01:55 21 Oktober 2018
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    das leichte Maschinengewehr „Kalaschnikow“

    Wozu wollen Amerikaner mit Analoga russischer Waffen kämpfen?

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    Das US-Verteidigungsministerium hat amerikanische Waffenhersteller aufgerufen, Analoga von russischen Waffen zu bauen, die dann bewaffneten Formationen weltweit überlassen werden sollen, die schon jetzt beispielsweise russische Maschinengewehre nutzen.

    Das Ziel des vom Pentagon kürzlich veröffentlichten Programms zur Unterstützung des mittelständischen Unternehmertums auf dem Gebiet Innovationsforschungen (SBIR) ist, das „Innovationspotenzial“ zu steigern, damit vollwertige Kopien von ausländischen Waffen gebaut werden können, „die den Originalwaffen gleichwertig oder noch besser sind“.

    Der Autor des Beitrags im „National Interest“, Michael Peck, führte diese Initiative der US-Militärbehörde auf die aktuellen internationalen Konflikte zurück. So setzen viele bewaffnete Formationen im Irak oder in Syrien Waffen ein, die gerade in Russland bzw. der Sowjetunion entwickelt und hergestellt wurden. Dabei geht es nach seinen Worten nicht nur um Maschinenpistolen und Gewehre, sondern auch um Granatwerfer und schwere Maschinengewehre.

    Zu den russischen Modellen, die voraussichtlich nachgebaut werden sollen, gehören das leichte Maschinengewehr „Kalaschnikow“ (Kaliber: 7,62 Millimeter) und das schwere Maschinengewehr NSW (Kaliber: 12,7 Millimeter).

    Dabei verwies der Autor darauf, dass das Pentagon nicht die Absicht habe, „den Waffenherstellern das Leben leicht zu machen“: Diese müssen sich die nötigen technischen Zeichnungen der Waffen selbst besorgen und dabei ihre eigenen Produktionskapazitäten einsetzen. Und es gebe noch eine wichtige Bedingung, um mit Zuschüssen zu rechnen: Alle Beschäftigten dieser Betriebe müssen Amerikaner sein.

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    Allerdings geht es um die Nachahmung nicht nur von russischen, sondern generell von ausländischen Waffen. Ein heikles Thema sind dabei laut der Redaktion von „National Interest“ die Urheberrechte auf die Waffen. Offensichtlich wollen die USA keine Lizenzen kaufen.

    „Jedenfalls scheint die Idee, ausländische Waffen in Amerika herzustellen anstatt sie bei fragwürdigen Händlern weltweit zu kaufen, aus wirtschaftlicher Sicht durchaus vernünftig und sinnvoll zu sein“, so Michael Peck.

    Dabei ist die Idee zum Nachbau von Kalaschnikow-Waffen gar nicht neu: Kopien von russischen Maschinenpistolen und Maschinengewehren werden in Asien, Afrika, Westeuropa, Nord- und Südamerika hergestellt. Maschinenpistolen auf der Kalaschnikow-Basis für zivile Verwendung werden von mindestens 16 Firmen in elf US-Bundesstaaten gebaut.

    Ein krasses Beispiel ist das Unternehmen Kalashnikov USA aus Florida. Früher befasste es sich mit dem Import von Kalaschnikow-Waffen. Als aber Washington Sanktionen gegen den russischen Konzern wegen der „Einmischung Russlands in die Angelegenheiten der Ukraine“ verhängte, änderte sich die Situation. Jetzt baut Kalashnikov USA eigene Waffen, unter anderem eine Version der Kalaschnikow-Maschinenpistole. 

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    Amerikanische Militärs sind aber nicht nur von Kalaschnikow-Waffen, sondern auch von anderen russischen Waffen begeistert. So verwies der Befehlshaber der US-Marine in Europa und Afrika, James Foggo, darauf, dass russische Marschflugkörper „Kalibr“ eine dermaßen große Reichweite haben, dass sie das ganze europäische Territorium abdecken.

    „Sechs neue U-Boote der ‚Kilo‘-Klasse (Projekt 636 „Warschawjanka“) befinden sich aktuell im Schwarzmeerraum. Zwei von ihnen befanden sich im Mittelmeer und feuerten dort ‚Kalibr‘-Raketen ab. Die ‚Kalibr‘-Rakete ist sehr beeindruckend“, sagte der US-Admiral neulich in einer Veranstaltung des Atlantic Council in Neapel. „Das ist ein Marschflugkörper, der für Schläge auf Bodenziele geeignet ist. Falls er aus einem jeden Meer, unter anderem aus dem Kaspischen, abgefeuert wird, kann er jede europäische Hauptstadt erreichen.“

    Einen Monat zuvor hatte der russische Vizepremier Juri Borissow erklärt, dass das Verteidigungsministerium den Export von Mehrzweckschiffen des Projekts 22800, die mit Raketen und Artilleriewaffen (unter anderem mit „Kalibr“-Raketen) ausgerüstet sein werden, in verschiedene Länder im Pazifik plane.

    Kalaschnikow-Sturmgewehr und Übungsmunition auf einem Armeegelände in Russland
    © Sputnik / Alexander Krjaschew
    Nach seinen Worten haben diese Schiffe „ein gutes Exportpotenzial“. Derzeit bekommen nur die russischen Seestreitkräfte Schiffe mit „Kalibr“-Raketen.

    Präsident Wladimir Putin kündigte seinerseits an, dass die russische Marine bereits in diesem Jahr 26 neue Schiffe erhalten werde, von denen vier mit „Kalibr“-Raketenkomplexen ausgerüstet sein werden.

    Zudem erinnerte der Kreml-Chef daran, dass die Seestreitkräfte seit Jahresbeginn vier Schiffe, ein Motorboot für Diversionsbekämpfung und drei Versorgungsschiffe bekommen haben. Außerdem soll nach seinen Worten die Infrastruktur der Flotte ausgebaut werden.

    Darüber hinaus versprach Präsident Putin, dass russische Schiffe mit „Kalibr“-Raketen an Bord ständig im Mittelmeer präsent sein werden. Zugleich lobte er die gute Koordinierung des Vorgehens der russischen Überwasserschiffe und U-Boote während des Syrien-Einsatzes.

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    Tags:
    U-Boote, Waffen, Innovationen, Herstellung, Kalibr-Rakete, Kalaschnikow, The National Interest, Wladimir Putin, USA, Russland