18:05 23 September 2018
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    Wachschiff „Admiral Grigorowitsch“ in Bosporus

    Syrien: Pentagon zieht Bilanz aus Russlands Großmanöver

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    Das Aufgebot war beachtlich: 26 Kampfschiffe, U-Boote und Versorger plus 34 Flugzeuge und Hubschrauber haben die russische Marine und Luftwaffe gemeinsam beim einwöchigen Manöver vor der Küste Syriens eingesetzt, das vor zwei Tagen zu Ende gegangen ist. Genutzt hat die Übung nicht nur den Russen.

    Dass das Pentagon die russischen Streitkräfte in Syrien auf Schritt und Tritt beobachtet und analysiert, ist ja bekannt. Auch dafür haben die Amerikaner die rund 2.000 Militärberater nach Syrien entsandt. Nicht selten stiften sie ihre Verbündeten zu sinnlosen Aktionen gegen die syrischen Truppen und die russische Luftwaffe an, um zu sehen, wie die Russen reagieren.

    Das US-Verteidigungsministerium selbst macht keinen Hehl daraus. So sagte Generalleutnant Jeffrey Harrigian, scheidender Kommandeur des US Air Forces Central Command, dem Fachblatt „The Defense News“:

    „Natürlich haben wir viel über die Fähigkeiten der Luftwaffe und der Spezialkräfte erfahren, die die Russen nach Syrien verlegt haben. Für mich steht fest, dass Moskau Syrien dazu genutzt hat, seine Streitkräfte zu prüfen, um zu verstehen, wo sie stehen – nicht nur, was die Waffensysteme angeht, sondern auch hinsichtlich der Kampffähigkeiten seiner Soldaten und Offiziere.“

    Ganz besonders haben die neuesten russischen Kampfjets die US-Spezialisten interessiert. Zum ersten Mal konnten die Amerikaner die russischen Flugzeuge Su-34 und Su-35 im echten Einsatz beobachten. Dafür wurden auch die F-35B-Kampfjets der israelischen Streitkräfte genutzt, die sich im Verantwortungsbereich US Air Forces Central Command befanden.

    Natürlich wertet auch die Gegenseite die Truppeneinsätze in Syrien aus: „Die russischen Streitkräfte haben massiv davon profitiert, die amerikanischen Truppen zu beobachten“, sagt General Harrigian. „Ein besonderer Fall war der Einsatz der F-22.“ Die Russen hätten hochauflösende Bilder des Stealth-Jägers gemacht, betont er.

    Die russische Armee habe somit die Gelegenheit bekommen, in Echtzeit zu erforschen, wie eine F-22 funktioniert. Dadurch werden russische Spezialisten viel Geld und Zeit sparen können. Denn sie werden die gewonnenen Erkenntnisse in ihren Stealth-Jäger Su-57 integrieren, ohne den mühsamen Entwicklungsweg gehen zu müssen, den die Hersteller Lockheed Martin und Boeing gegangen sind.

    „The Defense News“ betont, beim Aneignen wertvoller Erkenntnisse seien die russischen Streitkräfte sehr konsequent: Sie integrierten das gewonnene Wissen an Ort und Stelle in die eigene Taktik. Als Beispiel dafür nennen Pentagon-Experten die russische Armeelogistik (den Nachschub an Material und Personal), die inzwischen deutlich reibungsloser und zugleich günstiger funktioniert.

    General Jeffrey Harrigian ist überzeugt, dass die USA durch den russischen Einsatz in Syrien „wertvolle Informationen über Moskaus Wehrfähigkeit“ erhalten haben. Inzwischen halten Pentagon-Strategen Russland für ein Land, dessen Streitkräfte sehr innovativ seien.

    Andererseits wird damit aber auch die angebliche Notwendigkeit begründet, Rüstungsausgaben zu erhöhen, die der ehemalige Präsident Obama im Unglauben an die Stärke der russischen Armee eingeschränkt hatte.

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    Tags:
    Bedeutung, Kampfjets, Kriegsschiffe, Manöver, Su-57, F-22, F-35, Su-34, Su-35, Pentagon, Verteidigungsministerium Russlands, Baschar al-Assad, Mittelmeer, Syrien, USA, Russland