlage mitunter seltsam anmutende Entdeckungen. Beispielsweise, dass die russische Seite ständig das Zentrum der Ukraine unter Artilleriefeuer nimmt.

    Bei Bellingcat handelt es sich um Personen, die äußerst negativ zum russischen Staat eingestellt sind und in diesen Jahren in der Ukraine-Frage eng mit den Regierungsstrukturen der USA zusammenarbeiteten. Die Ergebnisse waren aber sehr zweifelhaft.

    Doch nun versucht Bellingcat gegen neonazistische bewaffnete Gebilde in der Ukraine sowie gegen westliche private Militärfirmen vorzugehen.

    Allerdings es ist seit langem kein Geheimnis mehr, dass die Ukrainer von amerikanischen und europäischen Spezialisten ausgebildet werden.

    Anfang März stellte sich heraus, dass Tausende ukrainische Soldaten unter Leitung von Militärausbildern aus den USA, Litauen, Großbritannien und Kanada auf dem geheimen Gelände Jaworow im Gebiet Lwow ausgebildet werden. Das Gelände gibt es seit 2015, in dieser Zeit wurden dort mehr als 6000 ukrainische Soldaten geschult. Dabei ist dort ständig eine Einheit aus 200 amerikanischen und 250 kanadischen Militärausbildern stationiert.

    Einige Monate später, am 25. Juli, begannen Spezialisten der US-Marine mit dem Bau eines Übungs-Stützpunktes in Otschakow, 130 Kilometer von der Krim entfernt. Natürlich wird offiziell berichtet, dass diese Basis anschließend an das Militär der Ukraine übergeben wird. Doch interessant sind die Details bei dieser Angelegenheit. Die Ukraine verfügt kaum über eine so große Flotte, dass ein weiterer Stützpunkt erforderlich sein würde. In diesem Zusammenhang gibt es Gerüchte, denen zufolge das neue Gelände und der Hafen von Kriegsschiffen der Nato genutzt werden könnten. Zudem kann dieser Stützpunkt auch zur Ausbildung der Ukrainer dienen.

    Auf der Webseite des Projekts Politonline.ru tauchte bereits 2015 ein Artikel auf, wo ausführlich der Umfang und die Kosten der Ausbildung der ukrainischen Militärs durch ausländische Spezialisten beschrieben werden. „Sechs Monate wird die Ausbildung der ukrainischen Militärs durch US-Instrukteure dauern. In dieser Zeit muss die Regierung der Ukraine 19 Millionen Dollar zahlen, damit 705 ukrainischen Soldaten der Umgang mit Gewehren, Funkgeräten für verschlüsselte Gespräche und das Aufbrechen verschlossener Türe beigebracht wird“, hieß es.

    Im Ganzen ist in Bezug auf die Ukraine alles bereits seit 2014 klar. Interessant ist etwas anderes: Länder, die als Stütze der Demokratie und menschlichen Werte gelten, führen gegen Russland einen Stellvertreterkrieg, ohne das besonders zu verheimlichen. Denn die Asow-Einheit sowie andere militärische Einheiten wollen nach der Eroberung des Donezbeckens mit Russland weitermachen. An die friedlichen Einwohner von Donezk und Lugansk, die regelmäßig unter dem Feuer der ukrainischen Militärs ums Leben kommen, erinnert sich niemand. Menschliche Werte nach westlicher Lesart.

    Auf der anderen Seite ist sehr interessant, wie die Reaktion der „westlichen Partner“ auf die Bellingcat-Recherche aussehen wird. Zuvor hatten sie behauptet, dass alles, was die Blogger berichten, die reine Wahrheit und Anlass für weitere Sanktionen gegen Russland sei. Wie die jetzige Reaktion ausfällt – das ist eine sehr wichtige Frage.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Neonazis, Söldner, Militärausbildung, Militärausbilder, Militärhilfe, Ausbilder, Ausbildung, ESA, Bataillon Asow, US-Kongress, US-Marine Corps (USMC), Pentagon, NATO, Bellingcat, Russland, USA, Odessa, Lugansk, Donbass, Donezk, Ukraine