03:22 17 Oktober 2018
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    Die russische U-Wasser-Drohne „Poseidon“

    Jagd nach dem „Poseidon“: U-Wasser-Netzwerk soll Russlands Superwaffe stoppen

    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
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    Die russische U-Wasser-Drohne „Poseidon“ taucht tiefer und fährt schneller als jedes U-Boot. Und mit dem nuklearen Sprengkopf kann die Drohne stärker zuschlagen als jeder Torpedo. Um diese Waffe zu stoppen, muss die Nato grundsätzlich neue Spürsysteme entwickeln, schreibt der Marineexperte H.I. Sutton in seinem Blog „Covert Shores“.

    Wie ausgefeilt eine Waffe auch ist, eine Schwachstelle findet sich bei ihr immer. Die „Poseidon“-Drohne ist da keine Ausnahme: Sie ist vor allem auf schnelle Unterwasserfahrt in großer Tiefer ausgelegt – nicht auf Geräuschlosigkeit. Genau hier muss man ansetzen, will man die Drohne stoppen.

    Um den „Poseidon“ aufzuspüren, sind gängige Sonarsysteme allein nicht ausreichend, schreibt Sutton in seinem Blog. Sie müssen zu einem Netz hydroakustischer Spüranlagen erweitert werden, welches bei Bedarf schnell zum Einsatz gebracht werden kann.

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    Auch Abwehrwaffen könnten in dieses Netzwerk integriert werden, was angesichts des hohen Tempos der U-Wasser-Drohne die Reaktionszeit drastisch verkürzen würde, so der Experte. Das Netz könnte im Missionsgebiet oder auf der mutmaßlichen Marschroute des „Poseidons“ aufgespannt werden.

    Dafür müssen Seefernaufklärungsflugzeuge, U-Boot-Jagdhubschrauber und sogar Raketen eingesetzt werden. So könnten Marschflugkörper mit Spürgeräten anstelle des Gefechtskopfs bestückt werden, um innerhalb kürzester Zeit weitläufige Gebiete überwachen zu können.

    Ein weiterer Vorteil: Solche „Aufklärungsraketen“ könnten auch ins Feindesgebiet hineinfliegen, wo Seefernaufklärer oder Anti-U-Boot-Hubschrauber nicht hinkommen.

    US-U-Boot (Symbolbild)
    © Foto : DoD/James Kimber/U.S. Navy/
    Bei der U-Boot-Jagd werden häufig Tauchsonare oder Sonarbojen von Flugzeugen und Helikoptern ins Wasser eingelassen. Bei der Jagd nach dem „Poseidon“ könnte diese Technik jedoch wirkungslos bleiben, schreibt Sutton, weil die Drohne zu tief tauche. Hierbei könnten Anlagen helfen, die am Meeresgrund fest installiert würden.

    Ok, angenommen, die russische U-Wasser-Drohne wurde aufgespürt. Was dann? Welche Waffe muss eingesetzt werden, um sie zu stoppen?

    Die Torpedos, die gegenwärtig bei den amerikanischen und britischen Seestreitkräften im Einsatz stehen, sind ja eigentlich für die Jagd nach relativ schnellen und tieftauchenden U-Booten entwickelt worden.

    Doch die öffentlich zugänglichen technischen Daten der „Poseidon“-Drohne zeigen, dass diese Torpedos für die Bekämpfung der neuen russischen Waffe unzureichend sein könnten. Es müssten grundsätzlich neue Torpedotypen entworfen werden, so Sutton.

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    Denkbar sei beispielsweise ein schwerer Torpedo, der statt eines Sprengkopfs mehrere leichtere Torpedos oder kleinere U-Wasser-Drohnen aufnimmt. Ein solcherart Equipment erhöhe die Wahrscheinlichkeit, den Eindringling aufzuspüren, anzuzielen und zu bekämpfen.

    Es sei notwendig, eine ganze Serie neuer Torpedos zu entwickeln. Eine Alternative wären Hyperschallgeschosse mit Staustrahltriebwerken. Die USA arbeiten bereits an mehreren Projekten dieser Art, wie Fachportale berichten.

    Unter dem Codenamen „DF-ZF“ entwickelt auch China eine Hyperschallwaffe solcher Art. In Russland heißt die Zukunftswaffe „Erzeugnis 4202“, auch bekannt als „Awantgard“.

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