23:01 16 Oktober 2018
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    Raketensystem S-300 (Archivbild)

    S-300-Schirm in Syrien aufgespannt: Israels F-35-Jets müssen Tarnung noch lernen

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    Auf dem Teststand kann ein Waffensystem Bestleistungen erbringen, unter echten Kampfbedingungen versagt es dann aber trotzdem. Das zeigt sich wieder einmal im Syrien-Krieg: Kaum stoßen US-Tarnkappenjäger auf moderne Flugabwehrsysteme aus Russland, schon müssen sie nachgebessert werden.

    Für die israelische Luftwaffe ist es ein ernstes Problem, dass das russische Verteidigungsministerium Flugabwehrsysteme S-300 nach Syrien verlegt hat. Schuld daran sind die Israelis selbst, die Moskau für den Abschuss eines russischen Aufklärers vor der syrischen Küste verantwortlich macht.

    Wollen die Israelis weiterhin Ziele in Syrien angreifen, müssen sie den „S-300-Schirm“ überwinden. Fragt sich nur: Wie?

    Große Hoffnung setzt die israelische Militärführung auf die Stealth-Fighter von Lockheed Martin: die F-35B. Die Regierungsbeamten in Tel-Aviv glauben (wohl von Werbevideos des Herstellers beeindruckt), die Kampfjets seien für das russische Flugabwehrsystem unsichtbar.

    Doch lassen jüngste Medienberichte erkennen, dass die Amerikaner sich der „Unsichtbarkeit“ ihrer Jagdflugzeuge selbst nicht mehr so sicher sind, wie sie einst angaben. Warum sonst sollten sie nach der Verlegung der S-300-Systeme nach Syrien schlagartig beschließen, die F-35-Jets zu überarbeiten?

    Russlands S-300-Lieferung nach Syrien abgeschlossen
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    Russlands S-300-Lieferung nach Syrien abgeschlossen

    Die F-35 hat noch viele Mängel, weshalb das Modernisierungsprogramm dieses Jets im Grunde niemals aufhört, sagt der Militärexperte Alexei Leonkow. Das erinnert ein wenig an das amerikanische M16-Sturmgewehr: „40 Jahre lang wurde es permanent modernisiert und doch blieb es bei den meisten Parametern hinter dem AK47 zurück“, sagt der Experte.

    Was das eingangs erwähnte Problem der israelischen Luftwaffe angeht, so ist die Sache die:

    „Das S-300-System in der Modifikation, in der es nach Syrien geliefert worden ist, kann die F-35 erkennen und bekämpfen“, sagt Leonkow. „Es kommt dabei darauf an, wie das gesamte System aufgestellt wird – also nicht nur die Startrampen, sondern auch die übrigen Komponenten.“

    Ein anderer wichtiger Faktor ist, dass die Abwehrsysteme anfangs vom russischen Fachpersonal bedient werden. Solange das so ist, werden die Israelis sicherlich nicht angreifen, sagt der Experte. „Aber leicht zustechen könnten sie schon. Sie könnten Drohnen losschicken, um die russischen Flugabwehrsysteme zu testen.“

    Es ginge dabei darum, Schwachstellen der S-300-Systeme auszukundschaften: „Die Abwehrstellungen in Syrien werden provoziert, die israelischen Drohnen werden abgeschossen und die amerikanischen AWACS-Flugzeuge über dem Mittelmeer beobachten und werten die Aktion aus.“

    Außerdem testet die US Air Force ihre Tarnkappenjäger gegenwärtig auch bei der Übung „Clear Sky 2018“ in der Ukraine. Das Nachrichtenportal „Soha News“ hat berichtet, Kiew stelle bei dem Manöver S-300-Systeme bereit, um Einsatzbedingungen zu simulieren, die die amerikanischen F-35 in Syrien erwarten könnten.

    „Hierbei steckt der Teufel im Detail“, betont der Militärexperte Leonkow: „Die ukrainischen S-300-Systeme sind nämlich veraltet, die russischen aber werden stetig verbessert. Nach Syrien ist die neueste Modifikation dieses Waffensystems geliefert worden. Mit den ukrainischen S-300 können die Amis so viel üben wie sie wollen – die syrischen werden sich im Ernstfall völlig anders verhalten.“

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    Raketensystem, Luftabwehrsysteme, Tarnkappe, Kampfjet, F-35, S-300, Almas Antej, Northrop Grumman, Almaz-Antey, Verteidigungsministerium Russlands, Baschar al-Assad, Nahost, Israel, Syrien, Russland