23:29 13 Dezember 2018
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    Der polnische Präsident Andrzej Duda (r.) und sein amerikanischer Amtskollege Donald Trump auf einem Briefing im Weißen Haus

    Neue US-Militärbasis in Polen? Warschau will Washington um jeden Preis gefallen

    © REUTERS / Kevin Lamarque
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    Der polnische Präsident Andrzej Duda hat seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump ein wirklich „königliches“ Geschenk gemacht: Auf einem Briefing im Weißen Haus schlug er vor, einen ständigen US-Militärstützpunkt auf dem Territorium seines Landes einzurichten.

    Diese „großzügige“ Geste würde Warschau aber mindestens zwei Milliarden Dollar kosten. Es sieht aber so aus, dass der Preis für Duda keine große Rolle spielt – für ihn zählt nur, dem „Großen Bruder“ zu gefallen. Schon in zwei Monaten will Polen den Bau eines Kanals über die Frische Nehrung beginnen, die an das russische Gebiet Kaliningrad grenzt.

    Dafür müssen die Polen einen 1,3 Kilometer langen, 80 Meter breiten und 5,5 Meter tiefen Graben ausheben. Der neue Kanal soll die Hafenstadt Elbląg mit der Ostsee verbinden.

    Aktuell müssen polnische Schiffe auf dem Weg in den Hafen die 66 Kilometer lange Nehrung umfahren und das russische Hoheitsgewässer passieren, was die polnische Seite ungefähr 50 Euro pro Schiff kostet. In Warschau begründet man dieses Projekt nicht mit dem wirtschaftlichen Zweck, sondern mit der Notwendigkeit, der angeblichen „russischen Gefahr“ zu widerstehen. Wie der Minister für Seewirtschaft, Marek Grobarczyk, sagte, soll der neue Kanal Polen gestatten, „im Kontext der geopolitischen Situation und Sicherheit diese Region unabhängig von Russland zu machen“.

    Dabei lässt sich Warschau von der Tatsache nicht stören, dass dieser Kanal aus militärischer Sicht sinnlos ist. Dieser Auffassung zeigte sich beispielsweise der frühere Oberbefehlshaber der polnischen Streitkräfte, General Mirosław Różański. Ihm zufolge wäre kein einziges Kriegsschiff im Hafen Elbląg in der Lage, selbst ein einfachstes Manöver durchzuführen, weil die Wassertiefe dort nur 1,7 Meter betrage. Außerdem wäre es für Russland kein Problem, diesen Kanal eventuell zu vernichten.

    Aber die Russlandhasser in Polen, die sich vor Amerika verbeugen, wollen Russland schaden, koste es was es wolle – selbst wenn das für ihr Land selbst schädlich sein sollte. In diesem Fall geht es um die Vernichtung von einmaligen Tieren und Pflanzen im Naturschutzpark auf der Frischen Nehrung. Für sie zählt nur eines: Warschaus Bereitschaft zu zeigen, „Russland auf die Nase zu schlagen“, wie das der frühere Außen- und Verteidigungsminister Radoslaw Sikorski formulierte.

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    Die Deutschen hatten Recht

    Solche vorlauten Äußerungen lassen sich in Warschau so gut wie tagtäglich hören. Dabei hatte es dort noch vor 30 Jahren keinen Russlandhass gegeben – eher im Gegenteil: Sie taten alles, um zu zeigen, dass die Polen und Russen „Brüder für die Ewigkeit“ wären. Und sagten jedes Mal den Russen ins Ohr: „Wenn Ihr nur wüsstet, wie wir diese Deutschen hassen. Wir werden ihnen nie verzeihen, was sie mit unserem Land getan haben.“ Die einstigen DDR-Vertreter warnten die Russen ihrerseits: „Glaubt den Polen nicht – sie sind hochmütig, neidisch und undankbar. Beim geringsten Anlass werden sie Euch verraten.“

    Einige Jahre später zerfiel die Sowjetunion, und der Warschauer Vertrag wurde aufgelöst – und plötzlich wurde klar, dass die Ost-Deutschen Recht hatten. Polens Verhalten gegenüber Russland änderte sich schlagartig. Es stellte sich auf einmal heraus, dass sich Warschau nicht damit abfinden kann, dass Polen, dem einst Kresy gehört hatte und das die Gebiete wie Pskow, Nowgorod und sogar Moskau (alles heutiges Russland) beansprucht hatte, jetzt wieder nur Nebenrollen spielen und sich ewig vor Deutschland und den USA verbeugen muss.

    Ein Element dieser Verbeugung ist eben auch die Initiative zur Gründung des US-Stützpunktes in Polen, der sogar den Namen „Fort Trump“ tragen sollte. Und wenn die Präsidentschaftswahl-2016 über dem Großen Teich die Demokraten gewonnen hätten, dann würde der Stützpunkt wohl „Hillary Clinton“ heißen – das wäre jedenfalls nicht ausgeschlossen.

