00:08 18 Oktober 2018
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    Militärmanöver Wostok-2018

    Russlands Militärmanöver zeigen: Nato ist ein zahnloser Tiger

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    Dass das russische Militär künftig alle fünf Jahre Großmanöver wie „Wostok“ abhalten will, ist angesichts der aktuellen militärischen Realität durchaus gerechtfertigt, findet der Direktor des Zentrums für strategische Konjunktur, Militärexperte Iwan Konowalow.

    „Während des so genannten ‚Fünftagekriegs‘ gegen Georgien im Jahr 2008 wurde klar, dass die russische Armee eine ganze Reihe von Mängeln hatte, die unverzüglich behoben werden mussten“, betonte er. „Seit dieser Zeit werden permanente und intensive Reformen unserer Streitkräfte durchgeführt, und eines der Kriterien für ihre Bewertung war eben die großangelegte Übung ‚Wostok 2018‘. Es ist mehr als gerechtfertigt, solche Überprüfungen alle fünf Jahre zu organisieren – man muss ein Verständnis davon bekommen, was erreichbar ist und was noch angestrebt werden muss.“

    Geprüft sollten dem Experten zufolge alle Waffengattungen – und das allgemeine Niveau ihrer Einsatzbereitschaft. „Jeder Test ist effizienter, wenn er komplex ist – je größer der Umfang ist, desto besser sind die Mängel und Erfolge zu erkennen“, unterstrich er.

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu teilte mit, dass umfassende Militärmanöver in Russland ab sofort alle fünf Jahre stattfinden werden. Ihm zufolge ist das wichtig, um die Kampfbereitschaft der Soldaten und auch der Militärtechnik einzuschätzen. „Wenn wir beträchtliche Mittel in die Umrüstung der Armee und der Flotte investieren, müssen wir auch sehen, wohin wir uns bewegen und ob bei uns alles in Ordnung ist“, so der Militärchef.

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    „Die Armee hat viele Prioritäten, die regelmäßig und umfassend aufgearbeitet werden müssen. So muss jedes Mal die Einsatzbereitschaft der Marine- und der Fliegerkräfte sowie des Heeres überprüft werden“, sagte Experte Konowalow weiter. „Diesmal fand das Manöver im Osten Russlands statt, wo die äußeren Gefahren nicht so offensichtlich sind. Das nächste Mal könnten strategische Übungen im westlichen Teil des Landes ausgetragen werden – und das könnte bei den USA und ihren Verbündeten eine wahre Hysterie auslösen. Doch niemand kann uns daran hindern, unsere eigene Sicherheit zu organisieren.“

    Dabei sei die Nordatlantische Allianz nicht in der Lage, solch umfassende Manöver zu organisieren, weil sie kein so hohes Niveau der Koordinierung ihrer Truppen habe, zeigte sich der Militärexperte sicher. Er erinnerte an den Irak-Krieg in den frühen 2000er-Jahren, als die von den USA angeführte Koalition nur 110 000 Soldaten einsetzte. Und wenn das Kontingent größer gewesen wäre, hätte man das Vorgehen der Truppen kaum effizient koordinieren können. Russland habe bewiesen, dass es eine sehr klare und deutliche Kommandovertikale seiner Streitkräfte aufgebaut habe, wobei die Handlungen der verschiedenen Strukturen gut abgestimmt seien. Das sei „eine unangenehme Überraschung für unsere westlichen Partner gewesen, die gedacht hatten, wir wären zu so etwas nicht fähig“.

    Russland überraschte den Westen

    Das Manöver „Wostok-2018“ findet unter dem Kommando des Verteidigungsministers Schoigu vom 11. bis 17. September statt, und zwar in Übereinstimmung mit dem Vorbereitungsplan der russischen Streitkräfte für das Jahr 2018. Die ersten Einschätzungen westlicher Experten zeugen davon, dass sie von der Fähigkeit Russlands zur Verlegung von kompletten Divisionen über große Entfernungen binnen weniger Tage und zur Koordinierung der Aktivitäten einer Vielzahl von Soldaten beeindruckt sind.

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    An der großen Übung sind Kräfte der Militärbezirke Ost und Mitte, der Nordflotte, Abteilungen der Luftlandekräfte und der Luft- und Weltraumtruppen beteiligt: insgesamt etwa 300 000 Soldaten, mehr als 1000 Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen, bis zu 36 000 Panzer und Schützenpanzerwagen sowie 80 Schiffe.

    „Eine der Besonderheiten der russischen Manöver besteht darin, dass sie für die Beobachtung offen sind – ausländische Beobachter können das ohne jegliche Beschränkungen tun“, sagte der Militärexperte weiter. „De facto werden alle Militärattachés dazu eingeladen, die in unserem Land akkreditiert sind. Dadurch unterscheiden wir uns sehr stark von der Nato, die unsere Vertreter zu ihren Manövern nicht einlädt.“

    Die Übung „Wostok-2018“ sei im Grunde nur die Fortsetzung davon, womit Russland den Westen schon früher überrascht hatte, so Konowalow. „Zunächst sahen unsere westlichen Partner, wie intensiv Russland seinen Militäreinsatz in Syrien entfaltete und wie schnell es ihm gelang, dem Kriegsverlauf in diesem Land eine Wende zu geben. Und dabei beteiligte sich daran ein sehr kleines Kontingent unserer Streitkräfte.“ Nach seinen Worten zeigt Moskau, dass es zwar niemanden bedroht, aber sich eventuell sehr effizient wehren könnte.

    „Aus meiner Sicht hat sich die russische Armee unter den weltweit stärksten etabliert – die meisten Mängel, die 2008 entdeckt wurden, sind inzwischen behoben. Ich glaube, dass wir die beste Armee in der Welt haben: Da Russland nicht gerade den größten Militäretat hat, hat es sehr effiziente Streitkräfte aufgebaut und ein sehr effizientes Verteidigungssystem entwickelt, das den Staat und seine Bevölkerung vor äußeren Gefahren schützen kann. Aber wir können es uns nicht leisten, uns auf unseren Lorbeeren auszuruhen – und die regelmäßigen Übungen – alle fünf Jahre – werden zeigen, inwieweit wir stärker werden, indem wir modernste Technologien einsetzen und an Schlagkraft gewinnen“, fügte Iwan Konowalow an.

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    Tags:
    Beobachtung, Fähigkeiten, Koordinierung, Militärmanöver, Kampfbereitschaft, Bewertung, Mängel, Armee, Irak-Krieg, Wostok 2018, NATO, Sergej Schoigu, USA, Georgien, Russland