21:37 24 September 2018
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    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (l.) beim Truppenbesuch (Archivbild)

    Kamikaze-Drohnen gegen Donbass: Auf seine Kämpfer setzt Kiew wohl keine Hoffnung mehr

    CC BY-SA 2.0 / Ministry of Defense of Ukraine / Ruslan Linnik/ Mikola Lasarenko
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    Die ukrainische Armee rüstet sich weiter zu einem „Krieg aus Entfernung“ gegen den Donbass. Dafür kauft Kiew teure Technik im Westen ein. Diesmal liefert eine polnische Firma Bausätze für Drohnen, die in Kamikaze-Angriffen gegen die Volksmilizen im abtrünnigen Kohlerevier Donbass im Osten des Landes eingesetzt werden sollen.

    Als eine gute Alternative zu Panzerabwehrwaffen bewirbt die polnische Firma WB Electronics ihre Kampfdrohne „Warmate 1“. Im Grunde ist das Luftvehikel nichts anderes als ein patrouillierendes Geschoss: in einem Umkreis von zehn Kilometern und einer Höhe von 500 Metern kreist die Drohne über dem Zielobjekt, bis sie das Kommando erhält, sich darauf zu stürzen und es durch Selbstzerstörung zu sprengen. Je nach Gefechtskopf kann die Kamikaze-Drohne auf Soldaten, Panzerfahrzeuge oder Artilleriestellungen einwirken.

    Im Juli dieses Jahres hat der ukrainische Staatskonzern „Ukrspezexport“ die technische Dokumentation, also die Bauanleitung, für die polnische Drohne erhalten. Die Geräte sollen bei einem Elektronikhersteller in der ukrainischen Stadt Tschernigow aus polnischen Bausätzen montiert werden.

    Ukrainische Medien hatten schon 2016 berichtet, der ukrainische Telekommunikationsausrüster „Chezara“ habe zwei Exemplare des polnischen Fluggeräts samt einer Produktionslizenz erworben. Die Drohnen würden auf dem Flugplatz von Tschernigow erprobt und den Anforderungen der ukrainischen Truppen unter der Maßgabe der Kampferfahrungen im Donbass angepasst, erklärte das ukrainische Verteidigungsministerium damals gegenüber einem lokalen Nachrichtenportal.

    12.000 US-Dollar koste eine „Warmate“-Drohne inklusive Sprengkopf, berichtete das Fachportal „Flight Global“ unter Berufung auf den Vize-Präsidenten des polnischen Herstellers WB Electronics. Das Fluggerät könne sowohl autonom als auch im Verbund mit anderen Systemen eingesetzt werden. Um ein Ziel auszumachen und zu zerstören, benötige die Drohne circa eine halbe Stunde.

    A sculpture depicting the former symbol of the USSR
    © AFP 2018 / Sergei Supinsky
    Rund ein Jahr nach diesen Berichten verkündete der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine den erfolgreichen Test einer Aufklärungs- und Kampfdrohne, die in polnisch-ukrainischer Zusammenarbeit entwickelt worden sei. „Das Aufklärungs- und Kampfsystem ‚Sokol‘, welches wir heute erprobt haben, besteht aus einer Aufklärungs- und drei Kampfeinheiten. Es kann seine Ziele aufspüren und präzise bekämpfen, wobei es je nach Auftrag einen Mörser-, einen Sprengbrand- oder einen Aerosolsprengkopf einsetzt“, erklärte der Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsrats Alexander Turtschinow.

    „Warmate 1“ ist indes nicht das einzige Fluggerät der polnischen Firma, das in der Ukraine zusammengebaut und im Donbass eingesetzt werden soll. Auch die „Fly Eye“ genannte Drohne von WB Electronics soll bei den ukrainischen Truppen in Dienst gehen, wie der ukrainische Verteidigungsminister letztes Jahr verfügt hat.

    Überhaupt haben Polen, Großbritannien und die Vereinigten Staaten ihre Waffenlieferungen an die Ukraine in den letzten Jahren deutlich erhöht. Meist handelt es sich nicht um letale Waffen, sondern um waffentaugliche Elektronik.

    Dennoch betonen Experten, die westliche Waffenhilfe an die Ukraine stärke die Schlagkraft der ukrainischen Truppen und damit auch die Hardliner, die eine gewaltsame Lösung im Donbass fordern.

    Eine der letzten großen Waffenanschaffungen bei der ukrainischen Armee ist der Kauf des Radarsystems MFTR-2100 des dänischen Ausrüsters Weibel Scientific. Eine Lieferung vom Mai dieses Jahres bestand Medienberichten zufolge aus den Systemkomponenten und einem Nutzfahrzeug zu deren Transport – Stückpreis: 109.000 US-Dollar.

    Der ukrainische Generalstabschef, Wiktor Muschenko, erklärte im Oktober letzten Jahres, die ukrainischen Truppen hätten genug Waffen für eine gewaltsame Befreiung der Donbass-Gebiete. Jedoch würden die Verluste sehr hoch sein, warnte er.

    Bei einer zehntägigen Operation unter Einsatz der Luftwaffe würden die Verluste zehn- bis zwölftausend Soldaten und mindestens zweitausend Zivilisten betragen.

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    Tags:
    Attentate, Militarismus, Kamikaze, Kampfdrohne, Kauf, Drohnen, Militär, Sabotage, Militärtechnik, Waffenlieferungen, Ukrspezexport, Viktor Muschenko, Petro Poroschenko, Polen, Ukraine