18:42 15 Oktober 2018
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    Labor (Symbolbild)

    Ein Copter auf Tauchstation: Forscher aus Russland testen fliegenden U-Wasser-Spion

    © Sputnik / Sergej Mamontow
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    Wie soll man das Gerät bloß nennen, das die russischen Wissenschaftler gerade entwickelt haben? Das Ding kann tauchen, schwimmen, spionieren und dann auch noch fliegen – ein Hybrid aus U-Wasser-Drohne und Copter.

    Nur sechs Kilo wiegt das kleine Gefährt, aber es hat ganz schön was drauf. Auf bis zu 50 Meter Tiefe abgetaucht, kann es stundenlang autonom arbeiten: Gegenstände irgendwo anbringen oder Informationen sammeln zum Beispiel. Dafür ist das Gerät auch mit einem Greifarm ausgerüstet.

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    Ist der Auftrag erledigt, katapultiert der kleine Spion einen Copter an die Wasseroberfläche. Dieser fliegt dann oberhalb des Wassers und sendet die Daten an seine Steuerungszentrale.

    „Das ganze Projekt läuft erst seit zweieinhalb Jahren. Das Gerät selbst haben wir in nur drei Monaten zusammengebaut“, sagt Mais Farchadow, Leiter des Laboratoriums für automatisierte Systeme und Signalübertragung am Trapesnikow-Institut für Steuerungstechnik der Russischen Akademie der Wissenschaften.

    „Das Gerät kann auch im autonomen Modus arbeiten, weshalb es möglich ist, Arbeiten unter Wasser ohne zusätzliche Kontrolle durch einen Systemoperator zu erledigen: zum Beispiel ein Gebiet auf vorgegebener Bahn zu überwachen, Gegenstände aufzuspüren und zu beobachten“, erklärt der Entwickler.

    Das spezielle Feature dieser Drohne ist ein Multicopter, mit dem die gesammelten Informationen an die Zentrale weitergegeben werden können: „Der Multicopter kann bei Bedarf automatisch an die Wasseroberfläche katapultiert werden. Dort angekommen, geht er auf Befehl des Systemoperators in den Flug über“, erklärt Farchadow.

    Je nach Aufgabenprofil reichen die Akkus der Drohne für einen vierstündigen Einsatz in 50 Metern Tiefe aus. Da das Gefährt mit einem Greifarm ausgestattet ist, kann es zum Beispiel Gesteinsproben vom Meeresgrund nehmen oder kleinere Gegenstände bewegen.

    Die Verbindung zum Systemoperator erhält die Drohne entweder mittels eines Glasfaserkabels oder einer Sonaranlage. Es können auch beide Optionen gleichzeitig genutzt werden.

    Zu einem Pulk vernetzt, können diese Drohnen sowohl für militärische als auch für zivile Zwecke eingesetzt werden – einerseits als Grenzpatrouille zum Beispiel, andererseits zur Überwachung von Unterwasser-Gasleitungen oder zum Umweltschutz.

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    Die Fachwelt hat die Drohne bereits getestet und für gut befunden: Bei der Fachmesse „Aquarobotech 2018“ hat das Gefährt in seiner Kategorie den ersten Platz gewonnen. An der Fachmesse nahmen 22 Teams aus russischen Forschungseinrichtungen, Streitkräften und vom Zivilschutzministerium.

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    Projekt, Drohne, Entwicklung, Russland