    Um dem Weißen Haus möglichst zu gefallen, scheuen sich die Russlandhasser in Warschau nicht, auch unverhohlen zu lügen, indem sie behaupten, Russland, Deutschland und Österreich würden einen neuen politischen Block bilden, um die Amerikaner aus Europa zu verdrängen und die Alte Welt neu aufzuteilen. „Russland zeigt, dass es bereit ist, seine Ziele mit Militärgewalt zu erreichen, indem es vorsätzlich gegen das Völkerrecht verstößt. Das ist gefährlich für uns, für alle Nachbarn Russlands und die ganze Weltgemeinschaft“, hatte Präsident Duda noch im März behauptet. Und im August wiederholte er: „Heutzutage zu behaupten, Russland wäre kein Aggressor, ist einfach unseriös. Russland ist ein Aggressor.“

    Kurzes Gedächtnis

    Es war schon immer Polens Masche, mit eigenen Problemen andere zu belasten. Und es beansprucht regelmäßig Territorien seiner Nachbarländer. Dabei zwingt das polnische Establishment, das aktuell auf den Russlandhass setzt, der ganzen Weltgemeinschaft die Besprechung seiner „historischen Kränkungen“ auf. Gleichzeitig tun die Machthaber in Warschau alles, um die positiven Erinnerungen ihrer Mitbürger an die alten Zeiten, auch daran, was Polen der Sowjetunion zu verdanken hat, „auszuradieren“. Heutzutage wird Moskau vor allem vorgeworfen, den Stalin-Hitler-Pakt 1939 geschlossen zu haben, der „zur Aufteilung Polens und zum Zweiten Weltkrieg geführt“ hätte.

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    Dabei verschweigt man in Warschau, dass gerade Polen das erste Land war, das noch im Januar 1934 einen Nichtangriffsvertrag mit Deutschland unterzeichnet hatte. Und 1938 okkupierte das „kleine, wehrlose und friedliche Polen“ die Tschechoslowakei, indem es, wie Winston Churchill bemerkte, „gierig wie eine Hyäne“ vorging.

    Und hier ist ein weiteres Beispiel – aus den Zeiten der Volksrepublik Polen. Diese Jahre bezeichnen die Russlandhasser bekanntlich als „sowjetische Okkupation“, die ihnen zufolge „furchtbar und schrecklich“ war, unter anderem weil die Polen „jahrzehntelang nicht die Wahrheit sagen durften“. Mehr noch: Der jungen Generation wird inzwischen in die Köpfe getrieben, die deutsche Besatzung wäre besser als die sowjetische gewesen. Und dabei wird wiederum verschwiegen, dass Hitlers Pläne überhaupt keinen Staat namens Polen vorsahen, während Warschau nach dem Zweiten Weltkrieg von Moskau ein Drittel Ostpreußens und Pommern bekommen hat, darunter die wichtige Hafenstadt Danzig, die später in Gdansk umbenannt wurde.

    „Wenn es die herausragenden Heldentaten und Opfer Russlands nicht gegeben hätte, dann wäre Polen vernichtet worden“, bemerkte der bereits erwähnte Churchill bald nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber die Polen haben ein sehr kurzes Gedächtnis: Die Rolle der UdSSR bei der Befreiung ihres Landes haben sie schon vergessen, und Denkmäler für gefallene Rotarmisten werden dort massenweise abgetragen.

    Schwaches Glied

    Es ist aber ziemlich unwahrscheinlich, dass Warschaus westliche „Freunde“ ihm wirklich dankbar sein werden. Jedenfalls äußern sie sich schon jetzt ziemlich herablassend über ihre Verbündeten an der östlichen Nato-Flanke. Der Befehlshaber der Nato-Truppen in Szczecin, Manfred Hofmann, sagte beispielsweise erst vor einigen Tagen, er sei am meisten gerade von den polnischen Militärs enttäuscht, die er als „schwaches Glied“ seiner Kräfte bezeichnete.

    Zudem ist nicht zu übersehen, dass die antirussische Hysterie Warschaus sogar seine westlichen Verbündeten allmählich stört. Als Beweis dafür dürfen wohl seine in letzter Zeit angespannten Beziehungen mit Brüssel dienen.

    Und schon gar nicht erfüllbar sind die Hoffnungen der polnischen Politiker, die von der Wiederherstellung der Rzeczpospolita träumen, wie vor einigen Monaten der Ex-Verteidigungsminister Romuald Szeremietiew sagte. „Es sollte die Rzeczpospolita wieder ins Leben gerufen werden, der unter anderem Weißrussland und die Ukraine angehören würden, während die polnisch-russische Grenze bei Smolensk und am besten hinter Smolensk liegen würde“, sagte er damals in einem Interview für die „Polska Times“.

    Nur in diesem Fall dürfte Moskau nach seinen Worten mit einer Normalisierung der Beziehungen mit Warschau rechnen. Also wäre das ein typischer „Drang nach Osten“, allerdings seitens Polens…

    Was kann man auf all das sagen? Träumen schadet nicht, was denn sonst? Zudem kann man an Polens frühere Erfahrungen bei seinen Angriffen auf Russland erinnern – es ist ja allgemein bekannt, womit diese endeten. Und die Hauptsache: Churchill hat ja wohl nicht umsonst Polen mit Hyänen verglichen. Daran sollte man auch denken.

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    Tags:
    Militärbasis, Donald Trump, Andrzej Duda, Russland, Polen, USA