20:38 14 Dezember 2018
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    US-Armee in Afghanistan (Symbolbild)

    Zentralasien von Russland trennen: Pentagon liefert mehr Technik nach Tadschikistan

    CC BY 2.0 / DVIDSHUB / Afghan police, US soldiers conduct raid in Ghazni
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    Washingtons Verhältnis zu Russland und Pakistan verschlechtert sich weiterhin. Deshalb wird Zentralasien für die USA zunehmend zu einer Schlüsselregion. Die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken sollen auf lange Sicht aus dem russischen Einflussbereich rausgerissen werden.

    Die Vereinigten Staaten rüsten tadschikische Grenztruppen aus. Am 5. Oktober haben ranghohe US-Beamte Fahrzeuge für Patrouillen- und Aufklärungseinsätze im Wert von acht Millionen US-Dollar an die tadschikische Behörde übergeben.

    Finanziert wurde die Ausrüstung vom US Central Command, dem für Zentralasien zuständigen Regionalkommando des Pentagons. Sie sei dafür bestimmt, Gefahren zu bekämpfen, die von Afghanistan ausgehen. Die tadschikischen Grenzschützer sollen dabei unterstützt werden, den Drogenschmuggel in der tadschikischen Grenzregion Chatlon zu unterbinden.

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    Insgesamt hat Tadschikistan seit 2006 rund 155 Millionen Dollar vom US Central Command erhalten. Erst im Mai 2017 lieferte die Pentagon-Behörde Fahrzeuge, Kommunikationssysteme und Wärmebildkameras im Gesamtwert von sechs Millionen Dollar an den tadschikischen Grenzschutz.

    Auffällig an dieser scheinbar uneigennützigen Hilfe der US-Amerikaner ist vor allem Folgendes: Die USA leisten hier Hilfe für den Wachschutz an der Grenze eines Landes, das sie seit 2001 besetzt halten. Damit soll der Schmuggel von Drogen unterbunden werden, deren Herstellung in Afghanistan seit der US-Okkupation maßlos zugenommen hat.

    So besuchte im Mai dieses Jahres Joseph Votel, der Oberbefehlshaber des United States Central Command, die tadschikische Hauptstadt Duschanbe zu Gesprächen mit dem Präsidenten Emomalij Rahmon und der militärischen Führung des Landes.

    Die Grenzsicherheit und die Souveränität seien die gemeinsamen Interessen von Washington und Duschanbe betonte der US-General. Unter „Souveränität“ verstehen die Vereinigten Staaten allerdings weniger die Unabhängigkeit der zentralasiatischen Republiken als deren Loslösung von Russland und den Verbünden mit dessen Beteiligung wie die EAWU oder die OVKS.

    Wenn es in der Ukraine geklappt hat, warum sollte es in Zentralasien nicht klappen? Dass Tadschikistan der Eurasischen Wirtschaftsunion nicht beigetreten ist, ist aus Washingtoner Sicht definitiv von Vorteil.

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    Dabei dementiert die US-Führung hartnäckig alle Berichte darüber, dass die USA in der tadschikisch-afghanischen Region absichtlich Spannungen provozieren. So wurde unter anderem berichtet, die Vereinigten Staaten hätten Mitglieder des Islamischen Staates aus Syrien und dem Irak in den Norden des Landes verlegt.

    Außerdem arbeiten die USA mit Tadschikistan im Rahmen des sogenannten „C5+1“-Formats zusammen. Dabei werden regionale Probleme – unter Ausschluss Russlands – diskutiert. Washingtons langfristiges Ziel ist es, die Länder Zentralasiens von Russland loszureißen und den russischen Einfluss in der Region im höchstmöglichen Maße zurückzudrängen.

    Die aus Afghanistan über die tadschikische Grenze hinausreichenden Bedrohungen und Gefahren sind ein weiteres Mittel, die Region zu destabilisieren.

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    Tags:
    Region, Einfluss, Grenze, Sicherheit, Russland, Tadschikistan, USA